Wirtschaft
Euro nähert sich Allzeittief
Aktualisiert am 19.03.2010 21 Kommentare
Der Franken nähert sich damit dem Allzeittief vom 27. Oktober 2008, als der Euro auf dem Höhepunkt der Finanzkrise auf 1,4322 Franken abgesackt war. Am Morgen um 08.00 Uhr notierte die Einheitswährung bei 1,4391 Franken. Im Markt war die weitere Aufwertung des Frankens am Vorabend mit Aussagen des neuen Nationalbank-Direktoriumsmitglieds Jean-Pierre Danthine in Verbindung gebracht worden.
Der Euro hat innerhalb einer Woche gegenüber dem Franken mehr als zwei Rappen verloren. Am 11. März hatte die Schweizerische Nationalbank bei der geldpolitischen Lagebeurteilung bekräftigt, sie werde einer übermässigen Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro entschieden entgegenwirken. Seither wird im Handel darüber spekuliert, wo die Schmerzgrenze für die Nationalbank liegt.
Ein steigender Frankenkurs beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft und des Tourismus. Umgekehrt verbilligt der starke Franken die Importe und begünstigt damit den Konsum. Wie stark der Aufschwung durch den sinkenden Eurokurs gefährdet wird, ist unter Ökonomen umstritten. (bru/ddp)
Erstellt: 19.03.2010, 10:37 Uhr
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21 Kommentare
Nimmt mich wunder, wer die Verluste bezhalen muss, die unsere Nationalbank auf den 35 Milliarden Dollar und den 55 Milliarden Euro gemacht hat bis jetzt und noch weiter macht. Statt Dollars und Euros zu kaufen haetten sie besser das Gold behalten, das zu Schleuderpreisen verkauft wurde. Das will aber niemand hoeren, obwohl es die wahrheit ist. Antworten
@Jametti: Wir haben keinen Markt mehr - wir haben Spekulationsobjekte. Das sieht man an der Griechenlandkrise. Sehen Sie sich doch das BIP Griechenlands an. Das macht etwa 2,6% des gesamten Euro BIPs aus. Dieses rumgetanze ist nur noch damit zu erklären, dass Spekulanten Milliarden auf fallende Kurse gesetzt haben. Gefährlich wird es nur deswegen, weil selbst die SNB nichts dagegen machen kann. Antworten
@Birgmann Reinhold Der Eurokurs ist vom Markt diktiert und wie. Offernbar haben Sie gar keine Ahnung von Lehre der Volkswitschaft und Geldmärkte- Währungen. Zerfall der Euro hängt im Moment davon ab, dass die EU Länder mehr als der Maastrichtervertrag dies zulässt, verschuldet sind. Griechen. Italien, Spanien und Portugal befinden sich in einem desolaten wirtschaftlichen Zustand. Antworten
Spannend wird es, wenn nach Griechenland und Spanien auch Italien, England, Frankreich und alle anderen EU-Länder (inkl. Deutschland) die mit ihrer Neu-Verschuldungsquote weit über den Maastricher-Kriterien liegen ihre Wege in die Schuldenfalle weiter beschreiten. Mit immer neuen Schulden und Hoffnungen die auf Illusionen beruhen, ist dem Euro nicht zu helfen. Antworten
Tony Gisin: Richtig! Die bezahlten 37 Milliarden haben schon über 1 Milliarde an Wert verloren, wer bezahlt dies? (P.S. Die SNB hat bei meistens bei 1.47 interveniert bzw. gekauft, jetztiger Kurs 144) Markus Schlierer: Schon mal über den Tellerrand hinausgeschaut? Die Spekulanten mit ihren Milliarden an den Devisenmärkten interessierts sehr heftig!! Antworten
@Markus Schierer. Das Problem ist unsere Exportwirtschaft als auch unser Tourismus. Sie werden massif benachteiligt. Und die einzig bestehente Anwort zum Ueberwerteten CHF sind es massive Entlassungen einerseits und die Verlegung der Produktion nach dem Ausland (China vor allem) anderseits. Antworten
Die Deutsche Mark war eine Hartwährung, aber der Euro ist eine Fehlkonstruktion mit Ländern wie Italien, Griechenland, Spanien, Portugal (PIGS-Länder). Der Schweizer Franken wird dank der Nationalbank auch in Zukunft eine Hartwährung bleiben. Das dies im Ausland auch Neidgefühle erzeugt, kann man hier den Kommentaren entnehmen. Antworten
@Markus Schierer: Frage 1) Ja. Punkt 2) Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist aber merkwürdig, wenn einmal mehr der Schweizer Franken als sicherer Hafen für Vermögen jeglicher Art dient, nicht? Sie können ihr Vermögen ja in Dollar, Euro, Schekel etc. anlegen - viel Glück! @Gianni Weidmann: Stimmt! Je mehr wir uns der EU angleichen, desto mehr geht es mit der Schweiz abwärts. Antworten
@beny willa: Die meisten EU-Bürger werden wohl kaum merken, dass der Franken gegenüber dem Euro gestiegen ist, daher sind keine Unruhen zu erwarten. Zudem ist der Euro auch jetzt noch viel stabiler als fast alle früheren Währungen in den Euro-Ländern. Lira, Francs und Pesete wären heute noch viel tiefer als der Euro. Antworten
@ h.moser und b.willa: Habt ihr schon jemals die Schweiz verlassen? Niemand ausserhalb der Schweiz interessiert der Wechselkurs CHF-EUR. Der Euro steht zum Dollar wie er sollte, das Pfund ist auf Rekordtief, und der Yen fällt auch wieder. Ob der CHF jetzt auf- oder ab- oder sonstwas-wertet, ist ähnlich relevant, wie was der Israelische Schekel oder der Südkoreanische Won macht. Antworten
Die SNB hat ihr Pulver mit den Interventionen am Devisenmarkt zu früh verschossen. Per Ende 09 sitzt sie auf 37 Mrd Euro, die heute um einiges weniger wert sind. Das vollmundig angekündigte Kursziel von 1.50 ist Schnee von gestern, nun sitzen die Spekulanten am längeren Hebel. Jetzt scheint es nicht mehr wichtig zu sein, die Export- + Toursismusbranche + unser Land vor einer Deflation zu schützen. Antworten
benny willa 10.10 Wo bitte sind wir heute noch ein Vorbild? "Da wir international gut angesehen sind" - Es ist nicht zu glauben wie viele Schweizer heute noch überzeugt sind, nur wiel wir mit dem roten Pass geboren sind, seien wir etwas Besseres. Das war einmal. Erwachen sie endlich und verlassen sie die Vergangenheit. Sehen sie bitte der Gegenwart in die Augen. Zukunft Schweiz ist eher düster! Antworten
Das lässt sich auch positiv sehen: so günstig war es schon lange nicht mehr, im Ausland einzukaufen. Der Kurs CHF/EUR zeigt aber recht schön, dass er nicht vom Markt gelenkt ist, sondern von Aussagen, Ängsten und Vermutungen. Anders kann man die plötzlichen Bewegungen wohl kaum erklären. Antworten
Was passiert, wenn der Euro unter 1.40 fällt. Könnte das in den Nachbarländern nicht Unruhen auslösen? Weil die Schweiz ein Vorbild ist, werden doch mehrheitlich die Nachbarn auf unser tolles Land Druck und Eifersucht ausüben. Kann es plötzlich in diesen Ländern zu Unruhen kommen? Das ganze beunruhigt mich doch sehr, da wir international gut angesehen sind. Gruss Antworten
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Heinrich Baur
Aus Sicht der Nachbarländer ist es doch sehr gut dass der CHF nach seinem Absturz auf 1,68 nun einen Ausflug in die andere Richtung unternimmt. Geschäftsleute an den Landesgrenzen dürften sich die Hände reiben. Nur für die Touristen ist es leider weniger erfreulich. Das zeigt schon, das Schlimmste was der schweizer Wirtschaft passieren kann ist eine zahlungsschwache oder bankrotte EU... Antworten