Wallstreet nimmt das Fed aus
«Versteckte Subventionierung»: Händler an der Wallstreet. (Bild: Keystone)
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Die Banken an der Wallstreet profitieren «übermässig» von Handelsgeschäften mit dem Notenbank (Fed), schreibt die «Financial Times» heute. Nach dem Zusammenbruch des amerikanischen Hypothekenmarktes hat die Staatsbank grosse Mengen an Anlagen eingekauft, um Liquidität in das Finanzsystem zu pumpen. Da die Notenbank jedoch im Namen der Transparenz sämtliche grösseren Geschäfte im Voraus ankündigen muss, erhöhen die Händler rechtzeitig die Preise, um eine satte Marge einzunehmen, so das Blatt.
«Im Handel mit der Regierung kann man richtig Geld verdienen», zitiert die «FT» den Geschäftsführer einer Investmentbank. «Die Regierung ist ein grosser Käufer und Verkäufer, und Wallstreet hat die ganze Preismacht.» Inzwischen würden sämtliche Handelsfirmen mit der Nationalbank spielen, um möglichst grosse Gewinne einzufahren. Der ganze Geldfluss sei nichts anderes als eine versteckte Subventionierung der Finanz-Institute.
«Wir glauben, dass Transparenz wichtiger ist»
Auch die Nachrichtenagentur AP schreibt, die Handelsbanken verdankten ihre kürzlich veröffentlichten guten Quartalsabschlüsse zu einem grossen Teil der öffentlichen Hand. Investitionen des Fed und Defizitgarantien des Staats hätten den Geldfluss der Banken angekurbelt – «obwohl die Qualität ihrer Bilanzposten nach wie vor oft ungenügend ist».
Die Spitzen der Fed sind sich bewusst, dass die regelmässigen Vorankündigungen ihrer Marktposition schaden. Trotzdem halten sie an der Praxis fest. «Wir glauben, dass Transparenz wichtiger ist», sagt William Dudley, der Präsident der New Yorker Fed-Filiale, der Zeitung. «Man kann das Kreditwesen nicht stützen, ohne dass einige in der Branche davon profitieren», wird auch Barney Frank, der Vorsitzende des Finanzkomitees im Repräsentantenhaus, zitiert.
Die Bilanz der amerikanischen Notenbank hat sich seit August 2007 von 900 Milliarden Dollar auf 2 Billionen Dollar ausgeweitet, also mehr als verdoppelt. Ein Grossteil davon sind Anlagen, in die sie investiert hat, sowie direkte Kreditvergaben an Banken. Finanzminister Timothy Geithner will die Geldpolitik des Fed stärker kontrollieren lassen, was beim obersten Notenbanker Ben Bernanke für Skepsis sorgt. ()
Erstellt: 03.08.2009, 11:48 Uhr
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