Wirtschaft
Note B für die Schweizerische Nationalbank
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 30.09.2009 2 Kommentare
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Das US-Magazin «Global Finance» hat wie jedes Jahr die Notenbanker der Welt benotet. Die Bestnote A haben insgesamt nur sieben von ihnen erhalten, darunter die Europäische Zentralbank EZB mit Jean-Claude Trichet an der Spitze. Die Schweizer Nationalbank unter Jean-Pierre Roth erhielt die zweitbeste Note B, was immerhin eine Stufe besser als im letzten Jahr ist. Die mächtigste dieser Institutionen, das Federal Reserve unter Ben Bernanke musste sich mit der drittbesten Note, einem C begnügen.
Das Magazin weist selbst darauf hin, dass die Herausforderungen für die Zentralbanker im vergangenen Jahr einmalig waren. Wie ihre Politik tatsächlich war, wird sich zudem erst in Zukunft zeigen. Insofern kann das Urteil in diesem Rating nur höchst vorläufig sein. Die Notenbanker haben die Wirtschaft mit Geld überflutet, um einer Liquiditätskrise zu begegnen, und sie haben die Banken selbst mit Milliarden unterstützt, um sie und das ganze Finanzsystem zu retten. Die Frage ist, ob das auf die Dauer nicht doch noch in einer gewaltigen Inflation mündet und ob mit dem jetzigen Vorgehen nicht die Saat für eine spätere Krise gestreut worden ist.
Trichet: Die ruhige Hand
Vor diesem Hintergrund ist der Höchstrang A für Jean-Claude Trichet von der EZB zu verstehen. Die Notenbank des Euro hat sich stets den Forderungen widersetzt, wie in den USA oder auch in der Schweiz die Leitzinsen gegen Null zu senken. Auch viele Ökonomen haben die Geldpolitik von Trichet deshalb als zu konservativ bezeichnet, den Franzosen hat es kalt gelassen. Das Magazin lobt ihn für sein «gradualistisches» Vorgehen, er habe «scharfe» und «reaktive» Sprünge in der Geldversorgung verhindert. Jetzt widersetze er sich genauso der Forderung, die Geldversorgung zu rasch wieder einzuschränken.
Roth: Der Wilde
Zur Schweizerischen Nationalbank unter Jean-Pierre Roth vermerkt das Magazin deren ungewohnten Aktivismus, dazu zählt es auch die Rettung der UBS. Schliesslich habe sie ein gewisses Glaubwürdigkeitsproblem, weil die Schweiz in eine Rezession geraten sei und laut den Zentralbankern sogar eine Deflation drohe. Nur schon eine solche Gefahr zu verhindern, gehört zu den wichtigsten Aufgaben jeder Zentralbank. Das Problem der Nationalbank werde zudem noch für längere Zeit darin bestehen, eine Aufwertung der eigenen Währung zu verhindern, weil sie nach wie vor als sicherer Hafen gesehen werden könnte. Jean-Pierre Roth erhielt stellvertretend für das ganze Direktorium die Note B.
Bernanke: Der Leichtsinnige
Dem US-Zentralbankchef Ben Bernanke wird von «Global Finance» zwar zugestanden, mit seinen Aktionen die Welt vor einem völligen Finanzdesaster bewahrt zu haben. Aber das Federal Reserve habe damit auch die Samen für die nächste Krise gesät: Die US-Zentralbank habe gewaltige Summen in die Wirtschaft gepumpt, ohne sich um die langfristigen Konsequenzen dieses Tuns zu kümmern. Ob die Handlungen des Fed gerechtfertigt seien, werde erst die Zukunft zeigen. Trotzdem beurteilte das Magazin Ben Bernanke bereits mit der Note C. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.09.2009, 17:54 Uhr
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2 Kommentare
Wiedereinmal eine der unsinnigsten Bewertungen, heute wird quasi jeder Hennenschiss irgendwie bewertet. Am Ende taugen alle diese Bewertungen nichts, da sie keinem etwas nützen. Aber irgendwie müssen die Hochstudierten ja auch eine Daseinsberechtigung haben. In diesem Sinne auf zum fröhlichen Bewerten ^^ Antworten
Seltsam! Niemand will wahr haben, dass Bernanke der Auslöser der ganzen Finanzkrise war. Nach dem Rücktritt von Greenspan war er es, der die Zinsen hochschraubte um die angebliche Inflation zu dämmen. Mit dieser Heldentat gerieten die meisten Immobilienbesitzer in Finanznot und die Subprime-Krise startete durch. Danach löschte Bernanke den Flächenbrand mit der Geldpumpe wieder. Dafür gibts Note C! Antworten
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