Neue Sparrunde bei der UBS

Nach der Krise sind bei der Grossbank trotz Stellenabbau die Personalkosten aus dem Ruder gelaufen. Jetzt muss 1 Milliarde Franken eingespart werden – 5000 Stellen sind in Gefahr.

Die Bank steht erneut vor einem grossen Stellenabbau: UBS-Gebäude in New York

Die Bank steht erneut vor einem grossen Stellenabbau: UBS-Gebäude in New York

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Als Oswald Grübel vor zweieinhalb Jahren bei der UBS (UBSN 17.87 2.11%) die Macht übernahm, blieb ein Sparprogramm nicht lange aus. Mit einem Volumen bis zu 4 Milliarden Franken und einem Abbau von 8700 Stellen holte er sich viel Lob von den Analysten. Doch während danach die Kosten im ganzen Konzern zusammengestrichen, Büros zusammengelegt und Immobilien verkauft wurden, stiegen die Kosten beim Personal markant um 11 Prozent. Dies, obwohl heute 10 000 Personen weniger bei der UBS arbeiten als vor der Krise.

Im Schnitt verdient heute ein UBS-Mitarbeiter 30 Prozent mehr als vor zwei Jahren (Tabelle oben). Im Investmentbanking sind es gar über 50 Prozent mehr. Teilweise ist dies Ausdruck einer klaren Strategie. Grübel wollte, dass die Besten für seine Bank arbeiten. Und tatsächlich war es so, dass nach dem Katastrophenjahr 2008 und der immer gehässiger werdenden Boni-Debatte viele gute Leute die Bank verliessen. Verschärft wurde dies, als in den USA die grossen Investmentbanken wieder Gewinne schrieben und neues Personal anstellten. Sie bedienten sich bei der UBS mit ihren vergleichsweise tiefen Boni. Das Management reagierte darauf, indem zwar die Boni nicht mehr in alte Höhen geschraubt, dafür aber die Fixlöhne erhöht wurden.

Dann wurde in Asien der Personalbestand massiv ausgebaut. Ende März arbeiteten in der Boomregion 7600 Personen für die UBS, 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Asiaten sind interessante Kunden, denn es gibt viele, die schnell reich werden, und zudem wird gerne gezockt – mit geliehenem Geld von der Bank. In guten Zeiten ist das ein goldenes Geschäft, aber wenn an den Börsen Flaute herrscht und die Regulatoren Druck machen wegen der Kapitalunterlegung der Kredite, dann ist da nicht so viel zu holen wie geplant.

In der Schweiz gerät das Private Banking immer stärker unter Kostendruck. Die Zeiten, wo mit Schwarzgeld hohe Margen zu verdienen waren, sind vorbei. Die bevorstehenden neuen Verträge mit England, Deutschland und den USA, die das Schwarzgeld legalisieren sollen, führen dazu, dass die betroffenen Kunden erst einmal gar nichts verändern, bis klar ist, was sie dem Fiskus abliefern müssen. Damit wird weniger Umsatz generiert, und da die Personalkosten rund zwei Drittel der operativen Kosten ausmachen, ist klar, wo man ansetzen muss. Grübel hat deshalb den Sparbefehl durchgegeben: Um 1 Milliarde müssen die Kosten sinken, und 5000 Stellen seien in Gefahr, sagte ein Insider gegenüber dem TA. UBS-Pressesprecher Peter Hartmeier sagt, er wolle «Gerüchte» nicht kommentieren. Vor zwei Tagen räumte er ein, dass die UBS anlässlich der Bilanzpressekonferenz in zwei Wochen über die Kosten informieren werde. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 14.07.2011, 06:39 Uhr)
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