Wirtschaft

Der Vorbörsenbericht

Der tägliche Morgenreport der «Finanz und Wirtschaft» zur Lage an den internationalen Aktienmärkten.

Stand: Montag, 13. Februar 2012 08:21 Uhr

Finanz und Wirtschaft

Kennzahlen

SMI6130.66-0.6%
Euro Stoxx 502480.76-1.7%
Dow Jones12801.23-0.7%
Nasdaq Comp.2903.88-0.8%
Nikkei 2258999.18+0.6%
Hang-Seng20852.16+0.3%
Singapur STI2965.17+0.2%
USD/CHF0.9116-0.7%
EUR/CHF1.2092-0.1%
10J Eidg.0.820Bp
Erdoel (Brent)118.31+0.9%
Gold1728.10+0.6%

Quelle: Thomson Reuters

Wichtige Ereignisse

10:00 Also-Actebis Präsentation Ergebnis 2011
18:00 L'Oréal Ergebnis 2011
20:00 Deutsche Börse Ergebnis 2011
 
12:00 FR OECD Frühindikator

Overnight

USA: Die Börse geriet unter Druck, weil Investoren befürchteten, die Pläne zur Rettung Griechenlands könnten doch noch scheitern. Zudem fiel die Konsumentenstimmung stärker als erwartet. Unter der erneuten Sorge um die europäische Schuldenkrise litten vor allem Finanzwerte. Citigroup fielen 2,2% und Bank of America 1,3%. Die schwache Verfassung der Rohstoffmärkte löste Abgaben in Titeln wie Freeport-McMoRan Copper & Gold (-3,2%), Halliburton (-1,9%) oder Alcoa (-3,3%) aus. Apollo Global Management (-6,1%) musste im vierten Quartal einen Gewinneinbruch von 66% hinnehmen. Nyse Euronext (+4,5%) wies für das vierte Quartal einen Gewinn pro Aktie von 50 Cents aus. Der Markt war im Schnitt von 48 Cents ausgegangen. LinkedIn schossen 18% in die Höhe. Der Umsatz hatte sich im vierten Quartal verdoppelt. Der S&P E-Mini-Future handelt bei 1347,5.

Asien: Die Märkte in Fernost reagierten verhalten auf die Verabschiedung des Sparpaketes durch Griechenlands Parlament. In Japan profitierten Exportwerte von der Entwicklung in Griechenland und einem schwächeren Yen. Mazda Motor stiegen 2,1%, Mitsubishi Motors 1% und Toshiba 0,3%. In Japan avancierten Nitto Denko 3,8%, nachdem Nomura die Titel hochgestuft hatte. In Australien handelten Fortescue Metals Group 4,3% fester; Teck Resources (-1,4%) hatte eine Beteiligung am Unternehmen erworben. In Hongkong gerieten Immobilienunternehmen wie China Resources Land (-5,3%), Agile Property Holdings (-6,7%) und China Overseas Land & Investment (-3,1%) unter Druck . Die Kreditvergabe im Januar war schwächer als erwartet. Zudem machte die Stadt Wuhu bei ihren Plänen zur Lockerung der Kontrollen im Immobiliensektor einen Rückzieher.

Devisen: Der Yen gab im Asienhandel nach. Die Verabschiedung des Sparpakets in Griechenland machte ihn als sicheren Hafen weniger interessant. Die enttäuschenden Zahlen für das BIP-Wachstum in Japan für das vierte Quartal schürten Spekulationen, Japan interveniere im Devisenmarkt. Der Yen notierte gegenüber dem Euro bei 102.81 Yen/€ nach 100.51. Gegenüber dem Dollar handelte der Yen auf 77.79 Yen/$ nach 77.43. Der Euro handelte bei 1,3294 $/€ nach 1,3198.
Erdöl für Lieferung im März sank 1.17 $ auf 98.67 $/Fass. Die IEA hatte die Vorhersage für den globalen Erdölverbrauch pro Tag von 1,1 Mio. auf 800‘000 Fass gesenkt. Gold für Lieferung im April sank 15.90 $ auf 1725.30 $/Unze. Die Investoren zogen Dollars und US-Staatsanleihen als Schutz vor den Problemen um Griechenland vor.

News Vorbörse Schweiz

Also-Actebis erlitt 2011 einen Umsatzrückgang von 4,9% auf 6,21 Mrd. €. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda fiel 1,8% auf 97,9 Mio. €. Der Gewinn sank 12,5% auf 26,7 Mio. €. Beim Vergleich mit dem Geschäftsjahr 2011 ist jedoch zu beachten, dass sich die Vorjahreswerte auf die ehemalige Actebis-Gruppe beziehen, bevor diese mit der Schindler-Tochter Also fusionierte. Der IT-Grosshändler schlägt eine Dividende von 0.70 Fr. vor. Für 2012 rechnet Also-Actebis mit weniger Umsatz, aber mit einem höheren Gewinn. Mittelfristig strebt der Konzern einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 120 bis 130 Mio. € an, was einem Gewinn von 50 bis 55 Mio. € entspricht.

Tecan: CEO Thomas Bachmann verlässt den Laborinstrumentenhersteller mit sofortiger Wirkung. Der Verwaltungsrat hat David Martyr zum neuen CEO ernannt. Er werde sein Amt so schnell als möglich, spätestens aber am 8. Oktober antreten. Der 54-jährige Brite Martyr ist zurzeit als Group President bei Leica Microsystems tätig und seit 2009 Vice-Präsident der Danaher Corporation. Bis zum Eintritt von David Martyr wird Gérard Vaillant das Amt des CEO übernehmen.

New Value: Die Beteiligungsgesellschaft hat vom Industrieunternehmen Angst & Pfister eine Überbrückungsfinanzierung von 1 Mio. Fr. erhalten und bekommt falls nötig weitere Kredite. Zudem hat New Value 35‘000 Aktien ausserbörslich via Block Trade verkauft. Der Verwaltungsrat lässt die Vorfälle rund um ein vom mittlerweile zurückgetretenen VR-Präsidenten Rolf Wägli gewährtes und dann teilweise abgeschriebenes Darlehen untersuchen.

Nobel Biocare: Der Zahnimplantathersteller ist unter Druck, weil er die Erwartungen verfehlt hat. CEO Richard Laube will jedoch nicht restrukturieren und Kunden auch keine Rabatte gewähren. „Was wirklich zählt, ist Kunden bei der Patienteninformation und in ihrem Patientenfluss zu unterstützen sowie die Effizienz der Behandlung zu verbessern“, erklärt Laube im Interview mit „Finanz und Wirtschaft“.

Novartis: Das Verfahren für die Zulassung einer zusätzlichen Indikation des Meningokokken-Impfstoffs Menveo zur Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern verzögert sich. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat zusätzliche Informationen angefordert.

Ratings und Kursziele

Julius Bär:   Credit Suisse hebt das Kursziel von 39 auf 40 Fr.

Charttechnik

SMI

Der im Mehrtages-Kontext wichtige Support 6100 wurde am Freitag auf den Prüfstand gestellt und zur Startrampe für eine Erholung. Diese Erholung geht heute voraussichtlich weiter und bringt noch Notierungen bis etwa 6170/80. Insgesamt dürfte der SMI jedoch vorläufig innerhalb der schon während der vergangenen Woche abgesteckten Seitwärts-Range verbleiben.

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Ausblick Währungen, Zinsen, Rohstoffmärkte

In den kommenden Tagen veröffentlichen mehrere europäische Staaten Zahlen zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal: Portugal und Griechenland am Dienstag sowie Frankreich, Deutschland und Italien am Mittwoch. Diese Daten sind aus mehreren Gründen spannender als in normalen Zeiten. Sie zeigen zum einen, wie stark die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern der Eurozone auseinanderdriftet. Ausserdem geben sie einen Hinweis auf die Fähigkeit der einzelnen Nationen, ihre Defizite unter Kontrolle zu halten. Zwar sind Deutschland und Frankreich diesbezüglich weniger unter Druck als andere Länder, doch wenn ihre Volkswirtschaften schwächeln, stehen die impliziten Garantien dieser Länder für die Schulden anderer Staaten zur Debatte.

Für 2012 geht die OECD davon aus, dass Griechenlands Wirtschaft um 3% und diejenige Portugals um 3,2% schrumpft. Deutschlands BIP soll hingegen real 0,6% und jenes Frankreichs 0,3% wachsen. Das sind erhebliche Differenzen. Noch markanter werden sie, wenn die Differenz zwischen dem potenziellen und dem aktuellen BIP-Wachstum betrachtet wird. Dieser sogenannte Output Gap liefert Hinweise auf nicht ausgenutzte Ressourcen und den potenziellen deflationären Druck. Er zeigt indirekt auch den Restrukturierungsbedarf an. Und da steht einigen europäischen Staaten eine harte Zeit bevor (vgl. Grafik). Die grosse Frage wird weniger sein, ob die Länder diese Rosskur durchmachen müssen, sondern wie lange sie dies politisch durchhalten können.

Eurozone – grosses Potenzial für steigende Spannungen

Quelle: invest.ch / OECD

Die letzten zwei Ausgaben des FuW-Reports:

Freitag, 10. Februar 2012
Donnerstag, 9. Februar 2012

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