Wirtschaft
Noch weniger Jobs als befürchtet
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 31.08.2011 32 Kommentare
Besonders in Wahlkämpfen sind protektionistische Massnahmen als letztes Mittel populär: US-Präsident Barack Obama hält eine Rede zur Jobkrise in einem Batteriewerk in Michigan.
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Die Jobmarktdaten in den USA sind schlecht. Das hatte man erwartet. Dass sie jedoch dermassen schlecht ausfallen würden, damit hat wohl kaum jemand gerechnet. Bis zu 110'000 neue Jobs wurden erwartet, tatsächlich wurden nur 91'000 neue Stellen geschaffen, also fast 20'000 weniger als prognostiziert. Besonders die exportorientierten Unternehmen leiden unter der weltweiten Konjunkturflaute: 4000 Jobs weniger in diesem Sektor sprechen eine deutliche Sprache. Und das trotz einem schwachen und damit exportfreundlichen Dollar.
Schnelle Lösung nicht in Sicht
Ökonom Alexis Körber vom Wirtschaftsforschungsinstitut Bak Basel Economics meint: «Anhand der Daten wird bestätigt, dass nach Auslaufen der Konjunkturstimuli die US-Wirtschaft noch nicht auf eigenen Beinen steht.» Er geht davon aus, dass die US-Konjunktur weiterhin einen «flachen Verlauf» nehmen wird. Eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht. Nach wie vor ringen die USA mit den Folgen der Immobilienkrise aus 2007.
Im Zuge der bevorstehenden Wahlen wächst nun der Druck auf US-Präsident Barack Obama. Er hat angekündigt, eine Million neue Jobs zu schaffen, um die Arbeitslosenquote zu senken und den Konsum aufrechtzuerhalten. Das wäre dringend notwendig, denn der Konsum ist einer der Eckpfeiler der US-Wirtschaft. Bricht die Nachfrage ein, sinkt der Absatz der produzierenden Unternehmen, die in der Folge Mitarbeitern kündigen müssen, weil sie die Löhne nicht mehr zahlen können – ein Teufelskreis.
Ökonom Körber indes sieht die Ankündigung Obamas skeptisch: «Es ist immer schwierig, wenn sich eine Regierung anmasst, neue Jobs zu schaffen.» Jobmotor sind auch laut den aktuellen statistischen Zahlen die kleineren Unternehmen, auf die mehr als die Hälfte der 91'000 neuen Stellen entfallen.
Firmen müssen Vertrauen fassen
Viel wichtiger sei es daher, dass diese Firmen wieder Vertrauen in die Politik fassen würden und ihre Investitionen nicht gänzlich zurückschrauben, meint Körber. «Alle bisherigen politischen Lösungen haben immer nur das Schlimmste verhindert, wie etwa ein Schuldendebakel.» Nachhaltige Lösungsansätze seien das nicht.
Die US-Regierung muss schauen, woher sie das Geld bekommt, um die maroden Staatsfinanzen zu sanieren. Eine Möglichkeit wären Abgabenerhöhungen für die Unternehmen, vor denen nicht nur Köber warnt.
Eine schnelle Lösung ist offenbar nicht in Sicht. Der Ökonom befürchtet unterdessen noch etwas ganz anderes: Wenn die Wirtschaft einnahmenseitig nicht saniert werden kann, dann könnte man versucht sein, den eigenen Markt abzuschotten, um die Unternehmen vorderhand zu stärken. «Besonders in Wahlkämpfen sind protektionistische Massnahmen populär.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)Erstellt: 31.08.2011, 18:09 Uhr
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32 Kommentare
Die Republikaner haben uns das eingebrockt und Obama muss es ausloeffeln. Es ist unmoeglich 1 Mil neue Jobs aufzugleissen ausser mit Notstandsprogrammen und Druckmaschienen laufend Tag und Nacht. Ich wuensche mir fast das die Tea Party Fritzen ihre eigene Sauce ausloeffeln muessen, dann werden wir ein Blutbad hier in den Strassen erleben wie noch nie. Keiner ist gewappt fuer eine Amerik Revolution Antworten
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