Wirtschaft
«In der Schweiz herrscht ein Krämergeist»
Von Hannes Nussbaumer. Aktualisiert am 25.04.2009 21 Kommentare
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Zur Person
Peter Ulrich
Als die Universität St. Gallen vor 22 Jahren einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik schuf, war dies eine Pioniertat. Es war der erste Lehrstuhl dieser Art im deutschsprachigen Raum. Besetzt wurde er mit dem gebürtigen Berner Peter Ulrich, damals Professor für Betriebswirtschaftslehre im deutschen Wuppertal.
Jetzt tritt der 61-Jährige in den Ruhestand. Am 5. Mai hält er seine Abschiedsvorlesung – dies nach turbulenten Monaten für sein Institut. Peter Ulrichs Vize, Professor Ulrich Thielemann hatte gegenüber einem Ausschuss des Deutschen Bundestags das Schweizer Bankgeheimnis kritisiert und damit heftige Reaktionen ausgelöst.
Herr Ulrich, seit Jahren und Jahrzehnten warnen Sie vor den Auswüchsen des freien Marktes. Lange waren Sie allein auf weiter Flur. Jetzt reden alle davon – aber nicht wegen Ihnen, sondern weil der Schaden sichtbar geworden ist. Sind Sie ernüchtert?
Ich bin gelassen. Für mich als Hochschullehrer sind die Studenten mein erstes und wichtigstes Publikum. Mein Ziel war es stets, dass diese jungen Leute nicht einseitig durch enge ökonomische Denkmuster geprägt werden. Ich möchte, dass sie auch über die Grenzen der ökonomischen Logik nachdenken. Ich meine, das gelingt uns mehr und mehr. Wer aber glaubt, die Wirtschaftsethiker könnten das Denken der gesamten Öffentlichkeit korrigieren, macht sich Illusionen.
Es braucht schon eine ramponierte Wirtschaft, um dieses Denken zu korrigieren . . .
Das ist normal. Die meisten Menschen brauchen schmerzhafte Erfahrungen, damit sie einen Lernprozess beginnen. Natürlich wäre es schön gewesen, man hätte uns früher besser zugehört. Es hat sich ja tatsächlich manches bewahrheitet, was wir kritisiert haben. Ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit dem Gewinnprinzip und habe in Dutzenden von Texten und Vorträgen dargelegt, weshalb Gewinn- und Renditemaximierung keine nachhaltigen Unternehmensziele sein können. Doch man muss sehen: Wer das Privileg hat, sich beruflich mit Grundsatzfragen zu beschäftigen, der ist all jenen, die im Alltagsgestrüpp stecken, naturgemäss im Umdenken voraus. Darauf sollte man sich also nicht allzu viel einbilden.
Sie sind zufrieden mit der Rolle des Sisyphos?
Ja. Ich wurde oft gefragt, weshalb ich an der Uni St. Gallen geblieben bin, die ja – teilweise zu Unrecht – den Ruf einer neoliberalen Hochburg hat. Ich antwortete jeweils: Mag sein, dass die HSG für wirtschaftsethische Pflänzchen der steinigste Acker ist. Doch gerade deshalb bin ich geblieben. Hier ist unsere Arbeit besonders wichtig.
. . . und besonders anstrengend.
Es ist anstrengend, ja. Aber nicht nur an der HSG. In der Schweiz herrscht generell ein ausgeprägt kommerzieller Geist – polemisch könnte man auch sagen: ein Krämergeist. Das kommerzielle Denken dominiert hier stärker als in anderen Ländern. In einer solchen Kultur werden ethische Gedanken, zumal wenn sie mit Wirtschaftsinteressen kollidieren, rasch als anstössig empfunden. Da muss man als Ethiker einiges aushalten können, wenn man sich nicht opportunistisch verbiegen will. Das braucht viel Kraft und ist mit ein Grund, weshalb ich zwei Jahre früher als üblich aufhöre.
Sind Sie desillusioniert?
Teilweise schon. Die Desillusionierung betrifft vor allem die Bereitschaft der Privatwirtschaft, sich entschieden zu ethischen Prinzipien zu bekennen. Früher war die Unternehmensethik ein Schwerpunkt von mir. Doch mehr und mehr bin ich zur Überzeugung gelangt: Es braucht andere Akteure, die auf die Privatwirtschaft Druck ausüben. Dazu gehört auch die Politik. Sie muss dafür sorgen, dass der vorbildliche Unternehmer gegenüber dem Foulspieler nicht benachteiligt wird. Der Industrielle, der eine alte Dreckschleuder betreibt, darf gegenüber seinem Konkurrenten, der in teure Umwelttechnik investiert, keine Kostenvorteile haben. Verantwortungsbewusstes Wirtschaften muss zumutbar und attraktiv gemacht werden. Leider verhindern das allzu oft kurzsichtige Interessenvertreter der Wirtschaft im Parlament.
Sie hätten mehr erreichen können, wenn Sie in die Politik gegangen wären?
Nein, so will ich keinesfalls verstanden werden. Die universitäre Wirtschaftsethik hat eine wichtige Aufgabe. Sie muss Leitideen entwickeln. Da haben wir einiges erreicht. Als ich an der HSG begann, gab es nun zwar einen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik, aber kaum tragfähige Konzepte. Also erarbeiteten wir zunächst zehn Jahre lang die Grundlagen. Erst danach begannen wir uns auf konkrete Probleme einzulassen.
. . . etwa auf das Bankgeheimnis, wie man seit dem Auftritt Ihres Mitarbeiters Ulrich Thielemann in Berlin weiss.
Das Bankgeheimnis gehört neben vielen anderen zu diesen Problemen. Auch wenn die Öffentlichkeit sich für unsere Überlegungen dazu erst seit jüngstem interessiert: Wir beschäftigen uns damit seit zehn Jahren. Normalerweise ist ja solch handfester Praxisbezug an der HSG sehr erwünscht. Doch offenbar gilt dies nicht in Fällen, wo es für mächtige Interessengruppen unangenehm wird, weil sie von ethisch fragwürdigen Verhältnissen profitieren.
Wie hat sich im Lauf der Jahre die Rolle der Wirtschaftsethik verändert?
Von Karl Kraus, dem österreichischen Satiriker der Vorkriegszeit, stammt die Anekdote: Ein Student sagt zum Professor, er möchte Wirtschaftsethik studieren. Der Professor antwortet: «Na, junger Mann, entscheiden Sie sich mal: das eine oder das andere?» So ähnlich war die Stimmung vor 22 Jahren noch. Wer sich für ethische Prinzipien einsetzte, galt als hoffnungslos weltfremder Idealist. Heute können Sie keine Zeitung aufschlagen, ohne dass Sie mit wirtschaftsethischen Fragen konfrontiert werden. Es ist zu einer enormen öffentlichen Sensibilisierung gekommen.
Warum diese Sensibilisierung?
Die Überzeugung, die Marktwirtschaft funktioniere umso besser, je weniger Politik und Gesellschaft in den Markt eingreifen würden, bekam in jüngerer Zeit Risse. Die Realität ist auf die Dauer stärker als jede Ideologie. Es zeigte sich, dass die sozialen, humanitären und ökologischen Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Dynamik mehr und mehr zu den Hauptproblemen geworden sind. So kam es, dass sich in breiten Bevölkerungskreisen das Interesse von rein ökonomischen Fragen der Systemsteuerung hin zu wirtschaftsethischen Sinn- und Gerechtigkeitsfragen verschoben hat.
Sie reden von einer «enormen Sensibilisierung». Gleichzeitig aber kam es zu den Exzessen, die in die aktuelle Krise geführt haben. Das passt nicht zusammen.
In der Tat: Es gibt eine wachsende Spannung zwischen dem Bewusstsein der Menschen und der Entwicklung des Wirtschaftssystems. Die Globalisierung hat dazu geführt, dass dieses System eine ungeheure Eigendynamik entwickeln konnte. Mit der Folge, dass die Akteure, die in diesem globalisierten System tätig sind, fast jede Loyalität gegenüber ihren Herkunftsländern aufgegeben haben. Kulturelle Standards – etwa typische Schweizer Tugenden wie Anstand oder Bescheidenheit – wurden weggeworfen. Stattdessen orientierte man sich an den Werten der globalen Wirtschaft.
Sehen Sie Anzeichen, dass die Krise das wirtschaftliche Denken und Handeln hin zum Positiven verändert?
Ich glaube tatsächlich, dass sich derzeit neue Standards von guter Unternehmensführung entwickeln. Man scheint zu realisieren, dass das Management nicht eindimensional eine bestimmte Gruppe, etwa die Aktionäre, bedienen darf – auf Kosten aller anderen. Vielmehr braucht es Ausgewogenheit und Fairness. In ein paar Jahren wird man es etwa so sehen: Gute Unternehmensführung heisst, ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich im Markt zu positionieren und gleichzeitig allen involvierten Gruppen in fairer Weise zu dienen. Das wird in der Praxis dazu führen, dass man die Nachwuchskräfte anders auswählt und die Standards der Corporate Governance, also der Machtteilung und Kontrolle, neu definiert.
Das klingt sehr zuversichtlich.
Man muss als Ethiker ein methodischer Optimist sein. Solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, muss man davon ausgehen: Es lohnt sich, sich für positive Veränderungen einzusetzen. Pessimismus hingegen ist keine praktische Grundhaltung. Der lähmt nur.
Sie sind ursprünglich Betriebswirtschaftler. Wie sind Sie zur Ethik gekommen?
Erstens habe ich schon über ein wirtschaftsethisches Thema doktoriert. Zweitens war ich nach dem Doktorat in der Unternehmensberatung tätig, einer Branche, wo die reine betriebswirtschaftliche Logik herrscht. Ich bekam es damals mit Mandaten zu tun, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Weil die entscheidenden Fragen nicht betriebswirtschaftlicher, sondern gesellschaftlicher, humanitärer oder umweltpolitischer Natur waren, diese aber kaum jemanden interessiert haben.
Sie kamen an die HSG, die, wie Sie gesagt haben, ein eher steiniger Acker für wirtschaftsethische Anliegen ist. Welches Verhältnis haben Sie zu «Ihrer» Universität?
Die HSG ist relativ gross – und sie ist, auch wenn das von aussen manchmal anders ausschaut, recht pluralistisch. Mir scheint, dass rund ein Drittel der Professorenkollegen eigentlich Gleichgesinnte sind. Vor allem mit Staatsrechtlern und Betriebswirtschaftlern pflege ich einen intensiven Austausch. Dann gibt es viele Kollegen, die meinem Fach mit wohlwollender Gleichgültigkeit begegnen. Nur sehr wenige Kollegen reagieren auf kritische Wirtschaftsethik ablehnend.
Dass Ihre Professur hier geschaffen wurde, war das Verdienst des damaligen Rektors Alois Riklin, eines Politikwissenschaftlers mit weitem Horizont und grossem Interesse an ethischen Fragen. Man hat den Eindruck, dass solche Professorentypen an der HSG am Aussterben sind.
Tatsächlich herrscht an der HSG seit einigen Jahren die Tendenz, sich ein bisschen gar ehrgeizig um das Ansehen bei einem bestimmten, engen Publikum zu kümmern. Man möchte eine Top-Business-School werden und sich mit Harvard oder der London School of Economics vergleichen. Dieser Ehrgeiz ist gefährlich, weil er dazu führen kann, dass die grundlegende Aufgabe einer Uni vergessen geht. Eine Uni soll in erster Linie eine Stätte des freien Geistes sein. Sie sollte eine gewisse kritische Distanz zum Zeitgeist und zur gerade herrschenden Mode wahren. Nur so kann sie ihre Aufgabe erfüllen: Orientierung für die Zukunft zu stiften.
Mit Peter Ulrich sprach Hannes Nussbaumer in St. Gallen (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.04.2009, 07:51 Uhr
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21 Kommentare
An Markus Saurer (weiter unten): Wie kommen Sie dazu, zu behaupten, Peter Ulrich verstehe nichts von Wirtschaftstheorie. Gemäss Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Ulrich_(%C3%96konom)) hat er in Freiburg Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert (usw.). Das Problem ist doch wohl eher, dass die (mathematisch unterfütterten) Wirtschaftstheorien die Wirklichkeit nicht abbillden können. Antworten
Es ist erstaunlich, dass es für Ethik und Moral nicht beachtete Professoren braucht, obwohl schon ein normaler Mensch erkennt, dass unsere Politik, anderen Ländern mit Bankgeheimnis und Steuergeschenken potentielle Steuerzahler abzuluchsen, moralisch bedenklich ist! Manager können keine zartbesaiteten Typen sein: Niedrige Charakter-, mittlere Aus- u. übersteigerte Einbildung führen zur Katastrophe Antworten
Recht hat er, der Herr Prof. Peter Ulrich. Das Problem ist nur, dass diejenigen innerhalb der EU und der Welt, die bisher mit den althetgebrachten Methioden der Skrupellosigkeit "gut verdient" haben, sich von der Krise und den ethischen Zukunfstbedingungen einer global zusammenwachsenden Wirtschaftswelt nicht sonderlich beindrucken lassen. Antworten
Natürlich sind Gewinn- und Renditemaximierung keine nachhaltigen Unternehmensziele; das dient nur denen, die eh schon zuviel haben. Unternehmen produzieren nicht nur Waren und Dienstleistungen sondern auch Konsumenten. Jetzt haben wir alle Waren, die wir uns nur wünschen können, aber kein Geld um sie zu kaufen. Antworten gibt's bei der natürlichen Wirtschaftsordnung und Freiwirtschaft. Antworten
Was heisst hier Managament bedient einseitig die Aktionäre? An jeder Generalversamlung wehren sich erfolglos Kleinaktionäre da sie von den Grossen überstimmt werden. Die Guilde, zu der Managemant und Grossaktionäre gleichermassen gehören, bedient schlicht und ergreifend nur sich selbst. Um das zu begreifen braucht man kein lic. oec. HSG zu sein. Da reicht eine einfache 10 Jährige Steinerschule. Antworten
Herr U: " Die meisten Menschen brauchen schmerzhafte Erfahrungen, damit sie einen Lernprozess beginnen". Ein schöner Satz Herr U., aber wo sind meine und anderer Leute in langen Jahren gesparten "Batzen" hin? Die "Unbelehrbaren" in der Finanzindustrie mit ihrer Gier und Arroganz haben sie "verspekuliert", viele dieser Leute leben immer noch in Saus und Braus und ich und andere haben das Nachsehen! Antworten
Oft haben wir marktwirtschaftlich Grundsatzdiskussionen geführt, mein Vater und ich, er schimpfte mich Sozialist. Heute (nach 20 J.) entschuldigen er sich. Mir nützt das wenig, ich musste in der Hochkonjunktur teuer investieren und jetzt in der Krise amortisieren. Die Nachkriegsgeneration hat ein Vermögen am Trockenen und hockt darauf, unserer Generation bleibt Unsicherheit und ein harter Kampf. Antworten
Warum tritt Herr Ulrich gerade jetzt ab, da sich die Welt wie nie zuvor für Wirtschaftsethik interessiert, ist ihm der Gegenwind nicht mehr rauh genug? Das berufliche Privileg, sich mit Grundsatzfragen zu beschäftigen, ist leider alles andere als ein Garant dafür, dass man Anderen im Umdenken voraus ist, Stichwort: Elfenbeinturm. Der Mann sollte dsbzgl sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Antworten
Machen sich hier nicht auch die Einflüsse von Globalisierung und Migration bemerkbar? Jede Kultur hat ihre eigene Ethik. Die USA mit Ihrer "the winner takes it all" Mentalität zwingt vor allem in der Wirtschaft, den anderen Kulturen eine Reduzierung des Anspruches an die Ethik auf, die nötig ist um nicht unterzugehen. Die HSG müsste hier einen Ausweg aufzeichnen, einfach wird das nicht! Antworten
Wunderbar! Prof. Ulrich's Ansichten sollten schon in der Sekundarschule gelehrt werden, die kommenden Generationen müssen andere Prioritäten haben als die heutige z.T. "versaute" Manager-Generation. Prof. Ulrich sollte Einfluss nehmen können auf die politischen Parteien und Parlamentarier, die engstirnigkeit einiger Parlamentarier ist lamentabel, das konnte man in vergangenen TV Übertragungen sehn Antworten
Ein früherer Professor, Immanuel Kant, qualifizierte die Engländer auch so. Allein, Preussen war damals eher ärmlich, England das wohlhabendste Land Europas. Folglich fühlen wir Eidgenossen uns geschmeichelt, wenn ein Wirtschaftsethiker sagt, wir seien krämergeistig . Antworten
Ich denke nicht, dass die Vertreter der Wirtschafts-Elite auch nur ein Jota von diesem Wissen verinnerlicht haben. Nach wie vor beherrscht der Liberalismus und die uneingeschränkte Freiwirtschaft die Köpfe dieser Leute. Solange diese Leute sich auf Kosten der Gesellschaft bereichern können, wird sich niemals etwas ändern. Ohne religiöse Betrachtung der Wirtschaft und Gesellschaft wird nichts ändern. Antworten
B R A V O ! Herr Ulrich sie sollten sofort engster Berater von Bundesraeten,Banken ,Autokonzernen usw werden! Ich habe selber erlebt wie so ein kleiner MBO Manager die ganze Firmen Struktur kaputtgemacht habt, im Namen einer guten Bilanz! Nachhaltigkeit haben diese Leute in den sogenannten TOP Kaderschmieden(Paris) nicht gelernt. Wohl auch im eigenen Interesse,sprich Bonuszahlungen! Hoffnung Antworten
Ethik muss erst mal im kleinen Kreis funktionieren und sollte in der Familie und an den Schulen in allen Stufen besser vermittelt werden. So wird sie in der Gesellschaft verankert und wird zur Selbstverständlichkeit. Die Politiker und Parteien müssen sich dies auch wieder auf ihre Fahnen schreiben. Ethik hat auch mit Einigkeit zu tun und die macht stark! Antworten
"Der Industrielle, der eine alte Dreckschleuder betreibt" - Der Herr Professor wirft mit Klischees um sich, wie sein Zögling Thielemann. Und die "ungeheure Eigendynamik" ist schon immer eine Eigenschaft von Systemen gewesen. Ethik als Besserwisserei mit pfannenfertigen Vorschriften ist sinnlos und wertlos. Antworten
Seine jetzigen Aussagen kommen ein wenig spät. Schon früher hätte er U. Thielemann in Schutz nehmen sollen und vor dem ungeheurlichen Vorwurf der "Güterabwägung" von Franz Jäger schützen müssen. "Güterabwägung" an einer Universität. Das ist so dermassend unglaublich. Vive la Suisse! Antworten
Als einer der ersten Studierenden Ulrich's studierte ich 1986-1988 mit zwei weiteren Kollegen das damalige Wahlpflichtfach 'Wirtschafts- und Unternehmensethik'. Wir vier waren völlige Exoten. Eine der Aussagen Ulrich's - in etwa 'genau jene, welche am vehementesten für das marktwirtschaftliche System eintreten, werden am Schluss dieses System am stärksten beschädigen', geht mir noch heute nahe. Antworten
"Das kommerzielle Denken dominiert hier stärker als in anderen Ländern. In einer solchen Kultur werden ethische Gedanken, zumal wenn sie mit Wirtschaftsinteressen kollidieren, rasch als anstössig empfunden." Bravo bravissimo - Peter Ulrich vor president! Bleibt nur zu hoffen, das die momentane Krise eine heilende Wirkung auf Trittbrettfahrer-Ego-Schweiz hat! Antworten
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Adolf Paster
Menschliches Beharrungsvermögen ist schon erstaunlich. Trotz vieler Katastrophen bleiben die Menschen stur bei ihren einmal angenommenen Ansichten. Dr. Ulrich verdient wirklich Lob, dass er sich das alles antut. Ich selber beschäftige mich mit dieser Thematik seit etwa 40 Jahren und habe auch eine Doku verfasst: "3-5-4". Antworten