Wirtschaft

«Kommende Woche dürfte es an der Börse turbulent werden»

Aktualisiert am 06.08.2011 22 Kommentare

Die USA verlieren zum ersten Mal in der Geschichte das AAA-Rating. Analysten befürchten nun heftige Reaktionen auf den Märkten. Die Schweiz werde dies stark zu spüren bekommen, glaubt SF-Börsenexperte Jens Korte.

Glaubt, dass die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit der USA das Problem der Frankenstärke verschärfen könnte: SF-Korrespondent Jens Korte. (Bild: SRF/Pascal Mora)

Glaubt, dass die Herabsetzung der Kreditwürdigkeit der USA das Problem der Frankenstärke verschärfen könnte: SF-Korrespondent Jens Korte. (Bild: SRF/Pascal Mora)

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Die Entscheidung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Kreditwürdigkeit der USA von AAA auf AA+ herabzusetzen, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Die US-Regierung zeigt sich verärgert, dass das Land zum ersten Mal seit 1917 die Bestnote verloren hat. Die Analyse von S&P liege weit daneben, sagte ein Regierungsbeamter gegenüber dem US-Sender CNN. Andere Quellen, die der Sender ebenfalls nicht namentlich nennt, sprechen von einem politischen Zug und einem überstürzten Entscheid.

Dass die Regierung Kritik an der Ratingagentur übt, vermag angesichts des hart erarbeiteten Kompromisses im US-Schuldenstreit nicht zu erstaunen. Doch die Obama-Administration bleibt nicht allein mit ihrem harschen Urteil. Unabhängige Kommentatoren hinterfragen die Ratingagentur ebenfalls: «Standard & Poor’s ist nicht die Stimme Gottes», relativiert etwa Jeffrey Toobin, Politanalyst bei CNN.

Trotzdem sind mehrere Kommentatoren verunsichert, welche Auswirkungen die Herabstufung der Kreditwürdigkeit haben wird. Einige befürchten schwerwiegende Folgen für die Weltwirtschaft, andere wiederum bezeichnen das Rating von S&P als bedeutungslos. «Die Vereinigten Staaten waren bisher noch nie in dieser Situation, deshalb ist es schwierig zu sagen, wer Recht hat», schreibt Dylan Matthews, Kommentator der «Washington Post».

«Wir werden eine reflexartige Reaktion sehen»

Zumindest in absehbarer Zeit dürfte der Entscheid jedoch Auswirkungen haben – auch auf die Schweiz. Durch die Herabstufung der US-Bonität ist erst recht kein Ende der Frankenstärke in Sicht. «Warum sollen Investoren ausgerechnet jetzt auf den Dollar setzen und den Schweizer Franken abstossen?», sagt etwa Jens Korte, Wall-Street-Korrespondent des Schweizer Fernsehens, auf DRS 4 News. Die Herabstufung treffe den Markt nicht völlig unerwartet, sagt der Kommentator zwar, gleichwohl erwartet er aber am Montag ein Chaos an den Börsen: «Kommende Woche dürfte es turbulent werden.»

Diese Meinung vertreten auch amerikanische Finanzanalysten: «Wir werden am Montag eine reflexartige Reaktion sehen», sagt Jack Ablin, Investment-Experte bei der Harris Private Bank, gegenüber der «Huffington Post». So erwartet das «Wall Street Journal», dass am Montag sogleich Staatsanleihen abgestossen werden. Zudem bestehe Unsicherheit, in welche Richtung sich die Märkte auf der Suche nach sicheren Anlagen orientieren würden.

Erstellt: 06.08.2011, 10:15 Uhr

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22 Kommentare

Sylvia Keller

06.08.2011, 11:40 Uhr
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Jetzt mal ganz ehrlich: AA+ ist doch noch immer viel zu hoch wenn man realistisch ist. Hier wird bloss über die wahre Lage der Volkswirtschaft hinweggetäuscht. Auch in Europa (inkl. CH) werden die Arbeitslosenzahlen stark manipuliert, um die wahre Wirtschaftlage zu verbergen. Die Arbeiterklasse wird in Wirklichkeit zerstört und die Mittelschicht befindet sich im letzten Stadium der Auflösung. Antworten


Claude-Antoine Heman

06.08.2011, 13:05 Uhr
Melden 25 Empfehlung

@maag: ausgerechnet die SVP soll die Arbeiter- und Mittelschicht vertreten? In keiner anderen Partei, gibt es so viele Millionäre,angefangen mit CB. Und viele Millionäre unterstützen die SVP, s. Ospel, Vasella u. Consorten. CB will ja nach Tea Party Modell den Staat schwächen wenn nicht abschaffen, damit die Grossunternehmen noch mehr Mio scheffeln können! Antworten



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