Wirtschaft

Unspektakulär, aber solide

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 27.04.2011 14 Kommentare

Das Resultat der Credit Suisse ist von einer Wiederauferstehung des Investmentbankings geprägt. Doch das hat man von ihr auch so erwartet. Als stabiler Pfeiler erweist sich aber eine andere Abteilung.

Credit Suisse


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CS-Aktie fällt zurück

Die Anleger vermissen bei den Quartalesergebnissen der Credit Suisse (CS) offenbar eine Überraschung. Nachdem die am Mittwoch präsentierten Zahlen zum ersten Quartal 2011 im Rahmen der Analystenerwartungen lagen, verloren die Aktien der Grossbank an Wert.

Nach einem kurzen Hüpfer ins Plus zum Handelsstart lagen die Titel schnell unter dem Vortagesschlusskurs. Gegen 9.30 Uhr kostete eine CS-Aktie 38,92 Franken, was ein Minus von 1 Prozent bedeutet. Der Schwergewichte-Index SMI lag gleichzeitig um 0,3 Prozent im Minus.

Unter dem Strich weist die CS für das erste Quartal einen Reingewinn von 1,14 Milliarden Franken aus. Ohne Buchhaltungs-Einflüsse sind es 1,61 Milliarden Franken. Im ersten Quartal 2010 hatte das Finanzhaus noch 2,06 Milliarden eingefahren. Im Schlussquartal 2010 waren es dagegen nur 841 Millionen Franken gewesen.

Analysten sprachen von einem soliden Ergebnis. Anders als Konkurrentin UBS, die am Vortag mit einem überraschend hohen Neugeldzufluss aufgewartet hatte, sehen die Experten am CS-Ergebnis keine unerwarteten Aspekte. Der Netto-Neugeldzufluss von 19,1 Milliarden Franken der CS findet aber Anklang.

Bekennt sich zu den Vorschlägen zur Begrenzung des «Too Big To Fail»-Problems: Credit-Suisse-Chef Brady Dougan.

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Den grossen Überraschungseffekt – wie gestern die UBS – hat die Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) mit ihrem Resultat heute nicht geliefert. Gleichwohl ist das Ergebnis solide. Vor allem dasjenige der Investmentbank, das mit einem Gewinnbeitrag vor Steuern von 1,343 Milliarden Franken den grössten Anteil am Resultat ausmacht. Die Bank hat sich damit deutlich vom Taucher im Vorquartal erholt, der damals die Märkte herb enttäuscht und die Aktie der Grossbank auf Talfahrt geschickt hatte. Der Vorsteuergewinn fiel damals mit 558 Millionen weniger als halb so hoch aus wie im vergangenen Quartal.

Doch überrascht hat die Credit Suisse mit ihrem Gewinn im Investmentbanking dennoch nicht. Er wurde im Gegenteil fast genauso hoch erwartet. Das liegt auch daran, dass sich das vorletzte und das letzte Quartal schwer vergleichen lassen, weil das Investmentbanking bei allen Banken vor allem zum Jahresauftakt jeweils am stärksten brummt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal glänzt denn das heute präsentierte Resultat der Investmentbank leicht weniger, damals hat die Credit Suisse vor Steuern 1,794 Milliarden Franken im Investmentbanking verdient.

Marktanteilsgewinne im Investmentbanking

Erfolge wie Anfang 2010 konnten allerdings auch andere Grossbanken in diesem Geschäft nicht wiederholen, da das Geschäft damals noch stark vom Wiederaufschwung nach der Finanzkrise profitiert hat. Auch im vergangenen Quartal hat laut der Meldung der Credit Suisse die Zunahme der Handelsaktivitäten den Erfolg im Investmentbanking wieder befeuert. Aber der Bank ist es offenbar auch gelungen, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Positiv dürfte ins Gewicht fallen, dass es der Bank gelungen ist, vor allem im Geschäftsbereich Anleihenhandel (Fixed Income) gut abzuschneiden. Der Bereich gilt sowohl bei der Credit Suisse wie bei der UBS eher als Sorgenkind.

Als stabiler Pfeiler erwies sich der Private-Banking-Bereich mit einem Vorsteuergewinn von 855 Millionen Franken nach 824 Millionen im Vorquartal und 892 Millionen Franken im Vorjahresquartal. Die Analystenerwartungen lagen mit durchschnittlich 871 Millionen Franken (laut AWP) leicht höher als das erzielte Resultat. Das Private Banking umfasst sowohl das Schweizer Firmenkundengeschäft (Corporate & Institutional Clients) wie jenes für die Schweizer Retail- und vor allem die reiche Privatkundschaft (Wealth Management Clients). Finanziell grössere Bedeutung hat vor allem das zweite Geschäft, das 623 Millionen vor Steuern zum Ergebnis der Sparte beigetragen hat – 8 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Um ebenfalls 8 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010 konnte dafür das Schweizer Geschäft auf 232 Millionen Franken zulegen.

Vermögensverwaltung bleibt ein Erfolgsmodell

Ein Zeichen für die Stärke der Schweizer Grossbanken im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft ist auch bei der Credit Suisse der Neugeldzufluss, der sich bezogen auf die ganze Bank im ersten Quartal auf 19,1 Milliarden Franken belief. Das ist weniger als was die UBS zustande gebracht hat, die 22,3 Milliarden neu gewinnen konnte und auch nicht so deutlich über den Erwartungen der Analysten wie bei der UBS, die dort nur mit der Hälfte gerechnet hatten, während sie bei der Credit Suisse 17 Milliarden erwarteten. Doch der Vergleich ist hier unstatthaft, da die UBS – anders als die Credit Suisse – in der Krise massive Abflüsse erleiden musste.

Erfreulich aus Sicht der Allgemeinheit ist an der heutigen Verlautbarung der Grossbank schliesslich ein weiteres Mal das Bekenntnis der Credit-Suisse-Spitze, hinter den Vorschlägen zur Begrenzung des «Too big to fail»-Problems zu stehen, wie sie letzthin der Bundesrat konkretisiert hat. Wie die UBS war auch die CS an der Ausarbeitung dieser Vorschläge beteiligt, doch dort tut man sich jetzt schwer mit dem gemeinsam erzielten Resultat und lässt keine Gelegenheit aus, dieses zu kritisieren.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.04.2011, 08:27 Uhr

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14 Kommentare

Sandra Weber

27.04.2011, 12:08 Uhr
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Der Gewinn ist viel höher, denn die horrenden Gehälter sind ja bereits abgezogen. Mir scheint immer wünschenswerter, dass die beiden grossen Schmarotzerbanken die Schweiz verlassen und mit ihnen gleich 500000 Ausländer dazu! Das entspannt den Bankenplatz, den Arbeitsmarkt und die permanente Wohnungsnot. Das wäre nur positiv für unser Land und die Lebensqualität. Antworten


Thomass Wassmann

27.04.2011, 10:52 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Oh wundersame Wiederauferstehung des Investmentbankings, möge der Gott der ungleichen Verteilung und Ausbeutung unseren Banken noch lange den Weg weisen. Und führe uns nicht in unnötige Spekulationsblasen, wie auch wir vergessen deine Staatsrettungen. Amen. Antworten



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