Wirtschaft

Schweizer Bankenplatz verliert ein Viertel der Vermögen

Die Gelder auf Schweizer Konten sind im letzten Jahr massiv geschrumpft – und auch aufs kommende Jahr blicken die Banker sorgenvoll. Einer Sparte jedoch geht es gut.

Kundengelder verloren: UBS an der Bahnhofstrasse.

Kundengelder verloren: UBS an der Bahnhofstrasse.
Bild: Keystone

Die Schweizer Banken haben die Finanzkrise noch nicht überwunden. Nach Ansicht der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) sind die Aussichten für das Kreditgeschäft in den kommenden Monaten nicht erfreulich. Als Folge der Wirtschaftskrise könnten sich die Kreditausfälle mehren, heisst es im Bankenbarometer 2009, das aus Anlass des Bankiertags am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Margen dürften sich daher nicht schnell erholen.

Trotz verringerten Risiken stünden nach wie vor einzelne problematische Investitionen in den Büchern der Banken. Dies könnte dem Investmentbanking erneut zusetzen, warnt die Bankiervereinigung. Eine leichte Erholung der Ertragslage sei dagegen in der Vermögensverwaltung und im Handelsgeschäft zu erwarten, heisst es mit Blick auf die zuversichtlichere Stimmung der Anleger.

Umfang der verwalteten Gelder stagniert

Wie das Bankenbarometer weiter zeigt, ergab sich im ersten Halbjahr 2009 bei den Neugeldern eine Null. Grund sind weitere Geldabflüsse bei der UBS. Kunden zogen in etwa gleich viel Geld von der UBS ab, wie die Grossbank Credit Suisse, mehrere Privat-, Kantonal- und Raiffeisenbanken sowie Auslandsbanken an Neugeldern erhielten. Diese Angaben beruhen auf Schätzungen.

Anfang 2009 verwalteten die Schweizer Banken Kundenvermögen in Höhe von insgesamt 4 Billionen Franken. Im Krisenjahr 2008 reduzierten sich die in der Schweiz verwalteten Kundengelder - auch wegen der schlechten Lage an den Börsen - um einen Viertel. Jetzt stagnieren die Vermögen auf tiefen Niveau: Im ersten Halbjahr 2009 erhöhten sich die Vermögenswerte um 3,6 Prozent. Falls die Stimmung der Anleger sich nicht verschlechtere, dürften bis Ende Jahr die in der Schweiz verwalteten Vermögen höher liegen als Ende Juni.

Bis Ende Jahr 2000 Jobs weniger

Die Zahl der Arbeitsplätze bei den Schweizer Banken dürfte im laufenden Jahr um über 2 Prozent abnehmen, wie eine Umfrage der Bankiervereinigung zeigt. Vor allem grössere Banken rechnen mit einem anhaltenden Abbau. Allein im ersten Halbjahr sank der Personalbestand bei den Banken um 1,7 Prozent. Per Ende Juni zählten die Schweizer Banken 105'230 Beschäftigte.

Trotz der Finanzkrise hatten die Banken ihren Personalbestand im vergangenen Jahr noch um 1,2 Prozent erhöht. Neue Jobs gab es bei den Privatbanken (+ 10,7 Prozent) und den Raiffeisenbanken (+ 6,3 Prozent). Die krisengeschüttelten Grossbanken bauten dagegen Stellen ab (-2,6 Prozent). Bei den Grossbanken dürfte der Abbau auch im laufenden Jahr anhalten. Kleinere und mittelgrosse Banken dagegen planen gemäss der Umfrage ihre Personalbestand auszubauen. Neue Stellen gibt es am ehesten im Private- und im Retail-Banking. (oku/sda/)

Erstellt: 17.09.2009, 13:37 Uhr

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