Wirtschaft

Mit einer Kontaktlinse gegen den Grünen Star

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 19.04.2009

Linse mit eingebautem Messgerät.

Linse mit eingebautem Messgerät. (Bild: A. Rabbatt)

Name: Sensimed

Branche: Medizinal-Technologie

Gegründet: 2003, operativ seit 2007

Mitarbeiter: 12 Beschäftigte

Ursprung: EPFL Lausanne

Standort: Lausanne

Finanzierung: Venture-Capital

Der grüne Star ist eine heimtückische Krankheit, die meist erst entdeckt wird, wenn der Patient bereits einen Teil des Sehvermögens verloren hat. Ein grosser Teil der Patienten erblindet sogar, nachdem die Krankheit diagnostiziert ist und behandelt wird. Das liegt daran, dass die Augenärzte bislang nicht in der Lage waren, den Ursprung des Problems richtig zu erfassen: den zu hohen und stark schwankenden Augendruck. Sensimed hat eine Kontaktlinse entwickelt, welche den Augendruck während 24 Stunden überwacht und aufzeigt, wann er im Tagesverlauf seinen Höhepunkt erreicht und wie stark er schwankt. So kann die Erkrankung besser diagnostiziert werden, zudem werden Probleme bei der Behandlung deutlich. Man erkennt, ob ein Medikament wirkt, richtig dosiert ist oder sich Resistenzen entwickelt haben. Bislang konnten Augenärzte den Augendruck nur punktuell erfassen. Je nach Zeitpunkt der Messung zeigte sich ein völlig falsches Bild.

Die Vermarktung des Produkts ist soeben angelaufen. Für Augenärzte ist diese Linse, die Daten speichert und drahtlos überträgt, eine Revolution. Bei Sensimed steht eine zweite Finanzierungsrunde über 10 Millionen Franken an; 6 Millionen sind gesichert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.04.2009, 21:49 Uhr

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