Wirtschaft

Gentechnik lohnt sich für Schweizer Bauern nicht

Aktualisiert am 16.05.2011 20 Kommentare

Mit dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wären mehrere Zusatzkosten verbunden, besagt eine neue Studie. Sie stellt die Wirtschaftlichkeit der Gentechnik infrage.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen würde gemäss einer Studie grossen Aufwand mit sich bringen: Student der Universität Zürich setzt genetisch mutierte Pflanzen.

Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen würde gemäss einer Studie grossen Aufwand mit sich bringen: Student der Universität Zürich setzt genetisch mutierte Pflanzen.
Bild: Keystone

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Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen würde den Schweizer Bauern keine sehr grossen finanziellen Vorteile bringen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART).

Bis Ende 2013 gilt in der Schweiz das Gentech-Moratorium, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verbietet. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» (NFP 59) haben Forscher der ART nun untersucht, ob sich der Anbau solcher Pflanzen wirtschaftlich überhaupt lohnen würde.

Das Team um Gregor Albisser Vögeli zog dabei auf der einen Seite den Zusatzaufwand für den Gentech-Anbau in Betracht: Sollten Gentech-Pflanzen nämlich nach dem Ablauf des Moratoriums zum Anbau freigegeben werden, müsste dafür gesorgt werden, dass sie sich nicht mit konventionellen Kulturpflanzen vermischen.

Grössere Sicherheitsabstände

Das kostet, wie die ART mitteilte: Bauern müssten zum Beispiel Sicherheitsabstände anlegen zwischen Gentech-Parzellen und konventionellen Äckern. Sie müssten ihre Maschinen häufiger reinigen und beim Transport verhindern, dass sich gentechnisch verändertes Erntegut mit konventionellen Produkten vermischen.

Diesen Zusatzkosten gegenüber stehen ein grösserer Ertrag mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Einsparungen, zum Beispiel bei den Pflanzenschutzmitteln. Das ART-Team um Gregor Albisser Vögeli machte diese Kosten-Nutzen-Rechnung für fünf verschiedene gentechnisch veränderte Kulturen.

Es ergab sich ein uneinheitliches Bild: Vorteile bringen würden Herbizid-resistente Gentech-Kulturen. Solche Pflanzen vertragen ein bestimmtes, gegen viele Pflanzen wirksames Unkrautvertilgungsmittel wie Roundup. Dadurch vereinfacht sich die Unkrautbekämpfung für den Landwirt.

Gesetzliche Auflagen

Laut der Berechnung bringt herbizid-resistenter Mais einen Mehrertrag von 158 Franken pro Hektar, Raps 599 Franken und Zuckerrüben 640 Franken. Insekten-resistenter Körnermais dagegen schneidet um 209 Franken pro Hektar schlechter ab als konventioneller Mais, Pilz-resistenter Weizen um 86 Franken schlechter.

Die Berechnungen gelten laut der ART für einen mittelgrossen Bauernbetrieb von 25 Hektaren und für mässige gesetzliche Auflagen. Würde zum Beispiel der vorgeschriebene Abstand zu benachbarten konventionell bewirtschafteten Feldern vergrössert, würden die Kosten höher. Bei restriktiven Auflagen wäre der Anbau denn auch nicht mehr rentabel.

Laut den Forschern lassen die Ergebnisse darauf schliessen, dass die Wirtschaftlichkeit ein relativ kleiner Anreiz für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wäre. Ob sich ein Bauer für oder gegen Gentech entscheidet, würde eher von anderen Faktoren abhängen - etwa von der Akzeptanz der Konsumenten oder vom Entscheid des Nachbarbetriebs. (miw/sda)

Erstellt: 16.05.2011, 11:31 Uhr

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20 Kommentare

Parvaneh Ferhadi

16.05.2011, 12:35 Uhr
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Nicht nur die Kosten, auch die Gefährlichkeit wird unterschätzt. So führt Monsantos Roundup Unkrautvertilger nicht nur zum Tod von Kulturen die nicht Roundup-Read (d.h. von Monsanto) sind, sondern steht auch im Verdacht, Gesundheitsschäden von Missbildungen bis zur Unfruchtbarkeit zu verursachen. Antworten


Roman Rebitz

16.05.2011, 13:29 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Dazu kommt der Druck bzw. die Abhängigkeit von Monsanto, Syngenta usw.. Zustände wie in den USA sind keinesfalls wünschenswert, siehe Dokumentarfilm "Food Inc." Antworten



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