Fast sechs von zehn Pensionskassen mit Unterdeckung

Aktualisiert am 06.04.2009

Gemäss Berechnungen des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) haben zwei Drittel von ihnen einen Deckungsgrad zwischen 100 und 90 Prozent, ein Drittel liegt unter 90 Prozent.

Dieses Ergebnis, das sich auf Daten von rund 1900 Vorsorgeeinrichtungen stützt, ist etwas weniger dramatisch als dasjenige des Kantonalbanken-Kompetenzzentrums Swisscanto vom vergangenen Februar, das in einer Umfrage bei 76 Prozent der Pensionskassen eine Unterdeckung ermittelt hatte.

Trotzdem betont das BSV die Notwendigkeit von Sanierungsmassnahmen. Angesichts der gegenwärtigen unsicheren Situation sei es unzulässig, nur auf eine Erholung der Finanzmärkte zu hoffen, heisst es. Es sei möglich, das sich die Situation noch weiter verschlechtere und es dann deutlich schwieriger werde, die Lücke wieder zu schliessen. «Spätere Sanierungsmassnahmen wären dann schmerzvoller als heute», schreibt das BSV. Zudem fordert das Bundesamt, die Senkung des für die Höhe der Renten massgeblichen Mindestumwandlungssatzes nicht zu verzögern. Der hohe Umwandlungssatz von aktuell 7,05 Prozent für die Männer und 7,00 Prozent für die Frauen erfordere eine hohe Kapitalrendite und stelle für die Pensionskassen und ihre Versicherten deshalb eine ernsthafte Gefahr dar.

Referendum ergriffen

Gegen die im vergangenen Dezember vom Parlament beschlossene Senkung des Umwandlungssatzes sammeln Linke und Gewerkschaften derzeit Unterschriften. Bis am 16. April müssen 50'000 Unterschriften vorliegen, damit das Referendum zustande kommt. (mbr/ap/sda)

Erstellt: 06.04.2009, 10:52 Uhr

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