Wirtschaft
«Es ist fünf vor zwölf»
Aktualisiert am 24.08.2011 29 Kommentare
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Swissmem lobt Personenfreizügigkeit
Die Personenfreizügigkeit mit der EU ist für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie überlebenswichtig. Das geht aus einer Umfrage des Branchenverbands Swissmem hervor.
In 86 Prozent der MEM-Unternehmen mit über 250 Angestellten kommen über 10 Prozent der Belegschaft aus der EU. Von den kleineren Firmen weisen 65 Prozent EU-Personal über der 10-Prozent-Marke aus, erklärte Daniella Lützelschwab, Leiterin der Arbeitgeberpolitik beim Verband Swissmem. Im überwiegenden Mass sind diese Leute hochqualifiziert, mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder guter Fachausbildung.
Zu Zeiten, wo 79 Prozent der grossen Firmen und 65 Prozent der KMU über Fachkräftemangel klagen, sind diese Mitarbeitenden unerlässlich. 67 Prozent der grösseren Firmen gaben an, der Fachkräftemangel beeinträchtige die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens. Bei den kleineren Betrieben machten 65 Prozent diese Aussage.
Sollte das Personenfreizügigkeitsabkommen abgeschwächt werden, wie dies die SVP anpeilt, sieht der Grossteil der befragten MEM- Firmen gravierende Nachteile auf sich zu kommen. 45 Prozent der Grossfirmen fürchtet eine Schwächung der Innovationskraft, 42 Prozent einen erhöhten Verlagerungsdruck und 25 Prozent höhere Lohn- und Administrationskosten. (sda)
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Angesichts der Frankenstärke bewegt sich die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie wie der Hamster im Rad. Ein Drittel der KMU befinden sich bereits in der Verlustzone, wie Swissmem-Präsident Hans Hess erklärte.
Mit Innovation, Sparbemühungen, Einkäufen im Euroraum und anderem mehr versuchten die Unternehmen ihren erodierenden Margen zu begegnen, erklärte Verbandspräsident Hess vor den Medien in Bern. Bei allem Strampeln kommen sie aber wie der Hamster im Rad keinen Schritt weiter. Einmal «geht der Schnauf aus», warnte Hess.
Die Frankenstärke bedrohe die industrielle Basis der Schweiz. 80 Prozent der MEM-Produkte gingen in den Export, zwei Drittel davon in den Euroraum, 20 Prozent in die USA. Immerhin habe jetzt die Schweizerische Nationalbank interveniert.
Die Dauer und die schiere Grösse der Frankenstärke brächten die Konjunktur zum Kippen. Es sei «fünf vor zwölf». Die Firmen seien nun in der Planungsphase und wüssten nicht, welchen Euro- oder Dollarkurs sie budgetieren sollten. Ziel müsse ein Eurokurs in Richtung Kaufkraftparität sein – zwischen 1,35 und 1,40 Franken.
Importpreise müssen sinken
Massnahmen seien dringend. Neben der von ihm voll unterstützten Eingriffen der Notenbank forderte Hess auch Druck auf die Importpreise. Die Währungsgewinn müssten weitergegeben werden. Hier müssten Wirtschaft und Politik die Reihen genauso schliessen wie bei den Massnahmen der Nationalbank.
Im Hinblick auf das bundesrätliche Nothilfepaket verlangte Hess, dass keinesfalls das Giesskannenprinzip zum Einsatz kommen dürfe. Entweder sei den Betroffen zu helfen oder auf Massnahmen zu verzichten. In der bundesrätlichen Taskforce ist Swissmem nicht vertreten.
Derzeit seien viele Ideen im Raum, es gelte abzuwarten, welche der Bundesrat weiterverfolge, sagte Hess. Steuererleichterungen für Unternehmen in Not seien wenig sinnvoll. Wer Verluste schreibe, zahle sowieso keine Steuern.
Warnung vor der SVP
Eindringlich warnte Hess vor den Bemühungen der SVP, das Personenfreizügigkeitsabkommen zu untergraben. Das wäre ein «Schildbürgerstreich erster Güte».
Hess stützt sich dabei auf eine Umfrage des Verbands. 81 Prozent der Unternehmen gaben an, dass eine Kündigung des Abkommens für sie gravierende Konsequenzen hätte. Der Fachkräftemangel würde sich derart vergrössern, dass gerade grosse Firmen um ihr Innovations- und Konkurrenzfähigkeit fürchten müssten. (sda/miw)
Erstellt: 24.08.2011, 10:58 Uhr
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29 Kommentare
Man will die Arbeitnehmer kirre machen! Das dicke Ende wird wohl bald kommen. So versuchen die Reichen noch etwas mehr Fett zu zulegen um die harten Zeiten bequem zu überstehen. Das ist mein persönlicher Eindruck. Stoppt endlich diesen neoliberalen Wahnsinn, sonst bezahlen wir alle einen sehr sehr hohen Preis und haben alle nix mehr. Antworten
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