Euro auf Talfahrt, Portugal droht weitere Abstufung
Preise für Öl und Industriemetalle wegen Hellas-Krise auf Talfahrt
Die Sorge vor einer Ausweitung der Schuldenkrise Griechenlands hat am Mittwoch die Talfahrt beim Ölpreis und den Industriemetallen beschleunigt. Händlern zufolge befürchteten Investoren, dass zunehmende Finanzprobleme die Erholung der Konjunktur bremsen. In Folge könne die Nachfrage nach Rohstoffen deutlich zurückgehen. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um knapp vier Prozent auf 79,53 Dollar. Die Nordseesorte Brent wurde um 3,5 Prozent günstiger zu 82,71 Dollar gehandelt. Die Stärke der US-Währung hat unterdessen auch dem Goldpreis zu schaffen gemacht. Der Preis für das Edelmetall fiel um ein Prozent auf 1157,20 Dollar je Feinunze. Auf Euro-Basis hielt sich Gold knapp über 900 Dollar. Am Vortag waren zeitweise 911 Euro gezahlt worden und damit so viel wie noch nie. Das Kilogramm kostete in der Schweiz 41'722 Franken. Das ist ein halbes Prozent mehr als am Vortag.
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Unter dem Eindruck eskalierender gewaltsamer Proteste gegen das Sanierungsprogramm des hoch verschuldeten Griechenlands ist der Kurs des Euro am Mittwoch erneut gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am frühen Nachmittag 1,2830 Dollar. Das war der niedrigste Wert seit dem 12. März des vergangenen Jahres. Die Haushaltskrise Griechenlands und die wochenlangen Diskussionen um internationale Hilfe für das Land lassen den Kurs des Euros seit langem stetig sinken.
Zu dem Absinken des Kurses am Mittwoch trug zudem die Ankündigung der Ratingagentur Moody's bei, innerhalb der kommenden Monate möglicherweise die Kreditwürdigkeit Portugals herabzustufen. Geprüft werde sogar eine Abwertung von derzeit Aa2 um zwei Stufen. In der vergangenen Woche hatte bereits die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von Portugal schlechter beurteilt, und damit die Stabilität der Euro-Zone weiter ins Wanken gebracht. Portugal gilt neben Griechenland, Spanien und Irland als haushaltspolitisches Sorgenkind der Europäischen Union.
Börsen in Spanien und Portugal brechen ein
Wie andere Wertpapiere werden auch Staatsanleihen von den Ratingagenturen bewertet. Ihre Empfehlungen sind ein wichtiges Signal für die Kreditwürdigkeit eines Landes. Bei unsoliden Finanzen verlangen die Märkte von den Staaten höhere Zinsen für die Kredite - sozusagen als Preis für das erhöhte Ausfallrisiko. Das Schuldenmachen ist für den betroffenen Staat dann teurer.
Die Börse in Lissabon brach als Reaktion auf die Warnung von Moody's um 2,3 Prozent ein. Auch der Handelsplatz in der spanischen Hauptstadt Madrid verzeichnete ein Minus von mehr als drei Prozent. In Athen brachen die Börsenkurs sogar um 5,4 Prozent ein. In Griechenland ist die Börse in Athen am Mittwoch eingebrochen: Der Handelsplatz in der griechischen Hauptstadt schloss am Nachmittag mit einem Minus von 3,9 Prozent. (cpm/ap/afp)
Erstellt: 05.05.2010, 16:06 Uhr
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