Wirtschaft
SNB-Präsident Hildebrand macht nicht mit beim Tabubruch
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Zentralbanken sollten sich weiter zur Preisstabilität verpflichten, schreiben der Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, und Axel Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank, in einem Beitrag, der am Donnerstag in der «Neuen Zürcher Zeitung» und im «Wall Street Journal» veröffentlicht wurde.
Die SNB (SNBN 1089 2.06%) und die Bundesbank seien «die Vorreiter einer glaubwürdig auf Preisstabilität ausgerichteten Geldpolitik». Diese Errungenschaft sollte «nicht für schlecht begründete, kurzfristige Überlegungen geopfert werden». Preisstabilität sei ein wichtiges öffentliches Gut - nicht nur für langfristiges Wirtschaftswachstum, sondern auch für soziale Stabilität.
Geldpolitik ist mehr als Zinspolitik
Notenbanken sehen die Preisstabilität bis zu einer Inflationsrate von 2 Prozent als gewährleistet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlug vor, dass in normalen Zeiten eine höhere Inflation angepeilt werden solle. Inflation führe zu einem höheren Nominalzins, womit die Zentralbanken in Krisenzeiten einen grösseren Handlungsspielraum hätten, um die Geldpolitik zu lockern.
Für Hildebrand und Weber ist dieses Argument nicht überzeugend. Der Handlungsspielraum der Geldpolitik sei nicht ausgeschöpft, wenn die kurzfristigen Zinsen nahe bei Null lägen. Die Notenbanken könnten auch über andere Kanäle auf die Geldpolitik einwirken. So habe in der jüngsten Krise etwa der Kauf von Finanzaktiva effektiv zur Stimulierung der Wirtschaft beigetragen.
Gefährliche Debatte zur falschen Zeit
Die vermeintlichen Vorteile einer höheren Inflation würden überbewertet, konstatieren Hildebrand und Weber. Sie werfen dem Währungsfonds vor, dass der Zeitpunkt zur Lancierung seiner Idee «äussert unglücklich, wenn nicht sogar fahrlässig und schädlich» sei.
«Im gegenwärtigen Umfeld hoher fiskalischer Defizite und steigernder Staatsschulden ist es besonders wichtig, dass sich die Zentralbank glaubwürdig auf die Bewahrung von Preisstabilität verpflichten», schreiben die beiden Notenbanker. Der IWF-Vorschlag könnte in dem Sinne missverstanden werden, dass die Notenbanken Hand zum realen Schuldenabbau über höhere Inflation böten. (cpm/sda)
Erstellt: 04.03.2010, 13:35 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




