Milliarden-Verlust bei der SNB

Die Bilanz der Nationalbank für 2015 wird wohl negativ ausfallen. Gehen die Kantone leer aus?

Der starke Franken beeinflusst auch das Ergebnis der SNB: Präsident Thomas Jordan an einer Pressekonferenz in Bern. (10.12.2015)

Der starke Franken beeinflusst auch das Ergebnis der SNB: Präsident Thomas Jordan an einer Pressekonferenz in Bern. (10.12.2015) Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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Die starke Aufwertung des Frankens im vergangenen Jahr wirkt sich auch auf das Jahresergebnis der Schweizerischen Nationalbank (SNB) aus. Gemäss Berechnungen der «Schweiz am Sonntag» dürfte der Jahresverlust bei über 30 Milliarden Franken liegen. Deshalb ist weiterhin unklar, ob der Bund und die Kantone mit der Gewinnausschüttung über eine Milliarde Franken rechnen können.

Der starke Franken hatte nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die SNB für eine Abwertung der Devisenreserven gesorgt. Im Sommer wies die SNB deshalb einen Semesterverlust von 50 Milliarden Franken aus. Ende September betrug der Verlust noch 33,6 Milliarden. Im Vergleich zum Rekordgewinn vom Vorjahr in der Höhe von 38 Milliarden könnte das Ergebnis also ganze 70 Milliarden schlechter ausfallen.

Der Bund und die Kantone haben erst ein einziges Mal keine Gewinnausschüttung erhalten. 2013 fiel sie wegen Verlusten aus dem tiefen Goldpreis aus. Die geltende Regelung besagt, dass die Ausschüttungsreserve nicht negativ werden darf. Sie beträgt derzeit 27,5 Milliarden. Laut der «Schweiz am Sonntag» könnte auf die Ausschüttung verzichtet werden, um das ohnehin knappe Eigenkapital der SNB nicht weiter zu schmälern.

«Werte realistisch und erreichbar»

Ein Ausfall würde «den Spardruck oder den Druck auf Steuererhöhungen verstärken», sagt Peter Hegglin, Zuger Regierungsrat und Präsident der kantonalen Finanzdirektoren, zur «Schweiz am Sonntag». Er weist darauf hin, dass 2016 die Vereinbarung zur Ausschüttungspolitik neu verhandelt werden muss, da diese nur für 2011 bis 2015 festgelegt wurde.

«Ich gehe immer noch davon aus, dass die bisherigen Werte realistisch und erreichbar sind», betont Hegglin. «In den Grundzügen sollte die Vereinbarung Bestand haben.» Er glaubt deshalb, dass die Ausschüttung gesichert ist.

Auch die «Zentralschweiz am Sonntag» kommt zu diesem Schluss. Sie geht davon aus, dass Bund und Kantone mit dem Geld rechnen können. Ihren Schätzungen zufolge dürfte die SNB das Jahr mit einem Verlust von rund 20 Milliarden Franken beendet haben. Dann bliebe der Saldo der Ausschüttungsreserve positiv. (ij)

(Erstellt: 03.01.2016, 13:22 Uhr)

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