Wirtschaft

Eine unmoralische Geschäftsidee

In der Krise entdeckt eine Bank in China ein neues Produkt: die Kreditkarte für die Zweitfrau.

Wenigstens die Kreditkarte ist für die Mätresse rosig.

PD

Chinas Banken haben den Quasi-Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems mit Schürfwunden und einigen Kratzern gerade so überstanden. Trotzdem scheinen die Goldenen Zeiten vorbei zu sein: Die Börsenblase ist geplatzt, die Immobilienmärkte sind eingebrochen, jetzt leiden auch noch die Exportfabriken.

Die Aktie der Pekinger Hua-Xia-Bank hat im letzten Jahr massiv an Wert verloren. In ihrer Not haben die Manager nach neuen Märkten und Finanzprodukten gesucht – und entdeckten die Frauen. Genauer gesagt die Zweitfrauen, Nebenfrauen, Geliebten und Mätressen.

Sie heisst «Schönes Mädchen»

Die Werbekampagne der Hua Xia Bank für die neue Kreditkarte «Schönes Mädchen» ist landesweit zum Gesprächsthema geworden – und selbst die Manager der schon seit Monaten dauerdeprimierten Finanzbranche lachen mit. Die Kreditkarte ist lila und mit dem Bild einer grossen Blüte bedruckt. In den ganz in rosa gehaltenen Zeitungsanzeigen hält ein lächelndes Model die Kreditkarte an ihren Mund. Darunter steht ein Gedicht: «Sie braucht Aufmerksamkeit, / sie liebt es, verwöhnt zu werden und braucht ihre Privilegien. / Sie mag kleine Überraschungen. / Sie versteht die Herzensgefühle: Die Hua-Xia-Schönes-Mädchen-Kreditkarte versteht das Herz einer Schönheit.»

Erstmals haben Chinas Konkubinen jetzt also auch eine eigene Kreditkarte. Tatsächlich sind Zweit- und Nebenfrauen längst ein wichtiger Zweig der chinesischen Luxusartikelindustrie geworden. Und viele wohlhabende Unternehmer und Manager investieren Vermögen in ihre ausserehelichen Beziehungen.

Liu Jinbao, damals Chef der Bank of China in Hongkong, soll seiner Mätresse Schönheitsoperationen im Wert von über vier Millionen Yuan (umgerechnet rund 440'000 Euro) bezahlt haben. Es heisst, er habe sie nach dem Vorbild einer alten Jugendliebe umoperieren lassen. Leider gehörte das Geld gar nicht Liu, sodass er später wegen Betrugs, Bestechung und Kreditmauschelei zum Tode verurteilt wurde. Das alles wird in der Anzeige natürlich nicht erwähnt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.03.2009, 04:02 Uhr

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6 Kommentare

Dorothee kaiser

20.03.2009, 22:41 Uhr
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Was fuer eine Idee...!! Frau Richard sagt eine Idee fuer Russland, USA, Deutschland.... NEIN, fuer Canada!!! Denn hier ist keine Ehe noch "normal" oder besser gesagt gesittet. Bin seit 11 Jahren gluecklich verheiratet und habe zwei Kinder (vom selben Mann) Das ist etwas sehr aussergewoenliches fuer Canada. Wie gesagt, es kommnt darauf an was auf dem Konto ist...Was fuerEine coole und stupide Idee Antworten


Jin Schwegler

20.03.2009, 11:16 Uhr
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Würden die Zweitfrau wirklich solche Kreditkarte benutzen? Dann wissen alle, dass sie eine Geliebte ist. Haben Frauen in China kein Stolz mehr? Antworten


Hans Benand

20.03.2009, 08:39 Uhr
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Ich bezahle für meine Freundin mit der Migros Kreditkarte "Budget", denn es kommt nicht drauf an wie sie aussieht, sondern was in ihr drin steckt oder besser was drauf ist - auf dem Konto ;=)) Antworten


Helena Müller

20.03.2009, 08:16 Uhr
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Oh je. Geschäftsideen scheinen nie auszugehen. Antworten


Annemarie Richard

19.03.2009, 22:55 Uhr
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Für schweizerische Verhältnisse nicht tauglich. Bankgeheimnis. Als Exportartikel nach Amerika, Deutschland, Frankreich und Russland sehr empfehlenswert. Umsatzsteigerung, Ausfallsersatz ( BG) für Privatbanken durchaus möglich. Empfehlung einer Indianerin. Antworten


Martin Lienert

19.03.2009, 22:27 Uhr
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Im Prinzip ist das ja nichts anderes als Werbung fuer eine andere Art von Prostitution. Wie kann so eine gesunde Gesellschaft entstehen? Antworten



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