SMI rutscht erstmals seit «SNB-Schock» unter 8000 Punkte

Der Schweizer Aktienmarkt rutscht weiter ins Minus. Besonders zu schaffen machte der anhaltende Verfall des Ölpreises. Auch die Börsen in Asien sind weiter auf Talfahrt.

«SNB-Schock» im Januar 2015: Jetzt ist der SMI erstmals wieder unter die Marke von 8000 Punkten gerutscht.

«SNB-Schock» im Januar 2015: Jetzt ist der SMI erstmals wieder unter die Marke von 8000 Punkten gerutscht. Bild: Ennio Leanza/Keystone

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Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einer kurzen Verschnaufpause am Vortag seinen Sinkflug wieder aufgenommen und verzeichnet im frühen Handel heftige Verluste. Belastet wird die Stimmung vor allem vom fortgesetzten Verfall der Ölpreise.

Der Leitindex SMI ist im Handelsverlauf sogar zeitweise unter die Marke von 8000 Punkten gerutscht, die er letztmals im Januar 2015 nach dem «SNB-Schock» unterschritten hatte. Die Stabilisierung des Vortags scheine sich damit als Pause herauszustellen, meinte ein Analyst. Auch die Sorge um das Wachstum in China belaste weiterhin.

Der Swiss Market Index (SMI) lag gegen 09.40 Uhr 2,55 Prozent im Minus auf 8024,42 Punkten, das bisherige Tagestief lag bei 7990 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verlor 2,38 Prozent auf 8277,84 Punkte. Von den SMI-Titeln notierten bis auf die Aktien des Warenprüfkonzerns SGS alle im Minus. Der Genfer Warenprüfkonzern hat als erster SMI-Konzern seine Jahreszahlen veröffentlicht, wobei er für 2015 einen tieferen Umsatz vermelden, die Margen allerdings stabil halten konnte.

Talfahrt der Börsen in Asien geht weiter

In Tokio schloss der Nikkei-225-Index um 3,7 Prozent tiefer bei 16'416 Punkten. Ein anziehender Yen liess vor allem die Beteiligungspapiere von Exportwerten wie der Autohersteller Toyota und Nissan oder des Unterhaltungs- und Elektronikkonzerns Sony fallen.

Die Börse in Hong Kong, die sich in den letzten Wochen besser als die Handelsplätze in Festlandchina gehalten hatte, verlor 3,8 Prozent. Abgaben im lokalen Hongkong-Dollar weckten Befürchtungen einer bevorstehenden Kapitalflucht. Der Shanghai Composite (-1 Prozent) und der CSI 300 (-1,5 Prozent) gaben weniger deutlich nach. Andere asiatische Börsen verzeichneten ebenfalls Verluste.

Auch in Europa gaben die Kurse zu Handelsbeginn deutlich nach. Der deutsche Dax verlor 2,5 Prozent, der britische FTSE 100 knapp 2 Prozent und der französische CAC 40 gab 2,4 Prozent nach.

Weiterer Fall des Ölpreises

Der Ölpreis ist auf einen neuen Tiefstand gesunken. In Asien wurde ein Barrel (159 Liter) Rohöl am Mittwoch zeitweise für 27,55 Dollar gehandelt. Das war der tiefste Stand seit zwölf Jahren. Die Nordseesorte Brent, deren Preis am Montag unter die 28-Dollar-Marke gefallen war, kostete zwischenzeitlich 28,28 Dollar und damit 48 Cent weniger als am Dienstag.

Analysten verwiesen auf den am Vortag von der Internationalen Energieagentur (IEA) veröffentlichten Monatsbericht. Demnach rechnet die Agentur wegen des Überangebots auf dem Weltmarkt mit weiter sinkenden Rohölpreisen. Sie macht dafür vor allem die Rückkehr des Iran an die Märkte verantwortlich.

Täglich 300'000 zusätzliche Barrel

Nachdem die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Teheran die Erfüllung der wichtigsten Auflagen aus dem Atomabkommen von Juli bestätigt hatte, waren am Samstag die meisten Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Laut der IEA kann damit die globale Ölproduktion bis Ende März täglich um rund 300'000 Barrel steigen.

Der Ölpreis ist bereits seit gut eineinhalb Jahren unter Druck. Seit Mitte 2014 ist er um etwa 75 Prozent gefallen. (sda)

(Erstellt: 20.01.2016, 11:11 Uhr)

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