Wirtschaft
Ist Euroland noch zu retten?
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 17.03.2010 86 Kommentare
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Artikel zum Thema
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- Deutsche wollen nicht für die Griechen bluten
- «Milliarden für die Reichen, nichts für uns»
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Wenn Bauern früher eine defekte Stromleitung im Stall reparierten, dann fixierten sie die losen Enden mit Hufeisen und Nagel. Das war ebenso wirksam wie gefährlich, denn ohne Sicherung drohte beim nächsten Defekt ein Vollbrand.
Nach diesen brachialen Grundsätzen ist auch Euroland gegründet worden. Die defekte Stromleitung waren die ökonomisch sehr unterschiedlich entwickelten Volkswirtschaften, das Hufeisen der politische Wille, die Einheitswährung gegen alle Widerstände durchzuboxen. Doch jetzt hat der Blitz eingeschlagen – und die Feuerwehr ist ratlos. Das Schuldendebakel Griechenlands ist inzwischen weit mehr als ein lokales Ereignis. «Es geht um die Zukunft des Projektes Europa», sagt der ehemalige deutsche Aussenminister Joschka Fischer.
Tragödie mit Vorspiel
Wie in der Antike hat auch die moderne griechische Tragödie ein Vorspiel. Der Euro wurde ja nicht über Nacht geschaffen. Zuerst war die sogenannte Währungsschlange. In diesem Regime wurden die einzelnen Währungen unter der strengen Fuchtel der deutschen Bundesbank (Buba) in ein schmales Band gezwungen. Für die Briten war dieses Korsett schon damals zu eng. Sie litten unter einer schweren Rezession und brauchten dringend tiefere Leitzinsen. Die Buba jedoch blieb eisern. Die Spannungen nahmen so lange zu, bis Spekulanten unter der Führung von George Soros am 16. September 1992 die Währungsschlange in die Luft sprengten. Das Pfund verlor über Nacht rund 15 Prozent an Wert – und die Briten wollten fortan nichts mehr vom Euro wissen.
Schummeln möglich
Helmut Kohl und Jacques Delors, der deutsche Kanzler und der Präsident der EG-Kommission damals, griffen jedoch zu Hammer und Nagel. Um Nachahmer der Briten abzuschrecken, wurde Euroland zu einem Club zusammengezimmert, aus dem man nicht mehr austreten konnte. Die Eintrittsprüfungen wurden zwar streng gestaltet, aber Schummeln war – wie das Beispiel Griechenland zeigt – trotzdem möglich.
Innerhalb des Clubs gelten zwei verschiedene Spielregeln: Die Geldpolitik wird von der nach deutschem Muster operierenden Europäischen Zentralbank gemacht. Die Fiskalpolitik hingegen ist nach wie vor Sache der einzelnen Nationen.
Sparen hier, Leben auf Pump da
Die Mitglieder von Euroland, inzwischen sind es 16, haben dies auch prompt ausgenützt. Grob gesagt, kann man zwischen einem nördlichen und einem südlichen Muster unterscheiden. Im Norden setzte man auf Lohnverzicht zugunsten von mehr Arbeitsplätzen. Niederländische und irische Gewerkschaften stimmten an runden Tischen teilweise happigen Lohneinbussen zu.
Auf die Spitze getrieben wurde diese Formel in Deutschland. Geschockt von den hohen Kosten der Wiedervereinigung wurde der Gürtel enger und enger geschnallt und es wurde gespart, bis es wehtat.
Ungleichgewicht im Euroland
Das Resultat der deutschen Sparpolitik war ein Exportboom der eigenen Wirtschaft, aber auch ein schlimmer werdendes Ungleichgewicht innerhalb der Wirtschaft von Euroland. Denn im Süden hatte man bisher auf Rezessionen stets mit Abwertung der Währung reagiert. Das ist in Euroland nicht mehr möglich.
Deshalb ist das System aus der Balance geraten. Im Süden lebte man dank tiefen Zinsen und mithilfe von Investment-Banken lange auf Kredit und büsste dabei die internationale Wettbewerbsfähigkeit ein. Zwischen 2000 und 2009 haben die griechischen Löhne gegenüber den deutschen um mehr als 20 Prozent zugelegt.
Jetzt steht das Haus in Flammen. Die Länder im Süden sind pleite, und die Nordländer wollen und können nicht mehr zahlen. Wie kann verhindert werden, dass Euroland in Schutt und Asche versinkt? Eine Schocktherapie würde die Lage noch verschlimmern. Von den Griechen schlagartig eine Lohneinbusse von einem Viertel oder gar noch mehr zu verlangen, würde zu grossen sozialen Spannungen führen. Eine solche Therapie ist zudem nur in einem autoritären System möglich. Der italienische Faschistenführer Benito Mussolini zum Beispiel setzte einen derart drastischen Lohnverzicht in den 20er-Jahren durch.
Das heisst nicht, dass die Südländer einfach ungeschoren davonkommen. Griechenland wird wohl zeitweise unter Vormundschaft von Experten der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds gestellt werden. Doch das allein wird keine Besserung bringen.
Einheitliche Linie nötig
Ein moderner Staat kann seine Schulden nicht wegsparen, aus der Krise findet er nur mit mehr Wachstum. Und derzeit sieht es an dieser Front schlecht aus. Die Europäische Union rechnet mit einem Wirtschaftwachstum von 0,7 Prozent für das laufende und mit 1,5 Prozent für das nächste Jahr – viel zu wenig, um aus dem Schlamassel zu kommen.
Mehr Wachstum in Euroland ist nur möglich, wenn auch die Deutschen mitziehen und ihre auf Export ausgerichtete Sparpolitik ändern. Die «Geiz ist geil»-Mentalität im Norden auszutreiben, ist aber leider mindestens so schwierig, wie den Südländern das Sparen beizubringen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.03.2010, 08:21 Uhr
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86 Kommentare
Die Deutschen hatten schon immer Trickchen, um den Gesetzen zu entgehen, bzw. sie zu umgehen, darin sind sie Weltmeister. Doch eben, der Bumerang kommt genauso auf die Schweiz. Starker Franken ist schlecht für den Export in die EU. Darum sollten wir im Augenblick nicht hochnäsig lachen, ein Absturz des Euros bringt uns grosse Probleme. Deshalb sollte die Schweiz auch vermehrt auf Partner in Asien! Antworten
Und Bulgarien, Rumänien, Slowakei, die baltischen Staaten (???) Skandinavien muss extrem abspecken, für Schweden nicht einfach, Finnland (???), wen würde es erstaunen wenn selbst der Vorzeigeoststaat Polen auch ins Trudeln kommt ( Zahlen aus dem Osten sind nichts als Zahlen, oft total an der Ralität vorbei). Und dies alles sollte ein schwächelnder EU Motor ( D, FR) bewältigen können???? Antworten
Gehen jetzt wenigstens den EG Fans in der Schweiz die Augen auf? Es gibt kein Ausweg aus dem Dilemma. Die EG und die Währungsunion EURO ist ein Konstrukt das so nicht funktionieren kann! Ein auseinanderfallendes Europa und eine Rückkehr zurück zu den Nationalstaaten mit eigener Währungshoheit die logische Folge! Antworten
@Rolf Iseli: wieviele EU-Bürger kennen Sie? Und wieviele davon möchten wirklich aus der EU austreten?Ich kenne an die 200 Personen aus dem EU-Raum, niemand möchte austreten. Dass in EU-Ländern nicht abgestimmt wird, stimmt sowenig wie die Aussage, dass F und D einzig freiwillig dabei sind. Wenn Sie aus einem 'Gefühl' heraus nicht in die EU möchten, dann ist dies auch nicht repräsentativ für die CH Antworten
Vorsicht mit Aussagen, Währungsspekulation mit SFr. sei gefährlich für das Überleben der Schweiz...aktuell sind wir eines der Länder mit dem grössten Finanzerfolg! (Staatsgewinn statt Verlust) das macht SFr. so stark. Risiko beim Spekulieren tragen die Spekulanten, die "Schweizer" aber spekulieren nicht selber. Irr war die Einheitswährung im Vielvölkerstaat schon immer. Jetzt kommt die Rechnug Antworten
im europaeischen ausland wird die frage gestellt, wo und zu welchen bedingungen sich als weiterer kanton der schweiz anschliessen koennte. der bundesrat sollte sofort ein auskunfts- und anmeldebuero eroeffnen. den damit verbundenen "einsatz* eines papierkorbs laesst sich voerst m it denc eu-erklaerungen unserer +fuehrenden " ewu-politiker fuellen. Antworten
Autor hat ja keine Ahnung! Deutschland als "bösen Sparer" zu beschuldigen ist so falsch wie unrichtig und dumm!! Erstens haben sich der Deutsche Bund und die Deutschen Länder 2009 gerade mit einer Rekord-Neuverschuldung von 300 Milliarden neu verschuldet! Zweitens ist diese Überschuldung, welche bei fast allen Staaten anwächst, Gift! Wohin soll das führen? Wer soll das jemals zurückzahlen? Antworten
@adrian Müller 10.12. Wir CHer sind nicht schlauer als 350 Mio Europäer, aber wir haben die Möglichkeit darüber zu bestimmen ob wir in die EU wollen oder nicht. Ausser den Deutschen und den Franzosen wollte niemand in die EU, heute würden wohl auch diese dagegen stimmen. Ich persönlich hänge lieber mit drin und bin draussen. Solange wirtschaftsgetriebene Politiker bestimmen läufts schief. Antworten
Sind wir Schweizer gesheiter als die EU - Bürger? Gute Frage! Der Vorteil bei der Schweiz ist, dass auch das Volk was zu sagen hat, auch wenn dabei "lustige" Ergebnisse rauskommen. Aber nur das ist echte Demokratie. Auch in China werden Volksvertreter gewählt. Ist China deswegen eine Demokratie? Ob die Schweiz der EU beitreten wird, steht in den Sternen. Die EU könnte aber der Schweit beitreten! Antworten
Da hat sich wohl jemand daruaf speziealisiert unsere lieben Nachbarn, schlecht zu reden ! Und immer wieder das selbe ! Könnte man nicht mal wieder was vernünftiges hier schreiben ? Und klaro wiederum sind die Deutschen schuld ! Wie immer !! Und wir Schweizer sind wie immer die Besten ! Ist das so ? Antworten
Zentralisierung geht nie gut. Und Griechen sind nun mal keine Dänen oder Deutsche. Der an sich löbliche Gedanke der u.a. auch hinter der EU steht, wurde nach und mit Blick auf den Weltkrieg geboren. Die kürzlich erfolgte Rückfall des griechischen Aussenministers erinnert daran. Bloss leben wir heute im 21.Jahrhundert und die Welt hat sich geändert. Zentralisierung ist in einer globalen Welt out. Antworten
Was für eine Aussage: "Geschockt von den hohen Kosten der Wiedervereinigung wurde der Gürtel enger und enger geschnallt und es wurde gespart, bis es wehtat". Deutschland hat seit 1990 seine Schulden von 450 auf 1655 Millarden vervierfacht! Das waren definitiv nicht nur Kosten der Wiedervereinigung. Und jetzt der Vorwurf, die Deutschen sparten Europa kaputt. Wir haben wirklich jedes Mass verloren! Antworten
Sollte, was im Mom. absolut nicht feststeht, Euroland effektiv "kollabieren", dann wird es die kleine CH genauso treffen, fast 3/4 der CH Exporte gehen in die EU. Also lästert nicht über die EU sondern nehmt endlich am Diskurs teil, bringt positive Vorschläge ein! Das Steuergeldfluchtkonzept auf dem die CH ihr Reichtum u.a. aufgenaut hat, ist endgütlig passé. Das D-, EU. etc. bashing bringt nix!! Antworten
An alle, die meinen, wir seien nicht dabei: Wieviele Euros hat die SNB zur Zeit gebunkert? Wieviele CHF sind in Ländern wie Polen, Ungarn und so "investiert"? Der CHF ist leider allzu stark mit dem Dollar und dem Euro verknüpft. Am liebsten würde ich jedem empfehlen, wenigstens 10% seiner liquiden Mittel in Gold oder Silber aufzubewahren, aber nicht mal mein Vater hört auf mich. :( Antworten
Wir Schweizer tun gut daran, diese Geschichte genau zu studieren! Denn es gibt ja auch bei uns Strömungen, die selbst jetzt noch, wo sich die EU sowohl ideell wie finanziell als Einbahnstrasse erweist, diesem maroden Club beitreten wollen! Einem Club notabene, aus dem es keinen Austritt gibt! No thanks! Wir müssen also hoffen und beten, dass Volkes Wohl an erster Stelle gestellt wird. Antworten
@Peter Keller. Wie Werte doch auch unter Bürgerlichen verschieden sein Können. Sie betrachten Ihr Geld als "Ihr Bestes". Ich hätte meine Familie genannt, meine Gesundheit, Fähigkeiten, Kompetenzen, gewisse meiner Eigenschaften. Ich bin froh, dass es sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft (trotzt "Abzockern") noch Menschen gibt, die wohl eher meine Werte teilen - in allen Parteien Antworten
Ich habe in meiner Dissertation von 2003 dieses Horror-Szenario mit einen südeuropäischen Land durchgespielt. Es wird sich eine Art Kettenreaktion ergeben, welche zur Implosion des Euros und des Eurolandes in seiner jetztigen Form führen wird. Der Euro wird eine schwabbelige Soft-Währung werden und die Flucht in den CHF wird sintflutartig daherkommen.. Antworten
Seit den 50-ern, als die EU noch EG hieß und aus nur 6 Staaten bestand, wird sie mindestens einmal pro Jahr totgesagt. Totgesagte leben länger und so mancher Neidgenosse sollte froh sein, dass alles noch am Leben ist. Die Schweiz würde nämlich ebenso in die Binsen gehen und könnte sich nur retten, indem sie ihre Berge einpackt, auf eine Insel zieht und weiterhin Insel spielt. Antworten
Die EU wird es nicht schaffen in seiner heutigen Form die südländischen Länder wieder auf die Beine zu stellen. Die osteuropäischen Länder sind auch ein Stolperstein, geschweige von den Ländern die noch dazu kommen sollten. Wenn der Euro (die EU) fällt werden wir trotzdem stark betroffen sein. Unser CH-Franken wird dann derart teuer sein, dass unsere Exportwirtschaft grösste Mühe haben wird. Antworten
Solange Deutschland die prächtige"Milchkuh" in diesem unüberschaubaren "EU-Konstrukt" stellt,solange wird dieses "Euroland" bestehen bleiben...Wie lange sich dies jedoch Deutschland angesichts der sehr angespannten innenpolitischen Situation noch leisten kann,ist eine berechtigte Frage,nicht wahr? Antworten
Die EU ist ein Experiment die Schweiz ein erprobtes und bewährtes System. In der Schweiz müssen die Leute zu solchen Sachen noch befragt werden. Die Deutschen waren mit 75% gegen den Euro. Die Gründe für die aktuelle Schwächung der Schweiz liegen hingegen bei den EU-Turbos welche erfolgreich eigene Schweizer Lösungen sabotieren und blockieren. Früher nannte man das Landesverrat. Antworten
Das EU-Problem was hier debattiert wird, wird wohl nicht gelöst werden können, denn wer (in der EU Politik) fühlt sich schon verantwortlich? Es sind ja alles nur hochdotierte Politiker, die die Schuld umherreichen. Einzig verantwortlich könnten die Staatschefs der einzelnen EU Länder sein. Und wie können sie das Problem lösen? Ausstieg aus der EU. Antworten
Das Leben auf Pump ist keine Frage von Sozialismus oder EU. Es ist eine individuelle Einstellung, die zum Massenphänomen wurde. Auch solide bürgerliche Mehrheiten haben dies über Jahre hinweg für ihre Länder sanktioniert. Aber heute gehört es ja scheinbar zur Grundausstattung - wer einen Job hat, darf auch ein Auto haben? Und: Hauskauf ohne Eigenkapital - alles auf Pump, und alle machen mit. Antworten
Dieses Debakel war voraussehbar, weil die wirtschaftlichen Voraussetzungen der einzelnen Mitgliedsländer viel zu unterschiedlich waren. Da wurde etwas durchgestiert, was von Anfang an kein solides Fundament hatte. Die Wirtschaft schwafelte von den "Märkten, die sich auftun" und für die Linken war es die Erfüllung eines ideologischen Traums. Bin erstaunt, dass das Experiment so lange funktionierte. Antworten
An alle Schweizer die jetzt glauben die Schweiz wäre nicht beim Euro dabei: Sie ist es! Natürlich nicht juristisch, aber da die Schweizer Volkswirtschaft nur in einem "Wechselkursband" EUR/CHF Wettbewerbsfähig ist, ist sie quasi im Euro, bzw. in dem wie im Artikel beschriebenen "Wechselkursregime" wie es ihn bis 1999 gab. Der Euro, das ist unsere Währung, aber euer Problem! Antworten
Die Genossen der SP und der Gruenen wollen ja nur unser Bestes! Naemlich unser Geld. Dafuer propagieren sie seit Jahren EU Beitritt und Asylantenschwemme! Zum Glueck gibt es in der Schweiz noch genug muendige Buerger die den ganzen Schwindel durchschauen und nicht wie bloeckende Schafe den sozialistischen Mantras folgen. Antworten
Wer nur ein bisschen denken kann, sah schon vor Jahren das Deasaster voraus. Ein Zusammenschluss von europäischen Staaten, ohne Einbezug der Bevölkerung in den ganzen Prozess, muss scheitern. Ich frage mich nur, weshalb so viele Leute und vor allem auch die SP-CH immer noch an einem raschen EU-Beitritt festhalten?! Antworten
Griechenland ist nur die Spitze des Eisbergs; wehe wenn bekannt wird, wie Spanien und Italien mit Goldman-Swap-Geschäften ihre Staatsschulden "verschönerten" haben. Was wird kommen? Entweder man wirft die "Sündenstaaten" aus der EWU raus, oder man führt einen europaweiten Finanzausgleich ein, damit bankrotte EU-Staaten über leben......mal schauen wie gross die EU-Euphorie dann noch ist! Antworten
Auch ich bin froh, dass wir nicht zur EU gehören. Doch was nützt’s, wenn es den Ländern rund um die Schweiz schlechter geht, werden wir es auch zu spüren bekommen. Und wer kennt die Bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU im Detail, wird da nicht schon gehörig bezahlt. Wir hängen voll mit drin ob wir wollen oder nicht. Antworten
Die Welt ist doch recht einfach - in den Augen des Tagi. Der Euro wird abgeschafft und alles ist ok. Leider wird nicht weitergedacht. Es wäre schön, wenn es plötzlich 16 Währungen im free-flow geben würde - die alle (!) versuchen, abzuwerten. Das eigentliche Problem sind die Derivatehändler (=Spekulanten), die jetzt Kasse machen wollen. Und die sitzen (mal wieder) am Paradeplatz... Antworten
Deutschland had auch ein Riesendefizit, an der Grenze des in der EU erlaubte. Das nennt Herr Löpfe "sparen"? Das britische Defizit ist noch etwas höher als das Griechenlands; aber das UK hat noch sein Pfund. Deshalb kann Gordon Brown periodisch die Welt retten. Antworten
Ich möchte mal an die 90er erinnern wo es noch keinen Euro gab. Damals wurden DM und CHF stark aufgewertet und die anderen werteten bis 30% ab. Wer wieder dahin zurück will hat nichts begriffen, wir hatten damals mehrere Jahre Krise (92-96) ich möchte das nicht nochmals erleben. Es liegt an den Regierungen und nicht an der EU, die Maastrichtkriterien müssen nun durchgesetzt werden. Antworten
Anstatt sich mit dem Thema EU seriös zu befassen, lauten einige Kommentare so in etwa: 'wir Schweizer sind schlauer als 350 Millionen Europäer'. Wie das? Und wenn alle gewagten Prophezeiungen einträfen, gäbe es die EU längst nicht mehr.Gut, jedem Land wieder seine Währung, wie aber so die nächste Krise überstehen? Wie es dann mit China oder dem Panamerikanischen Block aufnehmen? Fragen über Fragen Antworten
Ach die Euroländer werden das schon schauckeln, indem sie weitere Mitglieder aufnehmen und "Nötli" drucken. Z.B. die Türkei, danach Libyen (Silvio hat schon angerufen) und zu guter letzt die Schweiz. Wie sagte doch damals Helmut Kohl auf die Frage warum die Schweiz in die EU soll: "Weil die verdammt viel Geld haben, das wir gut verwenden können". Antworten
Die EU ist sicherlich sehr verbesserungswürdig. Genauso wie die Schweiz einige Jahrhunderte gebraucht hat um ihre heutige Form zu erhalten wird das auch in Europa sein. Viele Schweizer scheinen zu vergessen, dass man für gewisse Dinge lange und hart kämpfen muss. Man kann nicht immer warten bis alles perfekt ist und dann aufspringen. Der Glaube die Eu werde einfach so verschwinden ist naiv. Antworten
Die EU-Beitrittsdebatte wird in der Schweiz ganz unauffällig und todsicher auf später, sprich nach den (Neu)-Wahlen verschoben, wenn sie denn überhaupt je wieder auf die Agenda u/Politiker kommt. Schlechte Beispiele in der EU gibt es zuviele. U/Land muss die Gelegenheit ergreifen und Leute in die Politik wählen welche den anstehenden, schwierigen Zeiten im Umgang mit der EU gewachsen sind. Antworten
Die Causa Griechenland ist nicht überraschend gekommen, Spanien, Irland etc. folgen. Das beunruhigt sehr. Noch ist ein wenig Zeit für das Inselchen Schweiz, präventiv vor dem Euro-Tsunami zu wirken. Selbst auf die Gefahr hin, dass wir von einzelnen Politikern diskreditiert werden, müssen wir für unseren eigenen Schutz besorgt sein. Pech für EU-Turbo Christa Markwalder - sie muss abgewählt werden! Antworten
Mit falschen Versprechen und dadurch viel zu schnell wurde die Europäische Union gegründet. Ein Ballon der jetzt zu platzen droht. Politiker und Bank-Manager sind damit reich geworden. Nun soll das Arbeitervolk mit tieferen Löhnen und viel Druck zur Rettung der aufgeblähten Union sorgen. Eine ausgemolkene Milchhuh führt man zum Metzger, so auch die kranke EU. Antworten
Ich habe mich schon immer gefragt woher die EU so viel Kohle zur Osterweiterung hat. Und kam mir vor als machten wir hier in der CH wohl etwas falsch, also das Geld um uns herum fliesst. Ich hoffe nur dass der Bundesrat diese Fragen bei den Steuerabkommen auf den Tisch legt: Wie genau sind die Angaben der EU, und wieviel Schwarzgeld gibts dort? Aber das wird er wohl nicht... Antworten
Ja, warum haben denn wir Nordländer diese «Geiz ist geil»-Mentalität?? Wie sie selbst schreiben: In Deutschland stagnieren die Löhne seit mindestens 10 Jahren, in Griechenland, Spanien, Irland sind sie nach dem Beitritt in die EU um 30, 40 % gestiegen! Wer als Familienvater in Deutschland Verantwortung trägt, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als die "Geiz ist geil Mentalität"! Antworten
Je nun, das kann ja ernstlich niemanden überraschen, der etwas von wirtschaftlichen Zusmmenhängen versteht. Offenbar sind das nicht wirklich viele. Oder sind die Eurokraten wirklich so naiv, wie sie tun? Früher oder später muss das Kartenhaus doch einbrechen. Antworten
Löpfe's Hufeisen Vergleich ist unpassend. Allenfalls könnte die Metapher auf die Situation in Europe VOR der Einführung des Euros gelten. Die Dummen sind nicht die Deutschen sondern wir. Im Endeffekt zahlt die Schweizer Exportwirtschaft mit einem teuren Franken für die Absicherung irrationaler Aengste und Gewinngelüste angelsächsischer Spekuanten. Antworten
Die EU ist nur durch den EURO verbunden. Die zuvor verdienten Wohlstandsunterschiede waren zu gross, der grösste politische Nenner der letzten Jahre war, dass George Bush ein Idiot sei. Und das ist etwas wenig. Die Eurokraten in Brüssel tun nichts dagegen, dass die Gleichmacherei den Tüchtigen zunehmend vertreibt. Und die SP glaubt immer noch, dass die EU unsere Probleme löst. Antworten
@Erich Schwyzer: Ich weiss Sie meinen das ironisch. Doch wenn die SP meint dies tatsächlich im Ernst. Trotz aller EU-Missstände strebt unsere SP immer noch den EU-Beitritt an, auf der SP Homepage wird stolz verkündet "Die SP Schweiz fordert als einzige Bundesratspartei die rasche Einleitung von EU-Beitrittsverhandlungen, ..." Antworten
Sehr gut Makus Escher, so war es und so ist es noch immer noch. Ich wunderte mich warum die angesprochenen Länder über Nacht zu Wohlstand kamen. Es wurde investiert und zwar auf Pump. Nun wird die Rechnung präsentiert. Ich danke allen, welche es auch so sehen. Antworten
@Markus Escher: Wieso reparieren? hatte das Fass nicht von Anfang an keinen Boden? Die EU wird bittere und dramatische Zeiten vor sich haben. Die Problemländer des Südens sind langjährige EU-Mitglieder, mit den Neu-Mitgliedern des Ostens werden dann noch einmal grosse Lasten hinzukommen, der Lack der Beitritts-Euphorie wird rasch ab sein, Blocher sein Dank sind wir da nicht dabei. Antworten
Man darf hoffen, dass es jetzt auf der hinterste und letzte Linkssypathisant und EU-Freund merkt, in was für ein Debakel die Schweiz steuern würde, wenn sie in diesem Chaos zahlendes Mitglied wäre, ohne Mitspracherechte als kleines Land. Es lebe die Neutralität. Antworten
es wäre nicht das erste mal in der weltgschichte, dass eine von beginn weg unrealistische politische vision, die von den verantwortlichen staatschefs gegen alle vernunft auf biegen und brechen durchgesetzt wird, ins desaster führt... der real existierende kommunismus lässt grüssen... Antworten
Der politische Wille, die Einheitswährung gegen alle Widerstände durchzuboxen. Das passiert wenn das Volk wie es in der EU der Fall ist, keinen direketen Einfluss auf die Politik des Staates nehmen kann egal wie sehr man das hinter nichtssagenden Sätzen zu verstecken versucht wenn ein Volk denkt Demokratie ist es alle 4 JAhre ein Kreuzchen zu machen is so etwas das Ergebnis. Antworten
Die Staaten leiden an stagnierenden Einnahmen und steigenden Kosten auf Grund einer ungehemmten Anspruchshaltung der Bürger und höherer strukturellen Kosten z.B. Gesundheitswesen durch verbesserte Möglichkeiten&Demographie. Die höheren Kosten durch Wachstum auffangen zu wollen funktionniert nicht, nur wer soll das bezahlen? Wenn die globalisierte Kredtiblase platzt, dann gute Nacht! Antworten
Schon seit einiger Zeit interessiere ich mich für die Abläufe und Funktionsweisen von Finanzsystemen und ich komme immer wieder zum Schluss, dass es für mich doch immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist. Zu komplex und vielschichtig sind die Verknüpfungen. Euroland ist offensichtlich ein Produkt von zu viel politschem Aktivismus und zu wenig Know-How. Antworten
Ich habe aus eigener Erfahrung in der Verwandtschaft erlebt, wie und wo EU-Geld in Griechenland versickert! Das Land ist bis an die Zähne korrupt, Miss- und Vetternwirtschaft bestimmen den ökonomischen Alltag. Besagter Verwandter ist mittlerweile im Gefängnis, das Geld aus Brüssel ist längst verbaut, die Anlage steht leer. Antworten
Diese Analyse hätte man auch auch schon früher machen können. Aber bei der Einführung des Euros war in der ganzen Presse Welt eitel Sonnenschein respektive Euphorie. Alle die zur Vorsicht mahnten sind die ewig gestriegen die überhaupt nichts begriffen haben. Nein an dieser Entwiklung ist auch die Presse mitschuld, die kritische Meinungen zuhnemend einheitlichen Berichterstatungen unterdrückt Antworten
Die Länder des Südes haben geglaubt, der Euro bringe ohne grosse Anstrengung Wohlstand. Nun stehen sie fast alle vor dem Bankrott. Der Euro ist eben keine Kuh, die im Norden gefüttert und im Süden gemolken wird.Ob es gelingt, das "Eurohaus" zu reparieren? Antworten
Und nun? Und alle wollen die CH in der EU haben. (Brauchen wohl das Sparschwein um es zu metzgen!) Warum haben die zwar den EURO eingeführt, aber daneben die Landeswährungen abgeschafft? Jetzt ist es zu spät. Mit den Landeswährungen wäre eine "Abwertung" möglich gewesen, ohne dass jemand aus dem EURO hätte austreten müssen. Der US$ taugt nichts mehr, der EURO auch, kommt nun der Yuen? Antworten
Von der Nivellierung wurde so oft gesprochen, auch bevor die EU gegründet wurde. Was zwischen Spanien und Frankreich schleichend, aber doch spürbar passiert, geschieht nun auch zwischen Griechenland und Deutschland. Deutschland muss die Schulden von Griechenland begleichen. Kann man die bankrotten Länder von der Eurokarte abschneiden? Bin Gespannt wann die Forderung kommt, die Schweiz müsse zahlen Antworten
Was der EU fehlt ist eine zentrale Fiskalpolitik. Man wird diese vermutlich neu kreieren, sobald sich der Staub gelegt hat. Das war auch sicher ein Ziel der Gründer der EMU. Durch die Währungsunion kommt die fiskalische Wirtschaftsunion und dadurch die politische Union. Wenn alles nach Plan läuft wird Europa eine Art Föderation. Ob das politisch durchgesetzt wird bleibt allerdings unsicher. Antworten
War doch klar, dass dieses Geflecht, das von einigen Traumtänzern zusammengezimmert wurde irgendwann nicht mehr lebensfähig ist. So gut die Idee einer Einheitswährung ist, so schlecht is die Umsetzbarkeit bei den vielen Eigeninteressen. Banken und Politiker kümmerts nicht, die Spielen weiter als Gaukler und belügen die Steuerzahler. Crash auf Raten und am SChluss das grosse Elend....... Antworten
Leider wieder ein sehr einseitiger Bericht, der auch diesmal ohne dem typischen Seitenhieb auf Deutschland nicht auskommen kann. Leider fehlt der zweite Teil, denn auch ohne Recherche müsste man wissen, dass "Geiz ist geil" in D für viele Menschen nicht Mentalität sondern eine aus der Not geborene Tugend ist. Nämlich dann, wenn der Lohn gerade mal so für einen Monat reicht, wenn überhaupt. Antworten
Die EU-Finanzierer (Deutschland etc.) haben sich selber zu Geiseln der Misswirtschafts-Staaten gemacht, indem sie sich selber mit Euro und PFZ in untrennbare Seilschaft begeben haben. Stürzen Griechenland, Spanien oder Portugal ab, hängen sie voll mit drin. Gott sei dank ist die Schweiz noch nicht EU-Mitglied und wird es hoffentlich nicht werden solange ich lebe. Antworten
Von Italien (52 Jahre EU-Mitglied), Irland (37J), Griechenland (29J) Spanien und Portugal (23J) müsste eigentlich inzwischen vernünftiges Wirtschaften und einen ordentlichen Staat erwarten dürfen. Doch angesichts dort grassierender Korruption und Misswirtschaft schwant einem Böses für die Neu-Erweiterungen (Polen, Rumänien etc.) und zukünftigen Erweiterungen (Serbien, Montenegro, Albanien, etc.) Antworten
Ich hoffe nun, dass die EU - Befürworter verstummen. Zum Glück sind wir in diesem Schlamassel nicht dabei. Wer sonst müsste da mit bezahlen, dass uns das Liegen weh täte? Im Jahr 1996 schon hatte ich vorausgesgat, die EU sei im Jahr 2013 am Ende. Trifft wohl doch etwas früher ein. Deutschland kann nicht mehr bezahlen, sonst wachsen die Spannungen in DE, GB war schlau genug sich raus zu halten.... Antworten
Die Linken und die Gewerkschaften in den Euro - Südländern werden alle zwingend nötigen Sparmassnahmen zu Tode streiken. Vorallem der Deutsche Steuerzahler wird in Zukunft nebst ihrer hohen Staatsverschuldung wegen der Finanzkrise und ihren Ossis auch noch die PISAG - Staaten auf seiner Tasche liegen haben. Da lobe ich mir unser Fränkli und unsere Nationalbank. Antworten
so sieht euer heilland EU aus, liebe euroturbos (fdp, cvp, sp). gottseidank hat das volk nicht auf euch gehört. ihr seid bereit gewesen, die schweiz zugunsten dieses molochs zu verkaufen. ich denke, das thema EU beitritt ist somit enddgültig vom tisch... Antworten
die sp schweiz proklamiert auf ihrer homepage als position zur europapolitik nach wie vor das klare ziel eines "möglichst raschen beitrittes der schweiz zur eu". an den guten absichten für unser land oder an der politischen mündigkeit dieser partei muss deshalb ernsthaft gezweifelt werden. Antworten
Das gibt's nur eines: Zurück zur italienischen Lira, zur D-Mark und zum französischem Franc. Gleichzeitig könnte man mittels Umrechnungskurs die Gelegenheit nützen, dem Sparer sein Geld zurückzugeben, das er bei der Einführung des Euros verlor. Mich wundert schon lange, wer den Euro vermissen würde und weshalb er unbedingt eingeführt werden musste. Antworten
Fuer Griechenland wird wohl der Saulus zum Paulus (Goldman Sachs). George Soros investiert Gelder nicht um sie zu vermehren. Er verfolgt zweifelhafte weltpolitischen Ziele. Ein Freund Europas und der Griechen im Speziellen war er noch nie. Was halten ihnen die EU-Buerokraten entgegen. Man sitzt die nicht aus. Die agieren und handeln. Blockiert doch den Handel mit den Derivaten.Ganz einfach handeln Antworten
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Ueli Kaiser
@Rolf Schumacher: Ich denke nicht, dass Polen ins Wanken kommt. Denken wir nur daran, dass Polen als einziges Land Europas erkannt hat, dass es die Schweinegrippe eigentlich gar nicht gibt, sie hat einen grossen Bogen um PL gemacht, Schweiz und Deutschland rannten wie schturme Hühner in Hühnerhof herum, und kauften Tamiflu und Impfungen. Und Polen hat erkannt, dass es noch Zeit für den Euro hat. Antworten