Pharmariese Roche greift in Griechenland durch
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Die vom Roche-Lieferstopp betroffenen staatlichen Gesundheitseinrichtungen hätten ihre Rechnungen zum Teil seit vier Jahren nicht mehr beglichen, sagte Konzernchef Severin Schwan dem «Wall Street Journal».
Allerdings würden die Basler die Lieferungen an Apotheken im hoch verschuldeten Land erhöhen, Patienten würden keine Medikamente vorenthalten. Für einige Krebs-Behandlungen müssen die Betroffenen das Mittel nun jedoch in der Apotheke holen und ins Spital zurückbringen, damit es dort gespritzt werden kann.
Auch Spanien, Italien und Portugal
Ein Lieferstopp könnte auch in Spanien infrage kommen, sagte Schwan. Auch seien einzelne staatliche Spitäler in Portugal und Italien mit ihren Zahlungen weit im Rückstand. «Es kommt der Punkt, an dem das Geschäft nicht mehr nachhaltig ist», sagt Konzernchef Schwan.
Gemäss dem «Wall Street Journal» ist Roche (ROG 152.4 0.26%) nicht das erste Unternehmen, das die Lieferung nach Griechenland stoppt. Die dänische Novo Nordisk habe letztes Jahr vorübergehend ein Insulin-Präparat zurückbehalten, nachdem Athen angekündigt hatte, man werde 25 Prozent weniger bezahlen.
Staatsanleihen für Medikamente
Die griechische Vereinigung der Pharmabranche beklagt, die staatlichen Spitäler hätten bis Ende Juni nur 37 Prozent der in den letzten 18 Monaten gelieferten Medikamente im Wert von 2.62 Milliarden US-Dollar (rund 2.3 Milliarden Franken) bezahlt.
Vor rund drei Monaten wurde bereits bekannt, dass Roche und weitere Pharmakonzerne, Staatsanleihen Athens für ihre Lieferungen erhalten hatten. «Wir hatten keine Wahl», kommentiert Schwan die Transaktion nun. «Es ging darum, entweder gar nichts, oder Staatsanleihen zu kriegen». Roche habe die erhaltenen Titel umgehend verkauft. (rub/sda)
Erstellt: 17.09.2011, 16:43 Uhr
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