Wirtschaft

Schwacher Yen treibt Nikkei von Hoch zu Hoch

Aktualisiert am 28.12.2012

Ein neuer Anlauf zur Beilegung des US-Haushaltsstreits hat für Zuversicht an den Börsen Asiens gesorgt. Trotz eines Einbruchs der japanischen Industrieproduktion markierte die Börse in Tokio ein 21-Monate-Hoch.

Nikkei


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Börsenrally in Tokio: Mitarbeiter der Tokyo Stock Exchange. (28. Dezember 2012) (Bild: Reuters )

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Die Hoffnung stirbt zuletzt. Die asiatischen Börsenbarometer schlossen heute Freitag meist im positiven Bereich. In Japan trug vor allem die Aussicht auf geldpolitische Lockerungen nach dem jüngsten Regierungswechsel zur Fortsetzung der Kursrally bei. Der Yen blieb unter Druck und fiel zum Dollar auf den tiefsten Stand seit weit mehr als zwei Jahren. Die US-Währung erreichte mit 86,64 Yen zwischenzeitlich den höchsten Kurs seit August 2010.

Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik mit Ausnahme Japans lag 0,5 Prozent im Plus. Das Börsenbarometer hat in diesem Jahr bereits 18,5 Prozent zugelegt - nach einem Rückgang von 18 Prozent 2011.

Nikkei gewinnt 20 Prozent in sechseinhalb Wochen

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent höher auf 10'395 Punkten. Der Kursrückgang des Yen gab erneut Exportwerten Auftrieb. So legten Toyota, Honda, Canon und Nikon zwischen 1,1 und 2,3 Prozent zu. Aktien von Toshiba stiegen um 5 Prozent. Hintergrund war die Aussicht, das Unternehmen könne einen Teil seiner Beteiligung an der Atom-Sparte Westinghouse verkaufen.

Analysten gehen von weiteren Kursgewinnen des japanischen Aktienmarktes aus. Shun Maruyama von BNP Paribas erwartet den Nikkei in etwa einem Monat bei 11'000 Punkten. Der Index hat in den vergangenen sechseinhalb Wochen schon rund 20 Prozent zugelegt.

Industrieproduktion in Japan sinkt deutlich

Die Industrieproduktion in Japan ist überraschend kräftig gesunken. Im November gab es Daten des Wirtschaftsministeriums vom Freitag zufolge einen Rückgang um 1,7 Prozent. Volkswirtchaftler hatten im Durchschnitt lediglich mit minus 0,5 Prozent gerechnet.

Die schwache Lage der Weltwirtschaft schlug damit härter als erwartet auf die exportlastige japanische Industrie durch. Die Daten werden den Druck auf die Notenbank erhöhen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.

Die Konsumentenpreise sanken im November indes wie erwartet im Jahresvergleich um 0,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Oktober von 4,2 auf 4,1 Prozent zurück und entwickelte sich damit etwas besser als vorhergesagt. (rub/sda)

Erstellt: 28.12.2012, 08:19 Uhr

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