IWF-Chef: «Krise ist nicht vorbei, dieses Denken ist gefährlich»
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In zu vielen Köpfen sei die Krise schon vorbei, sagt Strauss-Kahn. «Dieses Denken ist gefährlich.» Die Arbeitslosigkeit werde mindestens ein Jahr lang weiter steigen, erklärte Strauss-Kahn im Interview mit dem Nachrichtenmagazin «Spiegel» (Vorabdruck). Mitte 2010 werde sie am höchsten sein.
«Der Finanzkrise folgt also nicht nur eine Wirtschafts-, sondern auch eine Sozialkrise, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat», sagte der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Er warnte deshalb davor, schon jetzt aus den weltweiten Programmen zur Stützung von Konjunktur und Banken auszusteigen.
Die Staats- und Regierungschefs der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer (G20) beraten in knapp zwei Wochen im amerikanischen Pittsburgh über Ausstiegsszenarien für die Hilfsprogramme.
Aufschwung nicht abwürgen
Die Lehman-Pleite am 15. September 2008 hatte in der Finanzwelt einen Flächenbrand und hektische Rettungsaktionen von Notenbanken und Regierungen auf der ganzen Welt ausgelöst.
So hatten die Zentralbanken zur Konjunkturstützung die Leitzinsen auf historische Tiefstände gesenkt und die Wirtschaft mit billigen Krediten geflutet.
Strauss-Kahn sagte, es bestehe kein Zweifel, dass diese Liquidität wieder abgezogen werden müsse: «Wahrscheinlich wird eine Kombination aus steigenden Zinsen und einem Ende der direkten Einriffe der Notenbanken nötig sein.»
Die Gefahr, dass die Nachfrage durch steigende Zinsen zu früh abgewürgt werde, bewerte er aber derzeit höher als die Inflationsgefahr, die von dem billigen Geld ausgehe. (bru/sda/)
Erstellt: 12.09.2009, 14:40 Uhr
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