Wirtschaft
Niall Ferguson lobt Schweizer Bankenstrategie
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 20.05.2011 25 Kommentare
Niall Ferguson
Der 47-jährige Niall Ferguson ist einer der weltweit bekanntesten Denker. Der Wirtschaftshistoriker forscht in Harvard und unterrichtet dort sowie an der London School of Economics. Er hat in der Vergangenheit mehrfach davor gewarnt, den Staatshaushalt mit Konjunkturprogrammen zu belasten. In dieser Frage hat er sich auch öffentlich mit Nobelpreisträger Paul Krugman duelliert. Krugman befürwortet staatliche Konjunkturprogramme.
Wirtschaftsreporterin Olivia Kühni.
Videoreporter Jan Derrer.
Die Berichterstattung von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz
Vom Swiss Economic Forum 2011 berichten Wirtschaftsreporterin Olivia Kühni und Videoreporter Jan Derrer.
Eine Übersicht über die gesamte Berichterstattung finden Sie in unserem Dossier zum Treffen der Schweizer Wirtschafts- und Politelite.
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Die Schweiz stehe wirtschaftlich ausgezeichnet da, sagte der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Den Graben zwischen boomender Wirtschaft und traditionsbewussten Strömungen gebe es, doch die Schweiz schaffe den Spagat zwischen Modernität und Tradition gut. Ferguson, Dozent an der Universität Harvard und der London School of Economics und einer der weltweit gefragtesten Denker, trat am Donnerstag am Swiss Economic Forum in Interlaken auf.
Von aussen betrachtet sähen die Probleme der Schweiz oft gar nicht wie Probleme aus, sagte Ferguson weiter. Dem Land gehe es wirtschaftlich gut, es leide nicht unter einer explodierenden Staatsverschuldung wie viele andere Staaten und habe die Finanzkrise vorbildlich bewältigt. Ferguson rät den Schweizern: «Sorgt euch nicht.»
Lob für «Too big to fail»-Strategie
Ferguson sagte im Interview weiter, eine zusätzliche Regulierung der Banken sei notwendig. Die Schweizer Banken seien gut mit der Krise umgegangen, und das Land habe sich nicht verschulden müssen, um seinen Instituten unter die Arme zu greifen. Jetzt gelte es sicherzustellen, dass die Schweizer Banken zu den bestkapitalisierten der Welt gehören. Bei vielen der kleinen Institute sei dies bereits der Fall. Die Grossen aber, insbesondere die UBS, hätten sich mit ihren hohen Einsätzen an Fremdkapital zu sehr wie Wallstreet-Banken aufführen können.
Die «Too big to fail»-Strategie der zuständigen Schweizer Finanzexperten befürwortet Ferguson sehr. Die Vorgabe von mindestens 19 Prozent Eigenkapital sei sinnvoll. Die Unterversorgung der Banken weltweit sei eine «Anleitung zum Desaster» gewesen. Schade sei nur, dass andere Länder solche Regeln nicht schon vor zehn Jahren umgesetzt hätten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.05.2011, 19:51 Uhr
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25 Kommentare
"Graben zwischen boomender Wirtschaft und traditionsbewussten Strömungen".
Schon mal darüber nachgedacht, dass ein gesundes Mass an Konservatismus eventuell auch der Grund für unsere relativ gute Situation sein könnte?
Natürlich nicht! Für euch Linken sind die durchschnittlichen typischen CH-Gewerbler, "Büezer" und "Chrampfer" ja alles nur dumme Hinterwäldler, die nicht ins EU-Nirvana wollen.
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