Wirtschaft
Starker Franken: Bund ruft zum Krisengipfel
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Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat der Bund für kommenden Freitag kurzfristig die Spitzen der wichtigsten Wirtschafts-Verbände und der Gewerkschaften zu einer Krisensitzung aufgeboten. Einziges Traktandum: der starke Franken, der zunehmend zum Problem für die Exportwirtschaft wird.
Die Devisenmärkte hätten sich «in den vergangenen Wochen vergleichsweise dynamisch entwickelt», schreibt Jean-Daniel Gerber, Staatssekretär für Wirtschaft, in seiner kurzfristigen Einladung. Es gehe nun darum, «Auswirkungen, Chancen und Risiken» für die Schweiz zu analysieren. Die Entwicklung der Wertzuwachs des Frankens gegenüber den meisten anderen Weltwährungen, ist gemäss Gerber «bemerkenswert».
Das Gentlemen’s Agreement von 1976
Wie die «NZZ am Sonntag» weiter berichtet, unterstützen inzwischen auch bürgerliche Wirtschaftsvertreter die Forderung des Gewerkschaftsbundes nach einer Neuauflage des «Gentlemen's Agreements», wie es die Nationalbank im Jahr 1976 mit den Banken abgeschlossen hatte. Damals verpflichteten sich die Schweizer Banken, offensichtlich spekulative Transaktionen gegen den Franken zu unterlassen. Hans-Ulrich Bigler, der Direktor des Gewerbeverbandes, hält ein solches Abkommen für «durchaus vorstellbar».
Erstmals äussert sich Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann zum starken Franken. «Ich werde noch im Januar einem Bundesratsausschuss Bericht erstatten», sagt der Bundesrat gegenüber der «SonntatgsZeitung». Zudem werde er eine Situationsanalyse vorlegen. Die Stärke des Frankens sei vor allem eine Schwäche des Euro, erklärt er. Diese Euro-Schwäche sei eine Folge der Verschuldung der Euroländer. «Demgegenüber ist die Schweizer Volkswirtschaft leistungsfähig und hat solide Wachstumsperspektiven», betont der Bundesrat.
Grossbanken erhalten zunehmend Anfragen
Die Sorgen der Schweizer Firmen wegen des zum Euro starken Frankens sind inzwischen so gross, dass die Grossbanken UBS und Credit Suisse deutlich mehr Anfragen erhalten, wie der ungünstigen Währungssituation beizukommen ist. Das bestätigen UBS und Credit Suisse gegenüber der «SonntagsZeitung». Die Grossbanken warnen die betroffenen Firmen jedoch vor Panikreaktionen. «Es ist jetzt sehr wichtig, dass die Unternehmen strategische Entscheide sorgfältig planen», mahnt Barend Fruithof, Leiter des Schweizer Firmenkundengeschäfts bei Credit Suisse.
Fruithof warnt die Unternehmen davor, die Produktion Hals über Kopf in den Euroraum zu verlagern oder überstürzte Veränderungen bei Lieferanten vorzunehmen. Nur schon die Suche nach einem neuen Zulieferer könne gut ein halbes Jahr dauern, und das Risiko einer Produktionsauslagerung sei schlicht nicht abzuschätzen. «Wie sich die Schuldenkrise in den EU-Staaten entwickelt, kann nur vermutet werden. Lagert eine Firma ihre Produktion aus, riskiert sie, die Schuldenkrise beispielsweise über Steuern mitfinanzieren zu müssen», sagt Fruithof. (jak)
Erstellt: 09.01.2011, 13:57 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



