Wirtschaft
Italiens solideste Bank
Aktualisiert am 10.01.2012 4 Kommentare
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Das organisierte Verbrechen kann in Italien mit einer Liquidität von 65 Milliarden Euro rechnen – so viel also wie kein Geldhaus im Stiefelstaat. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht des italienischen Kaufleuteverbands Confesercenti hervor. «In dieser Krisenphase ist die Mafia AG die einzige Struktur, die über liquide Mittel für Investitionen verfügt», warnte Confesercenti-Präsident Marco Venturi.
Die Mafia nutze die Krise aus, um immer tiefer in das Wirtschaftssystem in Nord- und Mittelitalien einzudringen. Das organisierte Verbrechen sei Italiens Unternehmen mit dem höchsten Umsatz. Wie aus der Studie hervorgeht, steht die Kriminalität in dem Mittelmeerland mit 140 Milliarden Euro Umsatz für sieben Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP).
Im Würgegriff der Wucherer
Der Jahresbericht von Confesercenti nannte illegale Müllentsorgung, Schutzgelderpressung, illegalen Geldverleih, Diebstahl, Betrug und Schmuggel als Hauptgeschäftsbereiche der kriminellen Organisationen. Die Mafia dringe jedoch auch immer tiefer in den Verkehrs- und Logistikbereich sowie in die Glücksspielbranche und in den Sport ein.
Täglich wandern enorme Summen von den Taschen der italienischen Unternehmer und Kaufleute in jene der Mafiosi. Eine Million Unternehmer seien Opfer der Mafia. Die finanzielle Krise belaste viele Wirtschaftstreibende, die zu Opfern der Verbrecher würden. Tausende Kaufleute seien bereits in den Würgegriff der Wucherer geraten, geht aus dem Bericht hervor. Die Mafia bereichere sich immer mehr auch durch Produktpiraterie und illegale Bauten, deren Umsatz auf zehn Milliarden Euro geklettert sei.
Kooperieren statt anzeigen
Confesercenti warnte auch vor einer zunehmenden Unterwanderung legaler Betriebe durch mafiöse Organisationen. Dies betreffe auch grosse italienische Unternehmen, vor allem Baufirmen, die lieber mit der Mafia zusammenarbeiteten, als deren Erpressungen anzuzeigen, hiess es.
Auch in der Lebensmittelbranche habe die Mafia in manchen Regionen Süditaliens die Kontrolle übernommen, ging aus dem Bericht hervor. So seien die Preise vieler Landwirtschaftsprodukte vom organisierten Verbrechen bestimmt. (ami/sda)
Erstellt: 10.01.2012, 13:36 Uhr
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4 Kommentare
Was soll an dieser Meldung neu sein? Von Moro bis Berlusconi sassen die Dirigenten der "friends of the italian opera" seit 60 Jahren an den Pulten der Macht im Regierungspalast. Die herrschenden Clans könnten nur durch einen Aufstand der Massen beseitigt werden. Doch Italien funktioniert anders. Antworten
Was in Gottes Namen ist denn die «Mafia AG»? Ein börsenkotiertes italienisches Unternehmen? Wenn sogar kaufmännische Verbände die Nähe der ehrenwerten Gesellschaft zum legalen Unternehmertum betonen, dann stimmt im System irgend etwas nicht mehr ganz. Unter solchen Voraussetzungen dürften die Sparbemühungen von Italiens Super-Mario kaum über verbale Formen hinausgedeihen. Antworten
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