Wirtschaft

Hier entsteht die nächste Immobilienblase

Aktualisiert am 30.05.2011 30 Kommentare

Ein neuer Immobilien-Index der UBS macht in der Schweiz mehrere Risikoregionen aus. Vor allem zwei Gebiete sind betroffen.

Vor allem die Genferseeregion und der Raum Zürich sind betroffen.(Quelle UBS)

Vor allem die Genferseeregion und der Raum Zürich sind betroffen.(Quelle UBS)

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Der Schweizer Wohnimmobilienmarkt boomt. Er befindet sich laut einem neu lancierten Index der Grossbank UBS (UBSN 11.15 -0.89%) aber nicht in einer Blase. Allerdings gebe es Risikoregionen, insbesondere am Zürich- und am Genfersee.

Aktuell seien die Risiken für eine Immobilienblase in den Regionen Zürich, Genf und Lausanne am höchsten, teilte die UBS heute mit. Grössere Risiken bestünden auch in den Agglomerationsregionen Zug sowie am Zürichsee in den Regionen Pfannenstiel, March und Zimmerberg sowie am Genfersee in Vevey und Nyon.

Aufgeführt wird von den Experten der Bank auch Davos, wo die Immobilienpreise ebenfalls stark gestiegen sind. Speziell beobachtet wird in nächster Zeit der Immobilienmarkt im Limmattal, im Oberengadin und in Morges. In vielen Regionen hätten sich die Wohnimmobilienpreise in einem Jahrzehnt mehr als verdoppelt.

Landesweit erreicht der Index der UBS über Immobilienblasen einen Wert von 0,63 Punkten. Damit liegt er auf der Stufe «Boom». Diese Phase befindet sich zwar über «Baisse» und «Balance», aber unter «Risiko» und «Blase».

Sechs Komponenten

Den Index berechnet die UBS aus sechs Komponenten: Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisen, Verhältnis von Hauspreisen zum Haushaltseinkommen, Entwicklung von Hauspreisen zur Inflation, Verhältnis von Hypothekarverschuldung zum Einkommen, Verhältnis von Bautätigkeit zum Bruttoinlandprodukt sowie Anteil von UBS-Kunden gestellte Kreditanträge für Wohnrenditeliegenschaften.

Die UBS stuft den Markt ab einem Indexstand über 1 als riskant ein. Den Höchstwert von 2,5 Punkten erreichte der bis 1982 zurückgerechnete Index zu Beginn der 1990er-Jahre auf dem Höhepunkt der letzten schweizerischen Immobilienblase.

Damals brachte die zu grosszügige Hypothekenvergabe mehrere Regionalbanken an den Abgrund. Weltweit Schlagzeilen machte der Zusammenbruch der Spar- und Leihkasse Thun (SLT), bei der Kunden vor geschlossenen Schaltern vergebens ihre Spargelder abheben wollten.

Vorsicht geboten

Für die UBS-Experten ist heute mit Blick auf die starken Preissteigerungen bei Eigenheimen in der Schweiz Vorsicht geboten. Denn Immobilienblasen stellten ein substanzielles Risiko für Volkswirtschaften dar, wie die USA, Spanien, Irland und andere Länder in jüngster Vergangenheit erfahren mussten. Angetrieben wird der Schweizer Immobilienmarkt von seit Jahren sehr tiefen Zinsen und dem Bevölkerungswachstum im Zuge der Personenfreizügigkeit mit der EU.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat schon mehrfach vor einer Blase gewarnt. Sie verfolgt die Vergabepraxis der Banken aufmerksam, damit nicht an Kunden Hypotheken vergeben werden, die bei steigenden Zinsen ihre Raten nicht zahlen können.

Seit der Finanzkrise liegt der Leitzins der SNB auf Rekordtief. Die Normalisierung der Geldpolitik lässt auf sich warten: Viele Ökonomen rechnen nicht mehr damit, dass die SNB im Juni erstmals den Leitzins wieder erhöht. Denn damit dürfte sich der bereits rekordteure Franken gegenüber Euro und Dollar weiter aufwerten, was die auslandorientierte Wirtschaft weiter belasten würde. (kpn/sda)

Erstellt: 30.05.2011, 10:47 Uhr

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30 Kommentare

Jörg Müller

30.05.2011, 10:44 Uhr
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Endlich ist es amtlich, was eigentlich jeder normal denkender Mensch weiss: Die Immobilienpreise um Zürich, Genf, etc. sind künstlich hoch und irrational.
Aber was sind jetzt die Konsequenzen? Wahrscheinlich geht´s weiter wie bisher, denn solange die Blase nicht platzt, kann man hier gute Gewinne einfahren.
Man selber ist ja schlau genug, nur die Deppen tappen in die Blase, oder?
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Thomas Steffen

30.05.2011, 13:19 Uhr
Melden 22 Empfehlung

Man muss in der CH endlich anfangen in die Höhe zu bauen. Vorallem in den Städten wo die Nachfrage weit über dem Angebot liegt sollte man anfangen. Auch sollte der günstige Wohnungsbau gefördert werden. Im Hochbau gibt es genügend Potentzial um Einsparungen vorzunehmen was einen günstigen Wohnungsbau ermöglicht ohne das Renditeeinbussen in Kauf genommen werden müssen. Antworten



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