Lettische Bankkunden in Panik

Aktualisiert am 12.12.2011 8 Kommentare

Gerüchte über eine anstehende Bankenpleite führten in Lettland am Wochenende zu einem Sturm auf Bankautomaten. Vielerorts ist kein Geld mehr zu bekommen.

Alle Monate wieder? Im November räumten die Letten ihre Konten bei der Krajbanka leer (Bild), jetzt war die Swedbank dran.

Alle Monate wieder? Im November räumten die Letten ihre Konten bei der Krajbanka leer (Bild), jetzt war die Swedbank dran.
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Aus Angst vor Bankpleiten haben die Letten gestern die Geldautomaten leergeräumt. Gerüchte über Probleme bei der Swedbank und anderen in Lettland aktiven schwedischen Banken sorgten für panikartige Abhebungen. Die Bankkunden reagierten offenbar aufgrund alarmierender Botschaften beim Kurznachrichtendienst.

Heute Morgen war an 126 der 298 Geldautomaten der Swedbank kein Geld mehr zu bekommen, wie das Institut mitteilte. In den Filialen und im Internet würden besorgte Kunden nach ihrem Geld fragen, sagte der Chef der schwedischen Bank in Lettland, Maris Mancinskis. Die Gerüchte über finanzielle Probleme seien aber «nicht nur falsch, sondern absurd», versicherte Mancinskis im lettischen Fernsehsender LNT TV.

Hatte Mancinskis die abgehobene Summe zuvor noch mit zehn Millionen Lats angegeben, bezifferte eine Sprecherin der lettischen Swedbank-Tochter die abgehobene Summe am Montag gegenüber der baltischen Nachrichtenagentur BNS auf 24 Millionen Lats (42 Millionen Franken). In dieser Zahl seien die Aktivitäten der Kunden am Montag noch nicht enthalten. Normalerweise würden an einem Tag nur etwa 1 Millionen Lats abgehoben.

Panik bereits im vergangenen Monat

Der Chef der lettischen Finanzaufsicht, Janis Brazovskis, sagte dem Sender, die Gerüchte über die Swedbank seien über soziale Netzwerke und Kurznachrichtendienste verbreitet worden. Die Polizei ermittle, wer dahinterstecke.

Swedbank-Chef Macinskis führte die Panik-Reaktion der Kunden auch auf die überraschende Pleite der Latvijas Krajbanka im vergangenen Monat zurück. Krajbanka ist eine Tochter der litauischen Bank Snoras. Litauens Zentralbank hatte das Geldinstitut für pleite erklären müssen, ihm die Lizenz entzogen und es anschliessend verstaatlicht. Den beiden Eigentümern, dem Russen Wladimir Antonow und seinem litauischen Partner Raimondas Baranauskas, wirft die Justiz massiven Betrug vor.

Gerüchte seien grundlos

Ein Unternehmenssprecher betonte, die Position der Bank sei mehr als solide. Lettlands Bankenaufsicht erklärte, die Gerüchte seien grundlos. Es sei nicht nötig, sich um die finanzielle Situation der Swedbank zu sorgen. Die Swedbank gehört in Europa zu den am besten kapitalisierten Finanzinstituten.

Probleme in der Bankenbranche haben in Lettland eine lange Geschichte. Nach dem Zusammenbruch der Parex Bank 2008 war Lettland gezwungen, Hilfen des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Union zu beantragen. (ami/sda)

Erstellt: 12.12.2011, 10:43 Uhr

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8 Kommentare

joe walz

12.12.2011, 13:07 Uhr
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aus meiner sicht ist das legitim. und ich hätte auch panik. Antworten


Alejandro Galan

12.12.2011, 08:27 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Der Kern des ganzen mafiösen Bankensystems in Lettland ist die künstlich erzeugte Bank Citadele (75 % Staat, 25 % EBRD (EU Bank for Reconstruction and Development)).Cidele wurde von der Lettischen Regierung unten Zeitdruck gegründet, um Zerfall von den Bank Latvijas Krajbanka, Parex Bank und Bankas Snoras vor den Kunden verschönen. Swedbank Fall ist eine Folge des obskures Konstrukts, zu erwarten Antworten



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