Wirtschaft

«Euro-Wechselkurs zum Franken ist dramatisch»

Aktualisiert am 15.07.2011 23 Kommentare

Economissuisse zeigt sich über den immer stärker werdenden Franken besorgt. Der Wirtschaftsdachverband schlägt verschiedene Rezepte vor.

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Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse plädiert angesichts des starken Frankens für langfristige Massnahmen wie die Senkung der Unternehmenssteuern. Politik und Wirtschaft sollen geeignete Rezepte finden, um die Schweiz als Standort attraktiver zu machen.

Die Entwicklung des Euro-Wechselkurses zum Franken sei dramatisch, schreibt Economiesuisse in einer Mitteilung. Das Problem könne aber nur langfristig angegangen werden, zumal es sich bei der Frankenstärke um ein längerfristiges Phänomen handle.

Konkrete Forderung

Der Verband fordert Verbesserungen in sechs Bereichen. Demnach müssten die Steuern und Abgaben für Unternehmen sinken. Steigen sollten hingegen die aussenwirtschaftspolitischen Anstrengungen für weitere Marktöffnungen. Im Binnensektor brauche es mehr Wettbewerb.

Um die Produktivität in den Betrieben zu steigern, rät der Verband zu flexiblen, sozialpartnerschaftlichen Lösungen. Die bürokratische Belastung der Unternehmen sei abzubauen. Ausserdem macht sich Economiesuisse für die Förderung von Innovation durch Investitionen in Forschung und Bildung stark.

Gegen Anbindung an Euro

Hingegen müsse auf kurzfristigen Interventionismus verzichtet werden, hält der Verband fest. Der geldpolitische Handlungsspielraum der Nationalbank etwa sei begrenzt und eine Anbindung des Frankens an den Euro hätte enorme negative Begleiterscheinungen.

Die Frankenstärke werde für die Exportfirmen immer schwieriger. Laut Swissmem könnte sich rund ein Drittel der Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie in der operativen Verlustzone befinden. Unter dem starken Franken leiden aber auch die Zulieferer und der Tourismus.

Keine Branchen-Subvention

Economiesuisse appelliert an die Politik, Massnahmen abzulehnen, welche die Rahmenbedingungen verschlechtern könnten. Dazu gehören laut dem Verband zusätzliche Belastungen der Unternehmen. Auch die Personenfreizügigkeit mit der EU dürfe man nicht in Frage stellen. Wichtig sei zudem, dass die Schweiz auf eine Industriepolitik mit Subventionen für einzelne Branchen verzichte.

Am Donnerstag hatte der Euro erstmals weniger als 1,15 Franken gekostet. Davor war in der Nacht der Dollar kurz unter 81 Rappen gefallen. Damit markierte auch die US-Währung ein Rekordtief. Am Freitagvormittag lagen Euro und Dollar wieder etwas über 1,15 Franken respektive 81 Rappen. (kpn/sda)

Erstellt: 15.07.2011, 12:18 Uhr

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23 Kommentare

Michel Sabler

15.07.2011, 13:23 Uhr
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Die Steuern für die Unternehmen (und die Wohlhabenden Einwohner in der Schweiz) sind schon viel tiefer als anderswo. Warum noch weiter senken ? Sollen wir es wie die USA machen und dann alle Sozialleistungen abschaffen ? Den Schaden für die Allgemeniheit und die Gewinne nur für eine kleine Gruppe ?
Siehe die USA (Republikaner), die lieber bankrott gehen wollen anstatt etwas sozialer zu denken.
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Peter Oberholzer

15.07.2011, 14:36 Uhr
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DER STARKE FRANKEN HAT VORTEILE UND NACHTEILE
Die Schweiz hat mehr Importe als Exporte. Der starke Franken bringt somit rein rechnerisch mehr Vorteile als Nachteile. Einzelne Branchen werden nun unterstützt. Ist das Unternehmerrisiko eine Sache des Staates? Die Managerlöhne bleiben dennoch hoch. Insbesondere in den grossen Exportunternehmen Roche und Novartis.
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