So lösen sich die Stellen in Luft auf

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 13.12.2008 88 Kommentare

Die Finanzkrise hat sich zu einer weltweiten Konjunkturkrise ausgewachsen. Unternehmen streichen im grossen Stil Stellen – auch in der Schweiz. Eine Übersicht der grössten Abbaupläne.

Sie machten den Anfang: Am 15. September bricht Lehman Brothers zusammen, 26'000 Menschen verlieren ihre Arbeit.

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Bild: Keystone

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Heute ging es an den Börsen gleich weiter wie schon zu oft in diesem Jahr: UBS sackten zeitweise über 9 Prozent ab, Credit Suisse über 7 Prozent. Am frühen Morgen hatten die Hiobsbotschaften aus den USA die Schweiz erreicht. Das Rettungspaket für die Autobauer ist im Senat gescheitert, die Bank of America streicht 35'000 Arbeitsplätze. Wallstreet reagierte geschockt, der SMI zog nach.

Viele Unternehmen ziehen jetzt angesichts der ausgetrockneten Kreditflüssen und leeren Auftragsbücher die Notbremse und streichen Stellen. Über 15'000 Stellen haben sich in der Schweiz in den letzten Monaten in Luft aufgelöst.

Über 15'000 Stellen nur in der Schweiz

So kündigte die Credit Suisse vor wenigen Tagen an, 5300 Stellen abzubauen, das entspricht 11 Prozent ihres weltweiten Personalbestands.

Auch die UBS gab im Oktober bekannt, 2000 Stellen zu streichen. Der Abbau von weiteren 5000 Stellen war bereits im Frühling bekannt. Weitere 2000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Insgesamt soll die Zahl der Mitarbeiter um 11 Prozent schrumpfen. Swiss Life kündigte Ende November an 200 Stellen zu streichen, die Mehrheit davon am Hauptsitz in Zürich.

Der Industriekonzern Rieter baut in den nächsten Monaten 2300 Arbeitsplätze ab, das Unternehmen soll restrukturiert und verschiedene Betriebe geschlossen werden.

Die Medienbranche leidet

Auch die Medienbranche, die den Rückgang von Inseraten in flauen Zeiten sofort spürt, leidet. Die Neue Zürcher Zeitung streicht 50 Stellen, die AZ Medien («Aargauer Zeitung») 30 Stellen, die Weltwoche eine noch unbekannte Zahl von Arbeitsplätzen. Ringier («Blick», «Schweizer Illustrierte») baut 22 Arbeitsplätze ab, die Lausanner Edipresse («Le Matin») 50.

Weitere Jobs gehen bei Adecco (600 Stellen), Heineken (150 Stellen), Cablecom (150 Stellen), beim Genfer Elektronikkonzern Lem (Weltweit 1000 Stellen, 16 in der Schweiz) und bei der Ascom-Tochter Asectronics in Bern (24 Stellen, ein Sechstel des Bestands) verloren.

In der US-Finanzbranche verschwindet jeder zehnte Job

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der zurzeit die Stellen bei amerikanischen Unternehmen schwinden, wirken die Schweizer Abbaupläne bescheiden. Alleine in der Finanzbranche sind in diesem Jahr in den USA 200'000 Arbeitsplätze verschwunden.

So streicht American Express 7000 Stellen. Die zweitgrösste Bank des Landes, die Bank of America, baut nach der Übernahme der angeschlagenen Merrill Lynch 35'000 Stellen, dazu 7'500 beim aufgekauften Hypothekenfinanzierer Countrywide Financial 7500. Citigroup, einst die grösste Bank der Welt hat bereits 23'000 Jobs gestrichen, 52'000 kommen dazu. Goldman Sachs, die einzig verbliebene grosse Investmentbank, baut 3300 Stellen ab, Morgan Stanley 4800, JPMorgan Chase 18'000. Bei der Insolenz von Lehman Brothers verloren 26'000 Banker auf einen Schlag die Stelle.

Auch ausserhalb der Finanzbranche schwinden die Jobs: Beim Chemiekonzern Dow Chemical (5000 Stellen), dem Telekomriesen AT&T (12'000 Stellen)dem Softwareproduzent Adobe (600 Stellen) oder bei Sun Microsystems (6000 Stellen). Weitere Arbeitsplatzverluste von massivem Ausmass stehen in der Autoindustrie bevor. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.12.2008, 09:23 Uhr

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88 Kommentare

Martin Lienert

13.12.2008, 02:24 Uhr
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Wann ist eine Krise eine Krise? Viele koennen nun keinen neuen grossen teueren Allrad kaufen. Fuer die ist das ein Problem, fuer mich nicht, viele muessen auf die teuere fernreise verzichten, fuer diese ist das ein Problem, fuer mich nicht, viele koennenen nicht mehr blind konsumieren........usw. Hoert auf zu jammern. Alle wollten viel geld und zwar schnell. jetzt ist es halt passsiert Antworten


Hans-Heiri Hugentobler

12.12.2008, 22:28 Uhr
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"We need to understand that classism is the real issue. Many of us are in the same boat and it's sinking ..." So ist es und nicht anders. Den wenigen Reichen/Mächtigen gehört immer mehr ... nur glücklich werden sie dadurch auch nicht. p.s. kommentare unter meinem richtigen namen "karl louis", wurde schon mehrmals abgelehnt ... who knows why ... Antworten



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