Online ist das Banking am schönsten
Von Martin Vetterli. Aktualisiert am 07.01.2009 3 Kommentare
Es ist gerade einmal fünf Jahre her, da machte das Swiss Banking Institute eine wagemutige Prognose: 1 Million Kunden, so viele Schweizer seien offen für das E-Banking. Das realistische Potenzial liege aber nur bei 400'000 Personen. Mit ihrer Schätzung lagen die Zürcher Wissenschaftler weit daneben. So begrüssten die Raiffeisenbanken gestern die 500'000. E-Banking-Kundin, eine Frau in Cham ZG. Damit verfügt jeder sechste Raiffeisen-Kunde über einen Online-Zugang. Das, mäkelt die Konkurrenz, sei nur eine höchst mittelmässige Quote.
Zwar weiss niemand genau, wie viele Schweizer ihre Bankgeschäfte online abwickeln. Ihr Anteil dürfte jedoch deutlich höher sein als die knapp 17 Prozent von Raiffeisen, sagt Sprecher Franz Würth. Das legen die Zahlen der Konkurrenz nahe. Postfinance ist Marktführer; sie zählt aktuell 975'000 Kunden mit einem E-Banking-Vertrag – bei gut drei Millionen Kunden. Rechnet man die E-Banking-Kunden von Credit Suisse (600'000), Migrosbank (130'000), Raiffeisen (500'000), UBS («weit über 600'000») und ZKB (200'000) hinzu, ergibt das über drei Millionen Online-Kunden allein bei diesen sechs Finanzinstituten.
Was erstaunt: Von einer Sättigung des Markts kann keine Rede sein. Die Zuwachsraten für das E-Banking haben sich seit Beginn der Finanzkrise sogar noch erhöht, bestätigen Institute wie die Migrosbank. Raiffeisen und Postfinance schliessen inzwischen Monat für Monat je 10'000 neue E-Banking-Verträge ab. Bei der UBS kommen «mehrere Tausend» pro Monat hinzu. Das Wachstum habe überproportional zugenommen, bestätigt auch die ZKB. Dies nicht zuletzt auch auf Grund der Investitionen in die Sicherheit. «In jüngster Zeit stellen wir fest, dass zunehmend auch ältere Kunden mit der Onlinebank arbeiten möchten», sagt ZKB-Sprecherin Nadia Batzig. Offenbar seien in diesem Segment Hemmschwellen überwunden worden.
Das E-Banking hat seinen Durchbruch geschafft. Trotz gestiegenen Sicherheitsrisiken ist es zu einem Massenphänomen geworden. Ohne namentlich zitiert werden zu wollen, sagte ein Bankensprecher: «Ja, jetzt beginnen die Skaleneffekte einzuschenken.» Das heisst, Onlinebanking rechnet sich für die Banken immer besser.
Jede zweite Zahlung via Internet
Ohne E-Banking könnte die Flut der Aufträge gar nicht mehr abgewickelt werden. Jede zweite Rechnung wird schweizweit via Internet bezahlt – so auch beim unbestrittenen Marktleader Postfinance. Bei der ZKB sind es 70 Prozent, bei der UBS sogar 80 Prozent. Der Trend, dass Kunden Beratungsangebote nur noch selektiv wahrnehmen, schlägt bei den Börsenaufträgen durch. Bei der Migrosbank werden 66 Prozent der Aufträge online abgewickelt, bei Raiffeisen 35 Prozent, bei der ZKB 12 Prozent. Die tiefste bekannte Quote erreicht die CS, wo nur einer von 22 Börsenaufträgen online aufgegeben wird.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.01.2009, 23:07 Uhr
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3 Kommentare
3 Millionen Online-Kunden? Ich würde eher von 3 Millionen Online-Kundenbeziehungen sprechen, wobei sich diese auf weniger Einzelkunden, d.h. Menschen beziehen. Denn wer ist schon nur bei einer einzigen Bank? Und wer bei der einen Bank online geht, tut es auch bei den anderen. Bsp: Ich habe momentan vier Schweizer Bankverbindungen und entsprechend viele Online-Bankzugänge. Antworten
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Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
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