Wirtschaft

Euro-Wechselkursgrenze bleibt bei 1.20 Franken

Aktualisiert am 15.12.2011 33 Kommentare

Die Schweizerische Nationalbank hebt die Wechselkursgrenze zum Euro nicht an. Der Leitzins bleibt bei 0 bis 0,25 Prozent. Erstmals hat die SNB auch eine Wachstumsprognose fürs nächste Jahr abgegeben.

Einige Analysten forderten weitere Schritte der SNB: Philipp Hildebrand, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, bei einem Vortrag in Genf. (29. September 2011)

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Bei der heutigen Bekanntgabe des Leitzinses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) war die Aufmerksamkeit weniger auf den Zinsentscheid als auf die Euro-Wechselkursgrenze gerichtet. Die SNB (SNBN 1089 2.06%) belässt das Zielband des Leitzinses bei 0 bis 0,25 Prozent. Auf diesem Tiefstand befindet sich der Zins seit August. Die Währungshüter haben ihren Spielraum für eine expansive Geldpolitik ausgeschöpft.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält ausserdem an ihrer bisherigen Strategie fest: Sie will den Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken verteidigen. Sie ist hierfür nach wie vor bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Die Nationalbanker halten in ihrer Mitteilung jedoch fest, dass sie den Franken nach wie vor als «hoch bewertet» ansehen. Sollten es die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken erfordern, seien sie «bereit, jederzeit weitere Massnahmen zu ergreifen».

0,5 Prozent Wachstum im 2012

Im Fokus standen heute auch die Einschätzung der SNB zur Entwicklung der Konjunktur und der Inflation. Die Nationalbank sieht nun für das laufende Jahr noch ein BIP-Wachstum von 1,5 bis 2 Prozent. Die Expansion sei jedoch einzig der guten Konjunktur in der ersten Jahreshälfte geschuldet. Seither haben sich im Urteil der SNB die Aussichten stark eingetrübt.

Erstmals haben die SNB-Ökonomen auch eine Prognose für 2012 abgegeben. Sie erwarten ein Wachstum «in der Grössenordnung» von 0,5 Prozent. Die Entwicklung sei aber in hohem Mass vom Verlauf der Eurokrise abhängig, das internationale Umfeld sei von hoher Unsicherheit geprägt.

Die Inflationsprognose für 2011 hat die SNB von 0,4 Prozent auf 0,2 Prozent gesenkt. Für 2012 prognostiziert die SNB weiter eine negative Jahresteuerung von -0,3 Prozent. Die Inflationsprognose für das Jahr 2013 wurde auf 0,4 Prozent nach zuvor 0,5 Prozent gesenkt.

Diskussion um Euro-Wechselkursgrenze

Weil sich die Wachstumsaussichten der Schweizer Wirtschaft für 2012 weiter verschlechtert hätten, müsse die SNB ihre Geldpolitik noch expansiver gestalten, hatte Ökonom Reto Hünerwadel vom UBS Investment Research in einem Kommentar vor der heutigen Bekanntgabe der SNB geschrieben. Dass die SNB den bisherigen Mindestkurs recht mühelos verteidigen konnte, würde für eine Anhebung auf 1,25 Fr. sprechen.

Die Mehrheit der Ökonomen erwarteten jedoch zumindest vorerst keine Veränderung der Wechselkurs-Untergrenze. Eine Anhebung auf 1,25 Franken würde für die Schweizer Exportwirtschaft wohl keinen grossen Unterschied ausmachen, nachdem der Franken zuletzt im Bereich von 1,23 und 1,24 Fr. gehandelt wurde, meinte etwa Alessandro Bee von der Bank Sarasin gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP.

Auch Janwillem Acket, Chefökonom der Bank Bär, sieht den Zeitpunkt für eine Anhebung der Untergrenze noch nicht gekommen. Die SNB müsse ihr Pulver trocken halten für den Fall, dass sich die europäische Schuldenkrise wieder verschärft und eine neue Flucht in den Franken einsetzt, sagte Acket gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dann hätte die SNB alle Hände voll zu tun, die 1,20-Franken-Marke zu verteidigen. (rub/sda)

Erstellt: 15.12.2011, 09:35 Uhr

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33 Kommentare

Andreas Meier

15.12.2011, 08:59 Uhr
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Der Tag wird noch kommen, an dem alle Schweizer sich einen "Steinharten Franken" wünschen werden! Nicht die Kaufkraftparität ist entscheidend - sondern die Zukunftsaussichten einer Währung! Weder der Euro + noch viel weniger der US Dollar, haben langfristig eine Zukunft - wie auch, bei den Schulden! Dank der skandalösen SNB Intervention zahlen Schweizer heute Mondpreise für diese Schrottwährungen! Antworten


alexandra weber

15.12.2011, 09:38 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Gut Herr Hildebrand - Dank sei Ihnen.
Wenigstens ein Mensch in der CH-Politik! der klaren kühlen Kopf hat und weiter als bis vor die Nasenspitze denkt - Weitsicht sein Eigen nennt und zudem gut repräsentiert.
ewz
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