Wirtschaft

«Europa ist reich genug, um den Euro zu retten»

Raghuram Rajan, berühmter ehemaliger IWF-Chefökonom, hält den geplanten Rettungsschirm für ausreichend. Über die beiden Schweizer Grossbanken sagt er: «Da hat die Schweiz ein echtes Problem.»

1/23 Oktober 2009
Die Eurokrise dauert schon mehr als zwei Jahre. Der Reihe nach: Die griechische Regierung unter Giorgos Papandreou revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von 6 Prozent auf mehr als 12 Prozent des BIP. Ende 2010 werden die Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
Bild: Francois Lenoir/Reuters

   

Artikel zum Thema

Raghuram G. Rajan, 48, ist Wirtschaftsprofessor an der Universität von Chicago. In dei Geschichtsbücher eingegangen ist sein Auftritt im Jahr 2005, als der damalige Chefökonom des IWF die wichtigsten Notenbanker der Welt vor den Risiken im Bankensystem warnte. Doch damals wollte niemand auf ihn hören. (Bild: Keystone )

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Euroländer setzen alles daran, ihre Währung zu retten. Werden sie Erfolg haben?
Grundsätzlich ist Europa reich. Die Gesamtschuld entspricht etwa der Wirtschaftsleistung eines Jahres. Europa hat also eine ganz andere Ausgangslage als beispielsweise hoch verschuldete Entwicklungsländer. Europa kann den Euro retten. Aber es gibt keine Gewissheit, dass dies den Ländern gelingen wird.

Wie meinen Sie das?
Es wird eine lange Phase des Durchwurstelns geben. Es wäre falsch, zu erwarten, dass sich die Schuldenkrise mit einem grossen Wurf wird lösen lassen. Die Regierungen werden Sparmassnahmen beschliessen, dann wird es Proteste dagegen geben. Und die Regierungen werden wieder zurückkrebsen.

Wie könnte denn ein grosser Wurf aussehen?
Dies würde bedeuten, dass vor allem die nördlichen Länder einen grossen Teil der Schulden der südlichen Länder übernehmen würden.

Doch das ist kaum wahrscheinlich, weil sich die Bevölkerung in diesen Ländern dagegen wehren würde.
Ja, aber die Bevölkerung in Deutschland tut gut daran, sich darauf einzustellen, dass sie einen Teil der Schulden wird tragen müssen. Insgesamt wird es darum gehen, die Lasten zwischen den Ländern, die die Folgen von Reformen zu tragen haben, und den übrigen Ländern gleichmässig aufzuteilen.

Welches sind nun die nächsten Schritte, die entscheidend sind?
Im Idealfall machen die Länder mit hohen Schulden wie Italien und Spanien, aber auch Frankreich ihre Hausaufgaben: Denn die Schulden sind eigentlich nicht das Hauptproblem dieser Länder. Viel stärker ins Gewicht fällt deren fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Zudem müssen diese Länder verschiedene Versprechen zurücknehmen, die sie der Bevölkerung gegeben haben. Sei es im Bereich der Arbeitsplatzsicherheit oder der Renten. Wichtig ist hier ein guter Mix der eingesetzten Massnahmen. Auf der einen Seite gibt es Kürzungen, auf der anderen Seite trägt das zusätzliche Wachstum zur Problemlösung bei.

Können Sie ein Beispiel dafür geben?
Wenn ein Land beispielsweise einen Teil der Beamten entlässt, muss es für die Betroffenen eine Kompensation geben. Finden sie ein Umfeld vor, in dem neue Stellen geschaffen werden oder in dem es einfach ist, als Selbstständigerwerbender Fuss zu fassen, dann ist das für alle Beteiligten von Vorteil.

Werden die Euroländer diese Reformen tatsächlich anpacken?
Italien hat in den Abgrund geschaut: Die Italiener haben am Beispiel von Griechenland gesehen, was es heisst, wenn ein Land plötzlich sehr hohe Zinssätze bezahlen muss. Deshalb ist sicherlich ein starker Wille für Reformen vorhanden. Doch es braucht eine völlig neue Denkweise. Und das weiss auch Deutschland. Deshalb wehrt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel so stark, im Voraus einen Check zu schreiben.

In den letzten Tagen entbrannte die Diskussion darüber, ob der permanente Rettungsschirm mit einem Kapital von 500 Milliarden Euro gross genug ist. Was finden Sie?
Solange Italien und Spanien ihre auslaufenden Schulden problemlos refinanzieren können, genügt der bisher geplante Rettungsschirm. Doch geraten sie in Schwierigkeiten, reicht auch ein vergrösserter Schirm nicht. Dann geraten Frankreich und letztlich auch Deutschland in Gefahr. Deshalb bereitet der Internationale Währungsfonds weiter gehende Massnahmen vor.

Doch zuerst würde wohl die Europäische Zentralbank (EZB) einspringen und massiv Staatsanleihen kaufen.
Das ist möglich. Aber die EZB muss aufpassen: Auch sie kann nicht unbegrenzt Staatsanleihen kaufen. Denn tut sie dies in einem riesigen Ausmass, wird die Bevölkerung das Vertrauen in die Währung verlieren. Dann kann es zu einer Entwertung des Euro kommen. Und zwar nicht über eine klassische Inflationsspirale, sondern ganz einfach deshalb, weil die Leute nicht mehr daran glauben, dass sie für ihre Euros einen Gegenwert erhalten. Ich will damit nicht sagen, dass wir nahe an diesem Punkt sind. Aber ausgeschlossen ist ein solches Szenario nicht.

Was halten Sie von der Idee, dass die Euroländer gemeinsame Staatsanleihen, sogenannte Eurobonds ausgeben?
Ich glaube, für dieses Instrument fehlt es in Europa an einer wichtigen Voraussetzung – einem Solidaritätsgefühl unter den Einwohnern der Mitgliedsländer. Ein Deutscher hat nicht das Gefühl, dass er einem Griechen besonders nahesteht. Er denkt, er stamme von einem anderen Kontinent.

Derzeit läuft das grosse Rätselraten, ob Griechenland in der Eurozone bleiben wird oder nicht. Was ist Ihre Prognose?
Griechenland hat eine sehr tiefe Wettbewerbsfähigkeit. Das ist noch das grössere Problem als die Schuldenlast. Die Befürworter eines Austritts Griechenlands sagen, dass das Land den Euro wird aufgeben müssen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Da machen sie einen Denkfehler.

Welchen?
Die Befürworter eines Austritts Griechenlands gehen davon aus, dass die Arbeitnehmer nach der Wiedereinführung der Drachme keine Lohnerhöhungen verlangen werden. Doch da habe ich grosse Zweifel. Sie würden eine Halbierung ihrer Kaufkraft nicht einfach hinnehmen, sondern massive Lohnerhöhungen verlangen. Ich fände es die bessere Lösung, wenn der Staat die Beamtenlöhne um zwanzig Prozent senken würde. So kann sich das Land den schmerzhaften Austritt aus der Eurozone ersparen.

Die SVP bezeichnet den Euro als Fehlkonstruktion. Hat sie recht?
Die Eurozone ist sicherlich kein idealer Währungsraum. Aber das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen.

Die Schweizerische Nationalbank hat im September eine Untergrenze für den Euro zum Franken festgelegt. Wie beurteilen Sie das?
Wir leben in einer ausserordentlichen Zeit. Da muss man experimentieren. Steigt der Kurs einer Währung sehr stark an, dann entsteht die Gefahr, dass Industrieunternehmen wegziehen. Ich gehöre nicht zu denen, die Eingriffe in den Devisenmarkt unter allen Umständen ablehnen.

Sie haben sich intensiv mit der Finanzkrise befasst. Haben Wirtschaft und Politik die nötigen Lehren gezogen?
Einige Regulierungen wie höhere Eigenkapitalvorschriften oder die Vorschrift, dass die Banken bereits jetzt festlegen müssen, wie ein Konkurs ablaufen würde, sind sinnvoll. Aber einige Probleme bleiben ungelöst – zum Beispiel die Aufsicht über die Bankenregulatoren.

Wo liegt das Problem?
Die Bankenaufseher sind jetzt in der Krise sehr streng. Doch das ungelöste Problem besteht darin, dass Regulatoren in Boomphasen kaum eingreifen. Sie sehen zwar vielleicht noch das Problem. Aber wenn sie einschreiten würden, würden sich die Gewinner des Booms stark dagegen wehren. Und wenn es einer wagt, ist er seinen Job sehr rasch los.

Vertrauen alle Akteure den Regulatoren zu stark?
Es ist auf jeden Fall falsch, zu denken, die Ursachen der Finanzkrisen lägen allein bei den Banken und indem man den Regulatoren die richtigen Instrumente in die Hand gebe, seien die Probleme gelöst.

Gibt es weitere Problembereiche?
Die riskanten Geschäfte verlagern sich bereits jetzt von den Banken zu anderen Finanzinstituten wie Hedgefonds oder Beteiligungsgesellschaften. Doch hier fehlt jegliche Regulierung.

Die Schweiz hat zwei Grossbanken, deren Bilanzsumme mehrfach so gross ist wie das Bruttoinlandprodukt des Landes. Was empfehlen Sie der Schweiz?
Mit den zwei Grossbanken hat die Schweiz ein echtes Problem. So, wie es wohl nur Island kannte. Doch ich habe keine Wunderlösung. Denn jeder Eingriff verursacht Kosten wie den Verlust von Arbeitsplätzen. Für die Schweiz ist es entscheidend, dass sie eine strengere Bankenregulierung hat als andere Länder.

Wäre eine Aufteilung in mehrere kleinere Banken eine Lösung?
Nicht unbedingt. Es nützt nicht viel, wenn die Banken kleiner, dafür aber schlechter geführt sind.

Und eine gesetzlich verordnete Verkleinerung der Banken?
Grossbritannien geht diesen Weg. Aber ich weiss nicht, ob dies wirklich der beste Weg ist. Aber eines steht für mich fest: Bei der Regulierung muss die Schweiz absolut führend sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.01.2012, 19:50 Uhr

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Recommend our website No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

39 Kommentare

Andreas Moser

01.02.2012, 13:11 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Oekonomen rechnet doch mal die Zins- und Zinseszinsrechnung nach! Eine Schuldenkrise kann nicht gelöst werden, indem man noch weitere Schulden und damit Guthaben aus dem Nichts generier! Zudem wurden die Zinsen nie im System geschöpft - man kann sie nur jemandem wegnehmen! Neue Geldsysteme brauchen die Länder - die Staaten (nicht Banken) sollen selber Geld schöpfen und ohne Zinsen! Antworten


Hans Gerber

30.01.2012, 17:18 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Seit über Jahren wird nur geredet und nichts gemacht. Keine Lösung für das to big to fail-Problem und schon gar keine bei der Bankenregulierung. Grund: Banker und bürgelichen Politiker wollen das so, weiter Kohle scheffeln und wenns schief geht, werden die dummen Steuerzahler halt einspringen... Antworten


erich schweizer

29.01.2012, 19:12 Uhr
Melden 8 Empfehlung

klar ist europa reich genug um den euro zu retten. es gibt aber nur einen weg und der wird schmerzlich für die superreichen. es gibt genug multimillionäre in europa, nur werden sie zuwenig besteuert. langsam setzt sich aber auch in dieser schicht die erkenntnis durch dass es immer noch besser ist einen teil abzugeben als dass eventuell das ganze geld und finanzsystem zusammenbricht. Antworten


Katia Lanz

29.01.2012, 11:34 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Europa muss auch dem Menschen dienen und nicht nur den Interessen der Wirtschaft! Aber so ist das nunmal, vom netten Diener entwickelt sich das Geld oft zum gnadenlosen Herrn. Es kann doch nicht sein, das wir auf dem Altar des Euro das Wohlergehen von Millionen von Menschen opfern. Was Rajan hier erzählt, ist unmenschlich und diktatorisch. Antworten


Katia Lanz

29.01.2012, 11:25 Uhr
Melden 12 Empfehlung

"Aber das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen." Soll also heissen: Fehler können wir nicht korrigieren. Zum 3. Reich hätte man das auch so sagen können: Es ist jetzt eine Tatsache, das lässt sich leider nicht ändern. Die grossen Verlierer in der EU: Wir, die Kleinen. Denn: Die Globalisierung, die Wirtschaftsdiktatur ist ja eine Naturgewalt, da kann man nichts machen. Wirklich? Antworten


Alain Burky

29.01.2012, 10:23 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Der ehemalige IWF-Chefökonom hat keine andere Loesung,
als dass sich der "reiche" Norden dem "armen" Sueden anpassen muss.
Also, auch keine Loesung.
Antworten


Carlo Müller

29.01.2012, 09:39 Uhr
Melden 23 Empfehlung

Erschreckend viele Platitüden für ein Interview mit einer angeblichen Koryphäe.
Bezügl. Grossbanken gibt es aber eigentlich nur einen Lösungsansatz: Aufspaltung in mehrere Auslands- und Inlandsteile. Es darf keine Bank mehr so gross sein, dass man sie im Notfall nicht in Konkurs schicken kann - und zwar ohne dass der Steuerzahler für die Fehlleistungen der Bankster aufkommen muss.
Antworten


roger muehlemann

30.01.2012, 03:00 Uhr
Melden

Die Aufteilung würde dem Vorschlag der SVP und den Grünen entsprechen. Beim aktuellen Polit-Trend wird dieser Vorschlag also die nächsten 4 Jahre kaum umgesetzt. Man müsste Herrn Blocher überreden dass er sich für Grossbanken einsetzt, dann gings schnell ..


Stefan Meier

29.01.2012, 10:48 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Eine Aufteilung in mehrere kleinere, unabhängige Banken hätte noch einen weiteren Vorteil: es würden neue Arbeitsplätze geschaffen.


Markus Reichmuth

29.01.2012, 09:25 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Für mich gehören Herr Rajan´s Ansichten zu den realistischsten unter denen, welche ich von all den Auguren zur internationalen Finanzkrise bisher gelesen hab. Antworten


Stefan Jost

29.01.2012, 08:52 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Die Beamtenlöhne um 20% senken hebt die Wettbewerbsfähigkeit um 0%. Aber bei der Wettbewerbsfähigkeit liegt das Problem, Griechenland hat 20 Jahre lang erheblich mehr importiert (konsumiert) als exportiert. Das Loch wurde gestopft mit Verschuldung und EU-Geldgeschenken. In dieses Loch muss weiterhin Geld geworfen werden, so lange die Leistungsbilanz nicht ausgelichen ist! Antworten


maja naef

29.01.2012, 08:09 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Deutschland steht schon in der Pflicht am meisten für die Rettung des Euros zu tun, denn Deutschland wollte auf Biegen und Brechen den Euro einführen. Die sind ja noch stolz auf diese Tat. Antworten


Andreas Muesel

29.01.2012, 12:37 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Frau Naef, ihr blanker Populismus in Kombination mit völliger Ahnungslosigkeit ist erschreckend.


Bianka Lichtenberger

29.01.2012, 12:36 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Liebe Frau Naef,
ich empfehle ein Buch über Wirtschaftsgeschichte oder doch etwas mehr Zurückhaltung bei öffentlichen Kommentaren. Unwissenheit in der Öffentlichkeit, und wenn nur in einem Blog, ist schon eine dümmliche Anmassung und Zumutung für andere.


Beat Zugger

29.01.2012, 12:02 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Nicht schlecht, aber falsch! Mit Ihrer Phantasie sollten Sie unbedingt Geld verdienen! D wurde unter anderem von F gezwungen die DM aufzugeben. Ansonsten hätte F nicht für die Wiedervereinigung gestimmt. Zuerst durften die D für den Wiederaufbau in Ostdeutschland löhnen, jetzt haben sie Erfahrung und drüfen diese bei der Rettung der PIGGS + F +GB nochmals anwenden. Viel Spaß!


Heinrich Baur

29.01.2012, 11:39 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Wie kommen Sie den zu dieser Behauptung? Hatte Frankreich ihrer Meinung also ein geringeres Interesse? Und was war mit NED, FIN, LUX et al.? Und eine letzte Frage, wollen sie über Eurobonds und sonstige Transfervehikel einen noch weicheren Euro? Die SNB und die Schweizer Exportwirtschaft werden sich bedanken.


Urs Huggentobler

29.01.2012, 11:13 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Das stimmt nicht. Es waren einige wenige Politiker, die den Euro wollten. Das Volk wurde nie gefragt. Ich kenne in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis niemanden (!), der den Euro wollte oder heute will.


Marie Huysman

29.01.2012, 10:33 Uhr
Melden 14 Empfehlung

So ein Quatsch, Deutschland musste am meisten überzeugt werden, seine starke DM aufzugeben. Es waren die anderen, allen voran die Franzosen, die hofften, mit dem Euro an der deutschen Wirtschaftskraft teilzuhaben.


Roger Pellaux

29.01.2012, 10:23 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Komisch, vor einigen Wochen stand hier noch, dass die Deutschen der Einführung des EURO als Preis der Wiedervereinigung zustimmen mussten. Aber Frau Naef ist da wohl besser informiert.


Alexander Dominguez

29.01.2012, 06:55 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Ich würde schon sagen, das Europa reich genug ist. Das Problem ist nur, dass die obersten 5% der Einkommenspyramide keine gerechten Steuern zahlen. Wenn sie das müssten, wäre jeder Staatshaushalt sanierbar. Den Euro muss man aber gar nicht retten, da er eh ein Fehlkonstrukt von abgehobenen Eurokraten ist. Die würden im Leben nie zugeben, dass sie sich getäuscht haben. Es wird weitergewurstelt ! Antworten


Roland Strauss

29.01.2012, 05:15 Uhr
Melden 44 Empfehlung

Woher soll er 'reiche' Norden das Geld nehmen? Vom Mittelstand? Der ist gerade am Verschwinden. Von den Reichen? Bei den ersten Anzeichen einern höherer Besteuerung fliehen die ins nächste Steuerparadies. Bez.Rettungsschirm: Man kann Schulden nicht mit noch mehr Schulden begleichen. Antworten


Bernd Rickert

29.01.2012, 15:52 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Vielleicht ist es besser, wenn diese 5% ins nächste Steuerparadies verschwinden als dass sie trotz hoher Steuern massiv Geld aus der Wirtschaft saugen.
Einkommensschere und Vermögensverteilung sprechen da ihre eigene Sprache. Das Glas für diese Personengruppe ist doch längst voll. Alles was darüber hinaus geht, schadet der Volkswirtschaft.


Peter Kaegi

29.01.2012, 03:15 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Alle schreiben vom Rettungsschirm für den Euro. Ein Schirm wäre richtig, wenn der Euro vom Himmel fallen würde. Er wird aber nur in riesen Auflagen immer wieder nachgedruckt, daher sollte es richtigerweise "Giesskanne" heissen. Antworten


Walter Hermann Fröhlich-Gantenbein

29.01.2012, 00:24 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Der EURO kann nur gerettet werden, wenn das Leistungsprinzip und die echte Wertschöpfung wieder vermehr gefördert wird. Mit mehr Verwaltung und mehr Administration werden keine Mehrwerte geschaffen, auch nicht mit der Verlängerung der Schulden-Rückzahlungspflicht, wird das Problem mit dem EURO nur aufgeschoben. Merhrwert und wirksamen Schuldenabbau findet nachhaltig nur in der Produktion statt. Antworten


Roman Günter

01.02.2012, 01:29 Uhr
Melden

Herr Fröhlich-Gantenbein, Sie finden also, dass die Herstellung von Badequietschentchen wirksam ist und Mehrwert schafft, hingegen die Aufführung eines Konzertes nicht. Sehe ich das richtig? Verkehrsplanung, Ausbildung, Therapien, Finanzierung, Polizei, Feuerwehr, Sanität, das alles schafft keinen Mehrwert? Sind Sie da sicher?


Josef Nemecek

29.01.2012, 03:45 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Das hören die Globalisierer gar nicht gern. So lange die grösste Wertschöpfung von Sklaven in China, Vietnam, Burma (etc.) erbracht wird und die Ware auf dem billigsten Weg in den Westen geschafft wird, können wir Dienstleister und Finanzjongleure nur davon träumen. Ich frage mich, was man mit all den Ökonomen hier machen soll, wo doch Ingenieure und Arbeiter fehlen...


Linus Huber

28.01.2012, 21:57 Uhr
Melden 43 Empfehlung

Das größte Problem spricht dieser Mann nicht an, nämlich die ankerlose Geldpolitik der Zentralbanken, welche die Spekulation fördert zulasten des einfachen Sparers und die Blase der Staatsschulden (nach der Hypotheken-Blase) produzierte indem sie ebenfalls die Verhinderung der nötigen Abschreibungen von Fehlinvestitionen verhinderte um deren Kosten schrittweise der Allgemeinheit unterzujubeln. Antworten


Norbert Sachs

28.01.2012, 23:01 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Die Lösung ist, das es keine Lösung gibt! Schulden zu WELT-GDP 350%, in den 30er Jahren waren es 200irgendwas%. Wir Schweizer kommen da schon durch? UBS und CS sind mit weit über 500% des schweizerischen GDP mit Aktivposten (Assets) exponiert. Die Nationalbank mach mit ihrer Euro/CHF Grenze ein quantitative easing, Problem verschoben, aber nicht gelöst, nicht lösbar. Der Sturm kommt, sicher.


Martin Cesna

28.01.2012, 21:29 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Ad Griechenland: Es gibt Gegenden, die von aussen subventioniert werden müssen. Hier in der Schweiz sind das die Alpenkantone, da sie schon gar nicht mal ihre eigene Infrastruktur bezahlen können. Uri wäre sofort bankrott und auch Graubünden würde am Schneeräumen verarmen.
Vielleicht ist für Griechenland auch so etwas fällig wie die Adoption durch einen grösseren Staat.
Wer könnte?
Antworten


Josef Nemecek

29.01.2012, 03:37 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Spontan fallen mir die Türkei und Mazedonien ein...
Früher wären Länder wie Griechenland als Mitgift bei Königshochzeiten mitgegeben worden, oder wurden durch andere Länder vereinnahmt. Heute in den Zeiten fester Grenzen und Strukturen geht das nicht so einfach.


Hans Reuter

28.01.2012, 20:45 Uhr
Melden 56 Empfehlung

Europa ist reich genug? Europa ist überhaupt nicht reich, weil es kein Geld hat. Wenn es Geld gibt stammt dies aus den Steuereinnahmen der einzelnen Staaten. Und jeder Euro den ein Saat für "Rettungen" ausgibt fehlt ihm selbst zur Förderung seiner eigenen Strukturen. Und was Griechenland betrifft ist es ja gerade die Währung welche eine Wettbewerbsfähigkeit verhindert. Antworten


Edi Kuster

29.01.2012, 13:11 Uhr
Melden 3 Empfehlung

@Hartmann: Oder wier machen es wie die USA. Die Pflicht eine Steuererklärung ausfüllen und Steuern zu bezahlen wird zusätzlich an die Staatsbürgerschaft geknüpft, unabhängig davon wo man wohnt oder wo das Geld "geparkt" ist - Wieviele solcher Superreichen würden freiwillig auf eine CH oder EU Staatsbürgerschaft verzichten?


Beat Hartmann

28.01.2012, 22:01 Uhr
Melden 9 Empfehlung

@ Hans Ernst: Betroffen von einer Erhöhung der Erbschaftssteuer wären wohl nicht die wirklich Reichen, sondern der Mittelstand. Den wirklich Reichen ist es problemlos möglich, ihre steuerlichen Anknüpfungspunkte steueroptimiert zu wählen. Gangbar wäre der Weg über die Erbschaftssteuer nur, wenn sie global eingeführt würde, so dass eine entsprechende Steueroptimierung nicht mehr realistisch wäre.


Hans Ernst

28.01.2012, 21:32 Uhr
Melden 57 Empfehlung

Geld wäre schon da, nur liegt es am falschen Ort. Dieses häuft sich bei ein paar Reichen als Milliarden immer mehr an und die wissen nicht mal mehr was damit kaufen.
Man müsste halt die Steuern erhöhen. Insbesondere und am wenigsten wachstumsschädigend kann man dies bei der Erbschaftssteuer tun. Dort kann man die sinnlose, immer stärkere Kumulierung der Vermögen bei ein paar Wenigen brechen.


Peter Bieler

28.01.2012, 21:03 Uhr
Melden 49 Empfehlung

EUROPA IST REICH GENUG! Wenn ich sehe, wer wann wohin und wie oft in die Ferien fährt und wer sch alles irgendetwas leistet, obwohl er scheinbar nichts hat, sind wir alle mehr als nur steinreich!
SPAREN ist das Zaberwort. Aber das hat man irgendwann aus dem Duden gestrichen. Dort steht jetzt: LEASING und LEBEN AUF PUMP.
Schade, nicht?


roger muehlemann

28.01.2012, 20:35 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Europas Bürger sind reich genug, um den Euro zu retten .. wär ehrlicher ! Ob sie auf Dauer auch weiter willig sind wird sich noch weisen. Antworten


eugen bissegger

28.01.2012, 20:14 Uhr
Melden 62 Empfehlung

«Europa ist reich genug, um den Euro zu retten» Klar, man kann dem EU-Volk auch noch die Sparguthaben rauben, bis das EU-Volk völlig enteignet ist. Ich glaub, die Kriminellen müssen endlich gestoppt werden! Antworten


Dora Jegenstorfer

28.01.2012, 20:07 Uhr
Melden 33 Empfehlung

Dieser Herr muss ja als ehemaliger Chefökonom des IWF optimistisch sein, dass der Euro es schafft. Leider macht er einen Uberlegungsfehler. Wenn die Nordstaaten Schulden des Süden übernehmen steigen auch deren Zinssätze und sinken die Bewertungen, und die Bevölkerung wird da nicht mehr mitmachen und die Elite früher oder später austauschen. Der Euro hängt nur noch an den Marktmanipulationen. Antworten


Josef Nemecek

29.01.2012, 03:42 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Der ehemalige Chefökonom des IWF denkt wie ein Chefökonom des IWF: In Papiergeld, Hebelungen, Garantien, und den schlauen Begriffen der Wirtschafts-Nobelpreisträger. Dass so etwas nicht sinnvoll und zielbringend ist versteht sich von selbst. Noch ein paar Monate, dann dürfen alle diese Clowns auf der Strasse von Allen laut ausgelacht werden.



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz