Harte Zeiten

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 01.12.2009 5 Kommentare

Auf den Märkten wird auf einen weiter steigenden Frankenkurs gewettet. Vieles spricht für ein solches Szenario.

Gegen den Willen der Nationalbank ist keine weitere Aufwertung vorstellbar: Der Dollar kostet nur noch einen Franken.

Gegen den Willen der Nationalbank ist keine weitere Aufwertung vorstellbar: Der Dollar kostet nur noch einen Franken.
Bild: Keystone

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Letzte Woche war der Franken erstmals seit März 2008 wieder mehr Wert als der Dollar. Die Frage ist jetzt, ob die Schweizer Währung noch weiter zulegt. Wäre allein der Aussenhandel für die Preisentwicklung von Währungen ausschlaggebend, müsste sich der Franken weiter aufwerten, denn wenn die Schweiz mehr ins Ausland verkauft als sie von da bezieht, ist die Nachfrage nach Schweizer Franken aus dem Ausland grösser als jene nach ausländischen Währungen durch die Schweizer Wirtschaft.

Wie die OECD in ihrem neuesten Wirtschaftsausblick ausweist, hat ausser dem Gas- und Ölexporteur Norwegen keines der 30 Mitgliedsländer im Verhältnis zum eigenen Bruttoinlandprodukt einen derart hohen Zahlungsbilanzüberschuss gegenüber dem Ausland wie die Schweiz. Laut OECD wird das auch für die kommenden Jahre so bleiben, der Überschuss soll sogar zunehmen.

Die Märkte wetten auf eine Frankenaufwertung

Für einen weiter steigenden Franken spricht auch die relative Kaufkraft der Währung. Gemäss einer Analyse der Agentur «Bloomberg» ist der Franken gegenüber dem Euro 4,6 Prozent unterbewertet. Das bedeutet, dass beim geltenden Währungsverhältnis die Schweizer Produkte billiger zu haben sind, als jene aus dem Euroraum. Sie müssten daher vermehrt gekauft werden, was die Nachfrage nach Franken stimulieren sollte und damit auch dessen Wert. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Währungen zumindest kurzfristig kaum von Handelsströmen und Kaufkraftunterschieden getrieben werden. Unter Analysten herrscht deshalb trotz dieser Fundamentaldaten keine Einigkeit zum weiteren Kursverlauf.

Von einer weiteren Aufwertung gehen die Märkte trotzdem sehr deutlich aus. Das lässt sich aus Derivaten auf Währungen herauslesen. Am 10. November setzten 25'333 Finanzkontrakte auf einen Anstieg des Frankens, das sind zehnmal mehr als jene, die auf ein Sinken der Schweizer Frankens gesetzt wurden. Laut «Bloomberg» hat sich eine derartig klare Positionierung des Marktes seit dem Dezember 2004 nicht mehr gezeigt. Viele Analysten beeindruckt allerdings auch das nicht. Immerhin hat der Schweizer Franken im Jahr 2005 gegenüber dem Euro und dem Dollar an Wert verloren – trotz den Ende 2004 dominierenden Wetten, die auf einen Wertzuwachs setzen.

Gegen den Willen der Nationalbank läuft nichts

Entscheidend bleibt letztlich, was die Schweizerische Nationalbank SNB (SNBN 1089 2.06%) tut: Gegenüber dem Euro hätte sich der Franken bereits aufgewertet, wenn die Notenbank nicht bereits mehrmals aktiv durch Frankenverkäufe Gegensteuer gegeben hätte. Die SNB hat das Verhindern einer Frankenaufwertung offiziell zu einem von mehreren Zielen ihrer aktuellen Geldpolitik erkoren. Damit will sie der ohnehin leidenden Exportindustrie helfen und eine Deflation – eine negative Teuerung – verhindern. Doch die SNB sagt nicht, wo sie die Schmerzgrenze für eine Aufwertung sieht. Gemessen an ihren bisherigen Aktionen, scheint sie keine Aufwertung des Frankens zu dulden, der den Preis des Euro unter 1,50 Franken treibt.

Bisher hat die SNB nur den Franken-Euro-Kurs manipuliert. Händler berichten allerdings, dass die SNB nach dem Fall des Dollars unter die 1-Franken-Marke nun auch dieses Währungsverhältnis aktiv beeinflusst hat und den Franken zurück auf den Paritätskurs zum Dollar gehoben hat. Bleibt die Nationalbank bei ihrer Linie, aktiv in die Währungsmärkte einzugreifen, ist nicht erkennbar, wie sich der Franken gegenüber dem Euro oder dem Dollar aufwerten könnte – selbst wenn von den ökonomischen Gegebenheiten vieles für einen stärkeren Franken sprechen würde.

Die Analysten, die an einen weiteren Aufwärtstrieb des Frankens glauben, sind überzeugt, dass die Nationalbank ihre Politik ohnehin bald ändern muss. Die Schweiz sei von der Krise weniger hart betroffen als andere Industrieländer, argumentieren sie. Das bedeute, dass die Nationalbank früher als andere die geschaffene Geldschwemme wieder neutralisieren müsse. In diesem Fall würde sie die Zinsen vor anderen Zentralbanken wieder erhöhen und Frankenverkäufe eindämmen. Beides würde den Kurs des Frankens stärken. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.12.2009, 12:29 Uhr

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5 Kommentare

Christian Wiedmer

01.12.2009, 13:01 Uhr
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Höchste Zeit für die Schweiz, den Goldstandard wieder einzuführen, um sich vor den Lumpenwährungen Dollar und Euro zu schützen. Leider hat die Schweiz in den letzten Jahren zu viel Gold (zu Spottpreisen) verhökert. Antworten


Albrecht Marco

01.12.2009, 16:07 Uhr
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Christian Wiedmer.71% des Ch Volksgoldes lag in den USA. Die haben es über 50 mal ausgeliehen, so dass die CH es nicht mehr zurückfordern konnte. Der Gewinn floss in ein (kleines) Land süd-östl. vom Mittelmeer.Denken Sie einmal nach was verhökert heisst. Vom Goldverkauf gingen 1,1 Miliarden an den Kanton Wallis.Von dort 950 Milionen an die Lehrer und Staatsangestellten Pensionskasse. Antworten



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