Wirtschaft

Höhenflug nach der Talfahrt

Noch nie haben die Rohstoffpreise nach einer Rezession so stark zugelegt wie 2009.

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Nachdem die Rohstoffnotierungen bereits im Laufe von 2009 massiv gestiegen sind, dürften sie in diesem Jahr einen weiteren, wenn auch moderaten Zuwachs verzeichnen. Im historischen Vergleich würden die Preise für Rohwaren wie Öl, Metalle und Agrarprodukte daher auf hohem Niveau verbleiben, hält der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem Ende Dezember veröffentlichten Ausblick fest.

Die Preisentwicklung bei Rohstoffen war im abgelaufenen Jahr höchst ungewöhnlich. Seit dem im Februar 2009 erreichten Tiefpunkt der globalen Industrieproduktion sind die Notierungen in den darauf folgenden acht Monaten im Schnitt um über 40 Prozent geklettert, wie dem IWF-Rohwarenindex zu entnehmen ist. Der Anstieg ist um so erstaunlicher, als die Lagerbestände an Rohstoffen bereits recht hoch waren. Nimmt man die vorangegangenen fünf Rezessionen zum Vergleich, so haben sich die Rohstoffpreise in der gleichen Achtmonatsperiode nach dem zyklischen Tiefpunkt laut IWF nur um durchschnittlich 5 Prozent erhöht.

Was sind die Gründe für die ausserordentliche Preishausse? Der IWF sieht ihren eigentlichen Auslöser im Anlegerverhalten. Als die Investoren ab Frühjahr 2009 zur Überzeugung gelangten, dass das Schlimmste der Krise überstanden sei und kein Zusammenbruch des Finanzsystems mehr drohe, begannen sie vermehrt in risikoreichere Anlageklassen zu investieren, darunter auch Rohstoffe und Rohstofffonds. Mit den sich zusehends verbessernden Wachstumsaussichten in den Schwellen- und Entwicklungsländern bekam die Preisdynamik im Laufe des letzten Jahres zusätzliche Kraft.

Ölpreis bei knapp 81 Dollar

Dabei gilt es in Erinnerung zu rufen, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer einen immer grösseren Anteil am weltweiten Rohstoffkonsum beanspruchen. Stieg ihr Kuchenstück beim Rohöl im Zeitraum von 1993 bis 2008 von 43,1 auf 51,8 Prozent, so verzeichneten sie bei Aluminium und Kupfer noch weitaus stärkere Verbrauchszuwächse, nämlich von 32,4 auf 59,2 Prozent respektive von 35,2 auf 61,7 Prozent. Beim Weizen dagegen ging der Anteil der sich entwickelnden Welt in besagter Zeit von 76,9 auf 70,7 Prozent zurück.

Bei einzelnen wichtigen Getreidesorten sanken die Preise in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder, vor allem dank guter Ernten. Öl und Metalle verzeichneten deutlich stärkere Preisanstiege als Agrarrohstoffe, wobei etwa bei Öl Produktionskürzungen des Förderkartells Opec eine Rolle spielten. Am Montag hat der Preis je Fass Öl (159 Liter) im Computerhandel auf knapp 81 Dollar zugelegt. Damit verdoppelte sich der Ölpreis innert Jahresfrist beinahe. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.01.2010, 04:00 Uhr

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