Wirtschaft
Kalter Winter treibt Ölpreis über 80 Dollar
Der Ölpreis ist mit einem soliden Anstieg in die erste Handelswoche des neuen Jahres gegangen. Der Preis stieg im Computerhandel um 1,55 US-Dollar auf 80,91 Dollar pro Barrel (159 Liter). Der Anstieg wird mit neuen Hoffnungen auf Erholung der US-Konjunktur begründet. Ausserdem treibt der Winter auf der Nordhalbkugel die Ölnachfrage.
Öl ist gerade in den letzten Wochen deutlich teurer geworden, im Dezember wurden zeitweise nur 69 Dollar bezahlt. Ein Ölpreisschock im laufenden Jahr mit einem schnellen Anstieg scheint aber unwahrscheinlich. Ölexperten sehen die Märkte gut versorgt, die Produktionspotenziale ausserhalb der OPEC würden wachsen.
Weissrussland bekommt Öl
Unterdessen fliesst offenbar weiter Öl von Russland nach Weissrussland trotz eines Preis-Streits. Eine Sprecherin der staatlichen Ölgesellschaft von Weissrussland sagte, die Raffinerien würden ausreichend beliefert. Vorher hatte es Streit über die Preise für russisches Öl gegeben. Im Kern geht es darum, dass Russland höhere Preise für Öl haben will, dass Weissrussland verarbeitet und dann weiterexportiert. Preisstreitigkeiten mit Nachbarländern über Öl und Gas hatten in der Vergangenheit auch Westeuropa berührt, weil die Leitungen aus Russland durch diese Länder führen.
Deutschland wird bei der Rohölversorgung immer abhängiger von Russland. Bis Ende Oktober führte Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt knapp 83 Millionen Tonnen Öl ein, wovon 29 Millionen aus Russland stammten. Wie der Mineralölwirtschaftsverband am Montag mitteilte, sanken die Importe auch wegen der Wirtschaftskrise um etwa 7 Prozent. Die Lieferungen aus Russland aber legten um 3 Prozent zu.
Förderung massiv ausgebaut
Eingebrochen sind dagegen die Lieferungen aus den beiden anderen traditionellen Versorgergruppen, den Nordseeländern und der OPEC. Aus der Nordsee kam etwa 23 Millionen Tonnen (minus 19 Prozent), von der OPEC kamen 15,5 Millionen Tonnen, fast 11 Prozent weniger. Vor allem die Fördergebiete in der Nordsee geben immer weniger Öl her, weil die Lager unter dem Meeresboden zu Ende gehen.
Russland setzt seit Jahren auf einen massiven Ausbau der Öl- und Gasförderung. Im Jahr 1995 lag die gesamte russische Förderung bei 310 Millionen Tonnen, 2008 waren es 487 Millionen Tonnen. Damit hat Russland den weltgrössten Förderer Saudiarabien mit 514 Millionen Tonnen im Jahr 2008 fest im Visier. Auch beim Gas dreht Russland den Hahn auf: 1990 lag die Förderung bei 640 Milliarden Kubikmetern, 2008 waren es 654 Milliarden. (cpm/ap)
Erstellt: 04.01.2010, 16:59 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



