Trotz Krise: Schweizer Immobilien-Markt bleibt stabil
Die Zuwanderer aus dem EU-Raum halten die Preise für Wohnflächen trotz der Rezession im laufenden Jahr oben. Zu diesem Schluss gelangt eine am Dienstag vorgestellte Studie der Credit Suisse zum Schweizer Immobilienmarkt. Hingegen drohten bei Büroflächen ein Nachfrageeinbruch und eine Flurbereinigung im Detailhandel.
Auf den Wohnungsmärkten bleibt die Lage laut der Studie trotz Krise stabil. Die Schweiz habe bezüglich Wohnraum weder mit einer Preisblase noch mit einem Angebotsüberhang zu kämpfen, gab die Credit Suisse in Zürich bekannt. Grund sei die Zuwanderung aus Deutschland und Frankreich, die Zürich und die Genferseeregion stark betreffe. Zwar ebbe die Zuwanderungswelle dieses Jahr ab, doch sei nach wie vor mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum von einem Prozent zu rechnen. Insgesamt schwäche sich die Nachfrage nach Wohnflächen 2009 somit nur leicht ab. Andererseits werde weiter intensiv gebaut, weshalb gegen Jahresende doch mehr Mietwohnungen auf den Markt kommen dürften. Die Mietpreise dürften dennoch nochmals ansteigen, wie die Ökonomen erwarten.
Kaum Preis-Übertreibungen
Absatzprobleme sind punkto Wohnflächen am ehesten bei Eigentumswohnungen zu erwarten. Für die Bauherren gehe die Phase problemloser Vermarktung von Neubauten wohl zu Ende, schreiben die Ökonomen. Sie rechnen daher für 2009 bei den Leerständen mit einer Rückkehr zum Niveau von 2007, das bei 1,07 Prozent lag. Insgesamt seien aber Preiseinbrüche bei Wohnflächen kaum zu befürchten, da es abgesehen von wenigen Ausnahmen wie der Region Genf, dem Zürcher Pfannenstiel und in Tourismusorten bisher kaum zu Preis-Übertreibungen gekommen sei.
Die Rezession trifft vor allem die Geschäftsflächen-Märkte. Die Studie rechnet mit einem Abbau von 18'000 Arbeitsstellen im Lauf des Jahres. Damit zeichne sich ein Einbrechen der Nachfrage nach Büroflächen ab, teilten die Studienleiter mit. Angebotsseitig hätten die Bauvorhaben Ende 2008 just mit der Konjunkturabschwächung einen neuen Höhepunkt erreicht. Somit sei bei Büroflächen die Trendwende zu erwarten: Die Zahl der Leerstände dürfte steigen und das seit 2007 zu beobachtende Mietpreiswachstum zum Stillstand kommen.
Detailhandel vor Wendepunkt
Auch den Markt für Verkaufsflächen verkleinert die Krise. Der Detailhandel stehe 2009 vor einem Wendepunkt, hiess es. Bisher hätten die Internationalisierung und der Konsumboom die strukturellen Probleme überlagert. Beide Faktoren verlören nun aber an Kraft, so dass die ungebremste Flächenexpansion eingedämmt werde. «Die Rückkehr der Umsatzzuwächse auf einen bescheidenen Wachstumspfad wird das Problem sinkender Flächenproduktivitäten verstärkt in den Fokus rücken und die Flurbereinigung im Detailhandel intensivieren», schreiben die Ökonomen. Der Verdrängungskampf werde auf die Mieten drücken. Einzig für Toplagen seien weitere Preisanstiege zu erwarten. (sam/sda)
Erstellt: 10.03.2009, 13:31 Uhr
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