Wirtschaft

«Unglaubliche Arroganz»: Banker stressen die RAV-Berater

Von Cornelia Krause. Aktualisiert am 20.04.2009

Gewisse arbeitslose Banker werden zur nervlichen Belastungsprobe für die regionalen Arbeitsvermittlungszentren – wegen surrealer Lohnvorstellungen.

Arbeitslos: Ein Mann wartet in einem RAV auf sein Beratungsgespräch.

Arbeitslos: Ein Mann wartet in einem RAV auf sein Beratungsgespräch.
Bild: Keystone

Entlassene Bankangestellte legten teils eine unglaubliche Arroganz an den Tag, sagte eine RAV-Mitarbeiterin dem «SonntagsBlick». «Diese Leute glauben, eine 5-Zimmer-Wohnung an der Goldküste sei ihr Menschenrecht.» Oftmals seien die Banker der irrigen Auffassung, ihren Lohn samt Bonus weiterhin zu bekommen. Doch die Zahlungen der Arbeitslosenversicherung sind begrenzt: Auf 7350 Franken monatlich für Alleinstehende und auf 8400 für Arbeitslose mit Familie.

Ein Banker sei bei seinem Termin auf dem Zürcher RAV laut geworden: «Das kann doch nicht sein. Ich dachte, mir stünden 80 Prozent meines bisherigen Lohns zu!» So fuhr er laut «SonntagsBlick» die Beraterin an.

Wählerisch und unflexibel

Auch bei Jobangeboten zeigten sich die Banker unangemessen wählerisch. Oftmals seien sie nicht bereit, Stellen anzunehmen, bei denen sie weniger verdienten. «Ich höre immer wieder: ´Für diesen Lohn arbeite ich nicht´», berichtet Rolf Gross, Leiter eines RAV in Zürich, dem «SoBli».

Ähnliche Erfahrungen machen potenzielle Arbeitgeber. Eine Anstellung scheitere oft an den überhöhten Lohnforderungen, sagte Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin der «SonntagsZeitung».

Auch der Chef eines mittelgrossen Tourismusunternehmens berichtet von unerfreulichen Bewerbungsgesprächen: So habe ein 25-Jähriger als Quereinsteiger 120'000 Franken Fixlohn sowie einen garantierten Bonus gefordert. (NEWS)

Erstellt: 20.04.2009, 10:42 Uhr

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