Seco-Prognose: Arbeitslosenquote bleibt unter 5-Prozent-Marke
Arbeitslosenquote
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Nach der tiefsten Rezession seit 1975 kommt die Schweizer Wirtschaft im Urteil der Ökonomen des Bundes in den nächsten beiden Jahren langsam wieder in Schwung. Der Arbeitsmarkt dürfte aber erst im Laufe des Jahres 2011 profitieren. Noch nicht vom Tisch sind zudem die Risiken eines Rückschlags.
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) revidierte die Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft am Dienstag weiter nach oben. Nach einem Rückgang von 1,6 Prozent im laufenden Jahr dürfte das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) 2010 wieder um 0,7 Prozent steigen. Bisher war die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes von einem Wachstum von lediglich 0,4 Prozent ausgegangen. Für 2011 sagen die Ökonomen eine Beschleunigung des Wachstums auf 2,0 Prozent voraus.
Beim privaten Konsum zuversichtlicher
«Das ist aber alles andere als ein dynamischer Aufschwung», relativierte Seco-Chefökonom Aymo Brunetti auf Anfrage der AP die Zahlen. Am Gesamtbild eines zögerlichen Aufschwungs nach dem stärksten Rückgang des BIP seit 1976 ändere auch die nach oben revidierte Prognose nichts. Hinzu kommen gemäss Seco grosse und schwer abschätzbare Unsicherheitsfaktoren in der Weltwirtschaft, namentlich im Zusammenhang mit den Exit-Strategien der Notenbanken nach der Liquiditätsflut in der Finanzkrise. Umgekehrt könnte das Wachstum 2010 aber auch stärker ausfallen, wenn sich die in allen Weltregionen zu beobachtenden Belebungstendenzen wechselseitig verstärken dürften.
Im Vergleich zur letzten Prognose vom September ist das Seco vor allem beim privaten Konsum zuversichtlicher. Brunetti führt dies insbesondere auf das Bevölkerungswachstum zurück. Er verwies aber auch auf die verbesserte Konsumentenstimmung. Nach dem Einbruch um fast zehn Prozent im laufenden Jahr wird bei den Exporten in den kommenden beiden Jahren eine eher moderate Belebung vorausgesagt. Eine Erholung der Ausrüstungsinvestitionen dürfte gemäss Seco noch länger auf sich warten lassen. Denn die Kapazitätsauslastung in der Industrie sei auf einen langjährigen Tiefststand gefallen, und es bestehe wenig Bedarf für Kapazitätserweiterungen.
Geringe Inflationsgefahr
Obwohl die Arbeitslosigkeit nach den neuesten Erkenntnissen des Seco nicht ganz so stark in die Höhe schiessen wird, wie noch im letzten Sommer befürchtet, bleiben die Aussichten düster. Der Aufschwung dürfte den Arbeitsmarkt erst im Laufe des Jahres 2011 richtig erfassen. Die Bundesökonomen gegen nun von einer mittleren Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent in den nächsten beiden Jahren aus. Im Juni war noch eine rekordhohe Arbeitslosigkeit von 5,5 Prozent für 2010 befürchtet worden. Die Fünf-Prozent-Marke, die rund 200.000 Arbeitslosen entspricht, dürfte gemäss Brunetti Ende nächsten Jahres aber dennoch überschritten werden. Dies spielt auch bei der Auslösung von Massnahmen im dritten Konjunkturprogramm des Bundes eine Rolle.
Nach wie vor gering ist gemäss Seco hingegen die Inflationsgefahr. Nach einer Minusteuerung von 0,5 Prozent in diesem Jahr werden positive Inflationsraten von 0,8 und 0,7 Prozent für die beiden nächsten Jahre vorausgesagt. (sam/sda/ap)
Erstellt: 15.12.2009, 09:34 Uhr
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