Wirtschaft

In welchen Branchen es 2010 bereits wieder aufwärts geht

Von Andreas Flütsch. Aktualisiert am 07.01.2010 13 Kommentare

Einzelne Wirtschaftszweige haben die Krise hinter sich, andere hängen durch, etwa die Maschinenindustrie.

Boom in der Elektrotechnik – auch dank Konjunkturprogrammen im In- und Ausland: Arbeiterin in der Elektrobranche.

Boom in der Elektrotechnik – auch dank Konjunkturprogrammen im In- und Ausland: Arbeiterin in der Elektrobranche. (Bild: Keystone)

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Die Schweizer Wirtschaft kommt in der grössten Krise seit Jahrzehnten mit einem blauen Auge davon. Dies zumindest glauben Ökonomen der Credit Suisse, die eine Prognose zu den Geschäftsaussichten im nächsten Jahr veröffentlicht haben. «Die Rezession verlief milder als in den Siebzigerjahren und dauerte weniger lange als in den Neunzigern», sagt deren Teamleiter Christian Etzensperger.

Die Aussichten für 2010 seien in den einzelnen Sektoren aber sehr unterschiedlich. Im Maschinenbau gehen die Aufträge seit eineinhalb Jahren zurück. Die Branche leidet unter dem globalen Rückgang der Nachfrage nach Investitionsgütern. In der Uhrenindustrie ist nach Jahren mit zweistelligem Wachstum eine «schmerzhafte Strukturbereinigung» erforderlich, so die Grossbank. Auch das Gastgewerbe steckt in der Krise. In anderen Branchen wie Kunststoff, Metall, Industrietextilien, Papier und Chemie, die vor einem Jahr zuerst von der Krise geschüttelt wurden, zieht die Nachfrage an. Aluminium etwa ist wieder gefragt. Konjunkturstützen sind auch Pharma und Medizintechnik. Und die Elektrotechnik boomt gar, auch dank Konjunkturprogrammen im In- und Ausland. Allein das zweite Sanierungspaket «Infrastruktur Schiene» des Bundes löst ein Auftragsvolumen von 252 Millionen Franken aus, weitere 68 Millionen steuern die Kantone bei.

Der Konsum wird leiden

Die Exportwirtschaft gewinnt dieses Jahr laut den CS-Ökonomen weiter an Fahrt. Mitte Jahr ist aber bei einem Grossteil der Unternehmen mit Kurzarbeit die maximale Bezugsdauer ausgereizt. In Sektoren ohne Aussicht auf eine rasche Erholung wie dem Maschinenbau werden «vermehrt Entlassungen ausgesprochen», sagt Etzensperger, für «konsumnahe, binnenorientierte Branchen» sei es ein harter Test.

Immerhin dürfte sich bis dann der Export so weit erholt haben, dass er die schwächere Binnenkonjunktur einigermassen ausgleichen könne. Die Grossbank warnt indes vor grossen Erwartungen. Im Jahr 2010 erhole sich die Wirtschaft lediglich etwas vom tiefen Fall im letzten Jahr. Das Niveau der Boomjahre werde nicht annähernd erreicht, entsprechend tief dürfte die Kapazitätsauslastung bleiben.

Im Detailhandel rückläufige Umsätze

Während das Auslandsgeschäft anzieht, dürfte die Binnenwirtschaft im laufenden Jahr schwächeln. Verantwortlich dafür sind die steigende Arbeitslosigkeit, eine geringere Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland und eine schwache Lohnrunde im letzten Herbst. In Branchen wie Detailhandel, Telekommunikation und Teilen der Bauwirtschaft, die sich laut CS «immer noch hartnäckig am Rande der Rezession» halten, dürften die Geschäfte 2010 schlechter gehen.

Im Detailhandel seien leicht rückläufige Umsätze zu erwarten. Eine Abschwächung sei aber auch in der Baubranche sichtbar. Die lange Zeit sehr robuste Wohnbautätigkeit lasse nach. Der Tiefbau werde von Grossprojekten auf Strasse und Schiene gestützt. Das ändere sich nun, weil die öffentliche Hand sparen müsse. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.01.2010, 10:05 Uhr

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13 Kommentare

Peter Müller

07.01.2010, 09:54 Uhr
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Die Schweiz kommt NICHT mit einem blauen Auge davon. Die Schweiz, stürzt nur als eine der letzten, über die Klippe! Man kann kein Geld aus dem Blau der Luft drucken, gestützt von gar nichts und ohne dabei etwas zu produzieren! Es wird Zeit, das WIR uns von den Casino-Banken und den dazu gehörenden Geld-Junkies am Paradeplatz lösen und die über die Klippe werfen, die sich an uns bereichert haben!! Antworten


Silvio Zürcher

07.01.2010, 10:14 Uhr
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Diese Prognosen (2010) sind bereits überholt. Auch SECO sollte sie neu erarbeiten. Mit dem heutigen CHF/EUR-Kurs 1,4536 (die sog. Schmerzgrenze liegt auf 1,50) ist die Exportwitschaft (65% der Schweiz. Exporte) in ihrer Existenz bedroht. Vermehrte Entlassungen sind unvermeidbar. Antworten



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