Moskau spannt mit Peking zusammen – Dollar als Weltwährung soll weg

Jüngst hat Chinas Regierung einen empfindlichen Angriff gegen die US-Währung gestartet. Jetzt bekommt das Reich der Mitte Unterstützung vom nördlichen Nachbarn.

Jahrzehntelang die Währung im internationalen Handel: Der US-Dollar kommt immer mehr unter Druck.

Jahrzehntelang die Währung im internationalen Handel: Der US-Dollar kommt immer mehr unter Druck.

Artikel zum Thema

Eine neue Weltwährung

Vor rund drei Monaten schlug China eine neue Leitwährung für den Welthandel vor. Diese solle an die Stelle des US-Dollars treten, erklärte der chinesische Zentralbankchef Zhou Xiaochuan. Auf diese Weise könne verhindert werden, dass das Währungssystem durch das Handeln einzelner Staaten beeinflusst werde. Gesteuert werden soll das neue Währungssystem den Vorstellungen des Zentralbankchefs zufolge stattdessen vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Am Gifpeltreffen der sogenannten BRIC-Staaten im russischen Jekaterinburg forderte der russische Präsident Dmitri Medwedew Alternativen zum Dollar als weltweiter Reservewährung. Er betonte, dies sei notwendig, um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Sein Wirtschaftsberater Arkadi Dworkowitsch kündigte an, Moskau werde einen Teil seiner Reserven in Brasilien, China und Indien anlegen.

Am Gipfel sprachen sich Russland, China, Brasilien und Indien für eine tiefgreifende Reform des Weltwährungssystems aus. Die globalen Finanzinstitutionen müssten an die Bedürfnisse einer veränderten Weltwirtschaft angepasst werden, forderten sie am Dienstag in einer Abschlusserklärung.

Das weltweite Währungssystem müsse stabiler, berechenbarer und auf eine breitere Grundlage gestellt werden, hiess es. Die Gipfelteilnehmer riefen ausserdem zu Unterstützung für eine demokratischere und «multipolare» Weltordnung auf. Aufstrebende Staaten sollten mehr Mitspracherechte in wichtigen Institutionen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds erhalten.

China unterstützt Wirtschaft asiatischer Länder

China kündigte auf dem Gipfel der Shanghaier Kooperations-Organisation ebenfalls in Jekaterinburg zehn Milliarden Dollar Unterstützung für Länder in Zentralasien an. Präsident Hu Jintao erklärte, der zugesagte Kredit solle den Volkswirtschaften helfen, die mit den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise zu kämpfen hätten.

Medwedew begrüsste den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, der wegen der Proteste gegen seine Wiederwahl mit einem Tag Verspätung anreiste. Der Iran hatte Beobachterstatus beim Gipfel der Shanghaier Kooperations-Organisation, der sechs Staaten angehören: China, Russland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Auch die Präsidenten von Afghanistan, Indien und Pakistan kamen zu den Beratungen. (Vladimir Isachenkov/ap)

Erstellt: 17.06.2009, 14:29 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

1 Kommentar

Ronnie König

17.06.2009, 18:08 Uhr
Melden

Ob die Amerikaner das so hinnehmen bin ich mir nicht so sicher! Ob dies der Anfang vom Ende ist? Kommt nachher die Welt, die wir nur aus dem Science-Fiction kennen mit einer Weltregierung? Prost und gute Nacht, sag ich da bloss. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Lokale Suche

Marktplatz

Umfrage

Gesetzt den Fall, Geld spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Würden Sie in Andermatt eine Ferienwohnung kaufen?




Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 votes au total