Wirtschaft

Nationalbank will Grossbanken kleinhalten

Aktualisiert am 08.05.2009 5 Kommentare

«Too big to fail», dieser Grundsatz gehört laut der Schweizerischen Nationalbank bald der Vergangenheit an. Wie das geht, erklärte Bankdirektor Thomas Jordan.

Nicht zu gross werden: Neue Direktive für Schweizer Banken, erklärt von Thomas Jordan.

Nicht zu gross werden: Neue Direktive für Schweizer Banken, erklärt von Thomas Jordan.
Bild: Keystone

«Die grosse Herausforderung wird es sein, Wege zu finden, wie solch grosse Firmen in Krisenzeiten ohne Staatsintervention heruntergefahren werden können», sagte SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan in einer Rede vor Anlage-Spezialisten in Zürich. Jordan reagierte damit auf die Frage, welche Schritte nötig sind, um die Grösse der Banken UBS und Credit Suisse zu limitieren. «Das heisst auch, dass einige Firmen eine gewisse Grösse nicht überschreiten sollten», so der SNB-Direktor weiter.

Mehr Eigenkapital nötig

«Wir haben in der Schweiz bereits grosse Schritte unternommen. Die Banken müssen signifikant mehr Eigenkapital vorweisen als in der Vergangenheit», so Jordan. Und das ist schlussendlich der Schlüssel zum beschriebenen Ziel. «Wenn Kapital nicht unlimitiert ist, dann wird das automatisch die Grösse dieser Institutionen beschränken», so der Banker.

Wie Jordan in seiner Rede weiter ausführte, wolle die SNB angesichts der düsteren Konjunkturaussichten in der Schweiz und unerwartet hartnäckiger Rezessions- und Deflationstendenzen sowie einer massiven Verschärfung der Kreditbedingungen weiter entschlossen gegen eine Franken-Aufwertung vorgehen. Dabei hält sie angesichts der Wirtschaftskrise an unkonventionellen Massnahmen wie dem Kauf von Devisen fest.

2009 «ausgesprochen düsteres Jahr»

Die Rezession könne die SNB im laufenden Jahr damit zwar nicht verhindern, aber doch einen massgeblichen Beitrag leisten, um Schlimmeres von der Schweizer Volkswirtschaft abzuwenden, erklärte Jordan.

2009 werde ein «konjunkturell ausgesprochen düsteres Jahr» mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Falls es im Ausland zu einer Besserung komme, könne die Schweiz im Laufe von 2010 mit einer leichten Konjunkturerholung rechnen. Die Teuerung werde bis 2011 nahe bei Null bleiben. Der Einsatz unkonventioneller Massnahmen - etwa der Aufkauf von Unternehmensanleihen oder Interventionen am Devisenmarkt - dürfe jedoch gleichzeitig den Erhalt der Preisstabilität nicht gefährden. (cpm)

Erstellt: 08.05.2009, 10:31 Uhr

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5 Kommentare

Nathalie Egger

07.05.2009, 08:49 Uhr
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Hallo, wenn Sie schon zitieren, dann bitte richtig: "Too big to fail" und nicht "To big to fail", freundliche Grüsse N. Egger Antworten


Dieter Wundrak

07.05.2009, 09:47 Uhr
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Too big to fail nur von Schweizer Banken zu reden, ist meiner Meinung falsch. Es betrifft weltweit die Banken. Dieses Problem kann eine Schweiz nicht allein lösen, sondern - wenn schon - , dann muss er global angepackt werden. Und unser Problem war meiner Meinung auch nicht die Grösse, sondern ganz einfach die falschen Rahmenbedinungen. Und auch hier, so auch wo anders. So sehe ich es einfach. Antworten



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