Wirtschaft
«Gewisse Unternehmen müssen Strategien fahren, die wehtun»
Aktualisiert am 09.06.2011 3 Kommentare
Die BIP-Prognosen im Überblick
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BIP-Prognose
Quelle: sda
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Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse erwartet für 2011 und 2012 ein Wirtschaftswachstum von 2,1 respektive 1,7 Prozent. Damit flacht die Dynamik merklich ab. Der starke Franken zwingt insbesondere die Exportindustrie, neue Lösungen zu suchen.
Auf den ersten Blick scheint alles bestens: Die Warenexporte sind in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr real um 11,4 Prozent angestiegen.
Noch kein Einbruch
Dass der Schweizer Warenexport trotz Frankenstärke keinen Einbruch erlitten hat, führt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, auf ausgereifte multinationale Strategien vieler Unternehmen zurück. «Auch mittlere Unternehmen können das Wachstum dort mitnehmen, wo es anfällt», sagte Minsch.
So wird der asiatische Markt für die Schweiz immer wichtiger: Die Warenexporte der Schweizer Wirtschaft nach Asien haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent erhöht und machen aktuell bereits 21,1 Prozent aller Exporte aus. Auch Ausfuhren in dynamische Volkswirtschaften wie Deutschland, Holland oder Neuseeland entwickelten sich positiv.
Deindustrialisierung schreitet fort
Doch: «Gewisse Exportunternehmen müssen wegen dem starken Franken Strategien fahren, die wehtun», sagt Minsch. Er nennt etwa Kostensenkungen durch Rationalisierungen oder Margenkürzungen. Längerfristig führe der starke Franken gar wieder zu einer Deindustrialisierung der Schweiz.
Gewisse Industriebranchen – etwa die Metall- oder die Papierindustrie – seien gezwungen, wertschöpfungsarme Zweige auszulagern und vermehrt Vorleistungen aus dem Ausland zu beziehen. Der Standort Schweiz verliere zudem an Attraktivität für Neuinvestitionen. Dies beeinflusse die Kapazitäten in der Schweiz und habe schliesslich auch einen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum. Gemäss Economiesuisse wird sich dieses Problem bis 2013 noch weiter zuspitzen.
Binnenmarkt bleibt stabil
Der Binnenmarkt entwickelt sich nach Ansicht des Wirtschaftsdachverbands weiterhin stabil, wenn auch eine leichte Wachstumsverlangsamung zu erwarten sei. Treiber seien der Immobilienmarkt, die Bauwirtschaft sowie der Detailhandel. Aber auch das Gesundheitswesen unterstütze ein anhaltendes Wachstum.
Der Konsum der Privathaushalte wird sich in diesem Jahr nach Einschätzung von Economiesuisse nur leicht erhöhen. Bei mässigen Lohnerhöhungen würden steigende Abgaben das Einkommen reduzieren. Für 2012 prognostiziert Economiesuisse ein Wachstum des Konsums von einem Prozent.
Das Inflationsrisiko ist gemäss Economiesuisse trotz starker Binnenkonjunktur nach wie vor tief. Tiefere Importpreise würden den Preisauftrieb dämpfen und die Kaufkraft der Schweizer Bevölkerung erhöhen. Economiesuisse geht davon aus, dass sich die Teuerung 2012 um rund 1,2 Prozent erhöht.
Aussichten für 2013
Die weiteren Aussichten nach 2013 seien von einigen möglichen «Abwärtsrisiken» geprägt, die eine Verschlechterung der konjunkturellen Lage zur Folge hätten. Diese seien ein Wachstumseinbruch in den Schwellenländern, eine Akzentuierung der Euro-Krise und kurzfristige Versorgungsengpässe bei den Rohstoffen.
Allerdings gebe es auch «Aufwärtsrisiken», hält Economiesuisse fest. Diese seien ein stärkeres Wachstum in den USA, eine Überhitzung des Immobilienmarktes in der Schweiz und eine Abschwächung des Frankens. (kpn/sda)
Erstellt: 09.06.2011, 14:16 Uhr
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3 Kommentare
Der Leiter von Economisuisse heisst bekanntlich Gerold Bührer. von diesem Herren kann niemand etwas
erwarten. Einen Tag bevor die UBS faktisch bankrott ging hat dieser feine Herr in Leitartikeln verschiederner renomierten CH Zeitungen berichtet, wie gut die beste Bank der Welt aufgestellt, geführt und sie im Finanz
debakel nicht in den Abgrund gezogen wird... Bravo Gerold voll daneben...
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Wenn man wissen will, wie sich die Wirtschaft wirklich verhält, muss man nur nach Lastwagen von Transportfirmen Ausschau halten, welche im Vergleich zu früher eher spährlich unterwegs sind.Dies heisst für mich,dass weniger zu transportierende Ware ein- oder verkauft wird. Dies könnte man auch als Indikator verwenden! Diese Transportfirmen,welche ich meine, sind in Basel und Umgebung domiziliert! Antworten
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