Wirtschaft
Anhaltende Angst der Anleger
Aktualisiert am 18.05.2012 10 Kommentare
Blicken besorgt nach Europa: Händler an der New York Stock Exchange. (14. Mai 2012) (Bild: AFP )
Artikel zum Thema
- Börsen in Asien im Plus – Dow Jones auf Mehrjahreshoch
- Nikkei an Tokios Börse auf höchstem Stand seit einem Jahr
- Asiatische Börsianer jubeln nach Schuldenschnitt in Athen
Teilen und kommentieren
Stichworte
SwissquoteExklusiver Trading-Partner
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Der Schweizer Aktienmarkt hat klar schwächer geschlossen. Der Swiss Market Index (SMI) verzeichnete den vierten Wochenverlust in Folge. Nach sehr schwachem Start erholte sich der SMI bis zum Mittag leicht, ehe sich gegen Handelsende die Verluste wieder ausweiteten. Getrübt wurde die Stimmung weiterhin von den negativen Nachrichten aus Griechenland.
Der nachrichtenarme «Brückentag» zwischen Auffahrt und Wochenende war international gesehen geprägt vom Facebook-Börsendebut. Angesichts der Euphorie im Vorfeld dieses Börsengangs und trotz der anhaltenden Unwägbarkeiten in der Eurozone eröffneten die US-Aktien verhalten bis leicht positiv.
Dies verlieh den Schweizer Aktien allerdings keinen Auftrieb. Belastet wurde das Klima von eher schwachen Konjunkturdaten aus den USA vom Vortag, als die Schweizer Börse geschlossen blieb. Am Vorabend hatte die Ratingagentur Fitch zudem die Kreditwürdigkeit Griechenlands erneut herabgestuft, nämlich auf «CCC». Ausserdem hatte Moody's 16 spanische Banken tiefer bewertet.
Bankenpapiere unter den Rädern
Der Leitindex SMI schloss 1,28 Prozent tiefer bei 5797,76 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von 2,6 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) ging um 1,26 Prozent auf 5419,76 Punkte zurück. Am meisten unter die Räder gerieten die Papiere der Privatbank Julius Bär mit einem Minus von 4,1 Prozent. Die Aktie knüpfte damit an die schwache Performance im Anschluss an den kritisch aufgenommenen Zwischenbericht vom Dienstag an.
Mit 3,7 Prozent sank auch der Aktienkurs des Agrochemiekonzerns Syngenta deutlich. Das Unternehmen hatte Pläne für eine Expansion in Afrika bekanntgegeben.
Gewinnmitnahmen belasteten die Kurse des Luxusgüterherstellers Richemont (-2,8 Prozent) und des Uhrenkonzerns Swatch (-3,7 Prozent). Die Papiere der beiden Unternehmen, vor allem jene von Richemont, waren am Mittwoch im Anschluss an die starken Jahreszahlen von Richemont noch sehr gesucht gewesen.
Ebenfalls zu den Verlierern zählten die Aktien des Dentalimplantate-Herstellers Nobel Biocare (-2,8 Prozent), des Warenprüfers SGS (-2,7 Prozent), Biotechnologieunternehmens Actelion (-3,1 Prozent) und des Industriekonzerns ABB (-2,8 Prozent). Über Auffahrt hatte ABB den Abschluss der Übernahme der amerikanischen Thomas & Betts bekanntgegeben, was sich allerdings kaum auf den Kurs ausgewirkt haben dürfte.
Von den Finanzwerten verloren nebst den Julius-Bär-Aktien auch die Papiere des Rückversicherers Swiss Re (-2,9 Prozent) und der Grossbank UBS (-2,4 Prozent) klar an Wert. Dagegen hielten sich die Aktienkurse des Versicherers Bâloise und der Credit Suisse mit mit Verlusten von 0,8 beziehungsweise 1,3 Prozent vergleichsweise gut. Zur Credit Suisse gab es im Markt Spekulationen, dass die Bank ihren Steuerdeal mit den USA demnächst abschliessen könnte.
Eine gewisse Absicherung nach unten boten die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, die unverändert schlossen, sowie des Pharmakonzerns Novartis, die 0,4 Prozent an Wert einbüssten.
Einbruch zum Handelsbeginn
Gleich zu Handelsbeginn verzeichneten die führenden Indizes heute markante Verluste. In der Schweiz gab der SMI bis kurz nach 10 Uhr 52 Punkte oder fast 0,9 Prozent auf 5820 Punkte nach. Bis dahin hatten sich die Kurse aber schon leicht von der tiefen Eröffnung erholt.
Der deutsche Dax verlor ebenfalls rund 50 Punkte oder 0,8 Prozent. Ähnlich sah es in London und Paris aus. Der britische FTSE lag 0,75 Prozent, der französische CAC 40 0,66 Prozent im Minus.
Nikkei ( 0.00%) sackt auf Vier-Monats-Tief
Im Sog der europäischen Schuldenkrise geht es an Asiens Börsen weiter steil bergab. Zum Wochenschluss prägten vor allem Sorgen um Spaniens Banken den Handel und zogen insbesondere Finanzwerte nach unten.
Hinzu kamen die schwelende Angst vor einem Euroaustritt Griechenlands sowie schwache Zahlen aus der amerikanischen Wirtschaft. «Es gibt noch keine Lösung des Europaproblems, und wir hatten sehr enttäuschende US-Daten», sagte Marktstratege Frances Cheung von Credit Agricole CIB in Hongkong am Freitag. «Das alles ist negativ und drückt zusätzlich auf die Stimmung am Markt.»
Topix-Index verlor 2,9 Prozent
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast drei Prozent tiefer auf 8611 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab 2,9 Prozent auf 726 Zähler nach. Die Unsicherheit angesichts der Krise in Europa treibt viele Investoren in den Yen, den sie als relativ sichere Anlage betrachten.
Dies wiederum belastet die Aktienkurse exportorientierter Unternehmen, denen ein starker Yen das Auslandsgeschäft erschwert. Nissan-Papiere etwa verloren 3,2 Prozent. Die Aktie von Nikon gab 6,2 Prozent nach.
Starke Kursverluste
Unter Druck standen auch Finanztitel. So rutschten etwa die Papiere des Brokers Nomura um 5,6 Prozent ab. Die Ratingagentur Moody's stufte 16 spanische Finanzinstitute herab und schürte damit Befürchtungen, die Bankenkrise in dem Euroland könnte weiter eskalieren.
Hinzu kam ein Medienbericht, wonach Kunden der teilweise verstaatlichten spanischen Sparkasse Bankia allein in der vergangenen Woche über eine Milliarde Euro abgezogen hätten. Das spanische Wirtschaftsministerium dementierte dies allerdings.
Auch an den anderen Börsen in Asien gab es starke Kursverluste. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans fiel um 3,1 Prozent. Besonders stark war der Rückgang in Seoul. Auch an den Handelsplätzen in Australien, Taiwan und Hongkong standen die Indizes tief im Minus. (wid/rub/dapd/sda)
Erstellt: 18.05.2012, 18:33 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
10 Kommentare
Spannend, wie das Finanzinvestment Ängste schürt. Anleger bleiben gewiss, zusätzliches Geld wird hineingepumpt. Geld, welches schon längstens nicht mehr existiert. Nicht einmal mehr Sachwerte sind für solche Dimensionen vorhanden. Da täte nicht einmal mehr das Weltenall reichen! Verstecken lassen sich Buchwerte aber alleweil. Mit allerhand "Instrumenten". Der blutende Nutzmensch hat keinen Zugang! Antworten
Wirtschaft
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.


Bitte warten
























