Wirtschaft

Im Herzen der Finsternis

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 26.10.2011 4 Kommentare

Der Insiderskandal an der Wall Street ist nun bei der wahren Machtelite angelangt: Jetzt trifft es Ex-Goldman-Sachs-Manager Rajat K. Gupta.

1/5 Der Insider: Rajat Gupta vor dem Gericht in Manhattan. Er soll Ray Rajaratnam mit Insider-Informationen beliefert haben.(26. Oktober)
Bild: Keystone

   

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Insiderhandel war lange eine Art Gentleman’s Delikt, so im Sinne: Ein bestandener Banker gab seiner Mätresse einen guten Tipp, damit die an der Börse auch einmal richtig Geld verdienen konnte. Dann wurde es zu einem kriminellen Delikt. Insiderhändler waren grossspurige Emporkömmlinge, die sich nicht scheuten, für den Erfolg auch das Gesetz zu übertreten. Ivan Boesky – das Vorbild von Gordon Gekko im Film «Wall Street» - ist der typische Insider, oder Ray Rajaratnam, der Hedgefund-Manager mit Wurzeln in Sri Lanka. Er ist soeben zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Rajaratnam war jedoch kein Einzeltäter. Er hat sich eine weitmaschiges Informantennetz aufgebaut, und zu diesem Netz gehörten offenbar hochkalibrige Vertreter der neuen amerikanischen Finanzoligarchie. Einer davon war Rajat K. Gupta. Trotz seiner indischen Herkunft hat er es an die absolute Spitze geschafft. Gupta war Topmanager bei Procter & Gamble (Pampers, Gillett, Ariel), war lange Chef von McKinsey, der wohl bekanntesten Unternehmensberatungsfirma, und er war Direktor bei Goldman Sachs, der führenden Investmentbank an der Wall Street.

Gupta bestreitet die Vorwürfe

Allgemein wird erwartet, dass Gupta demnächst ein Geständnis ablegen wird. Ihm wird vorgeworfen, Rajaratnam über das 5-Milliarden-Dollar Engagement von Warren Buffett informiert zu haben, ebenso über die Gewinnerwartungen von Goldman Sachs und von Procter & Gamble. Die beiden Firmen werden nicht verdächtigt, an den Insidergeschäften beteiligt zu sein. Gupta selbst soll kein Geld damit verdient haben. Er bestreitet die Vorwürfe der Börsenaufsicht SEC.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dann wird dies gesellschaftspolitische Auswirkungen haben. Rajat K. Gupta war kein Aussenseiter, er gehörte zum engeren Kreis der amerikanischen Macht- und Geldelite. Der Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, betrachtete ihn als «Peer», als Seinesgleichen. Der Wallstreet-Titan Henry Kravis von der Private Equity Firma KKR gehörte zu seinen Freunden. Gupta war ein bekannter Philantrop, der Schulen sponsorte und zusammen mit Ex-Präsident Bill Clinton war er in der American India Foundation tätig war.

Im Sumpf der Insiderhändler

Bei seinen Mitarbeitern war Gupta sehr beliebt und bekannt für seine «spirituellen Qualitäten und seine Zen-artige Gelassenheit». Warum hat er sich in den Sumpf der Insiderhändler begeben? Ray Rajaratnam hat dafür eine simple Erklärung: «Er war beeindruckt von Kravis und wollte in diesem Kreis verkehren. Es ist schliesslich der Kreis der Milliardäre. Oder?» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2011, 15:19 Uhr

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4 Kommentare

Maria Halder

26.10.2011, 18:58 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Man muss sich zwangsweise wundern, wie Topmanager von McKinsey und Goldman Sachs ihr Geld wirklich verdienen. Antworten


Rolf Schumacher

26.10.2011, 19:26 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Ich sehen einen grobe Unlogik im Titel. Die absolute Finsternis zeichent sich dadurch aus, dass sie keini Herz hat. Da wo ein vitales (fühlendes) Herz klagen sollte, schlägt ein unzerstörbarer Schrittmacher. Nicht die unethischste und amoralischste Handlung bringt diesen Pace-Maker aus dem Konzept. Uebel noch er überlebt jeden Menschen und jede Epoche. Mir ist kalt ums Herz, wie ich das schreibe. Antworten



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