Janet Yellen dreht an der Zinsschraube

Die Leitzinsen in den USA steigen weiter. US-Notenbankchefin Yellen erhöht um 0,25 Prozentpunkte.

Machte schon Anfang März in Chicago deutlich: Sie wird die Zinsen weiter erhöhen. Fed-Chefin Janet Yellen am 13. März 2017.

Machte schon Anfang März in Chicago deutlich: Sie wird die Zinsen weiter erhöhen. Fed-Chefin Janet Yellen am 13. März 2017. Bild: AP Photo/Andrew Harnik

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Die US-Zinsen steigen weiter: Plus 0,25 Prozentpunkte auf einen Korridor von 0,75 bis 1,00 Prozent hat Notenbank-Chefin Janet Yellen die Zinsen heute Abend angezogen.

Die Zinserhöhung wurde vom Markt erwartet: Nach entsprechenden Signalen der Währungshüter hatten sich die Finanzmärkte bereits darauf einstellt. Die US-Wirtschaft hat sich weiter stark entwickelt. Die jüngsten Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sind gut und auch die Löhne und Gehälter im Februar sind gestiegen, wenn auch schwächer als erwartet.

Was macht Trump?

Es ist die zweite Zinserhöhung durch die Federal Reserve innerhalb von drei Monaten. Und die Fed will laut ihrem heutigen Ausblick dieses Jahr noch zwei weitere Zinserhöhungen bringen. Trump setzt mit seinen Plänen für die Wirtschaft zwar nicht auf niedrige Zinsen. Aber er möchte einen möglichst schwachen Dollar, damit US-Firmen ihre Produkte günstig ins Ausland verkaufen können.

Lässt Yellen die Zinsen aber in diesem Jahr markant steigen, stärkt das auch den Dollar. Und das ist dann nicht im Sinne der neuen US-Regierung. Denn Einfuhren aus China, Mexiko oder anderen Staaten werden dann durch den Währungseffekt noch günstiger und schwächen die US-Produktion.

Schweizerische Nationalbank dürfte Füsse ruhig halten

Die Notenbank reagiert mit ihrem Schritt auf die rund laufende Konjunktur mit anziehenden Preisen und einem weitgehend leer gefegten Arbeitsmarkt. Im Februar war in den USA die Inflationsrate auf 2,7 Prozent gestiegen von 2,5 Prozent. Die Kerninflationsrate, die die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, fiel erwartungsgemäss von 2,3 Prozent auf 2,2 Prozent. Währungshüter gehen bei einer Inflation von knapp 2 Prozent von stabilen Preisen aus.

Damit untermauert die Inflation die am Mittwoch von der Fed bekanntgegebene geldpolitische Straffung. Die Fed hatte sich 2016 und 2015 noch zurückgehalten und jeweils nur eine Erhöhung gewagt.

Die Schweizerische Nationalbank dürfte jedoch an ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom (morgigen) Donnerstag weiterhin die Füsse ruhig halten. Denn die Leitzinserhöhung in den USA ist am Devisenmarkt weitgehend eingepreist. Eine nachhaltige Erstarkung des Dollars erscheint in Finanzkreisen vor diesem Hintergrund fraglich. Entspannung gäbe es erst, wenn auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre extrem expansive Geldpolitik zurückfahren würde. (jdr/ish)

Erstellt: 15.03.2017, 19:00 Uhr

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