Wirtschaft
Griechenlands Zinskosten explodieren
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 27.04.2010
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Die Verschuldungslage in Griechenland verschlimmert sich täglich weiter. Innert eines Tages sind die Zinskosten für die in Anleihen verbrieften Schulden mit einer Laufzeit von zwei Jahren um 3 Prozent auf 13,5 Prozent angestiegen. Noch Ende März lag der Zinssatz für diese Verschuldung bei 5,2 Prozent. Damit hat sich der Zinssatz seither mehr als verdoppelt.
Wie dramatisch hoch der Zinssatz ist, zeigt auch ein Vergleich zu anderen Ländern. Der entsprechende Satz für die gleiche Zeitdauer der Staatsschuld liegt in der Schweiz bei einem halben Prozent und in Deutschland bei knapp einem Prozent. Die hohen Zinsen machen griechische Staatsanleihen für Anleger allerdings nicht zu interessanten Investitionen. Wer schon bei Sätzen von 10 Prozent an ein Schnäppchen geglaubt hat, musste bereits heftige Verluste verbuchen. Denn höhere Zinssätze sind nur die andere Seite von sinkenden Kursen der Anleihen.
«Haircut» für die Investoren
Kommt dazu, dass immer mehr auch ein sogenannter «Haircut» für die Investoren in griechische Anleihen diskutiert wird. Das bedeutet, dass sich die Besitzer der Anleihen – vor allem Banken – einen Teil des Nominalwerts ans Bein streichen müssen. Damit soll verhindert werden, dass nicht nur die Steuerzahler der westeuropäischen Länder mit dem Hilfspaket für Griechenland Risiken eingehen.
Eine Besonderheit der Zinssätze der griechischen Staatsanleihen ist, dass sie für längere Fristen tiefer liegen als für kürzere. Für 30-jährige Anleihen muss Griechenland bloss etwa 7,4 Prozent bezahlen, für einjährige rund 12 Prozent. Gewöhnlich und bei praktisch allen Anleihen anderer Länder ist die Lage umgekehrt. Denn Investoren müssen ansonsten umso höher entschädigt werden, je länger sie ihr Geld in solche Anleihen binden.
Diese Irregularität bedeutet, dass auf den Märkten damit gerechnet wird, dass in Griechenland vor allem in der nächsten Zeit – in den nächsten ein bis zwei Jahren – die grössten Gefahren drohen, bis zu einem Staatsbankrott. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.04.2010, 11:10 Uhr
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