Warum Ackermanns Wirtschaftsexperte schwarz sieht
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Norbert Walter ist bekannt für deftige Prognosen. Im Februar prognostizierte er der deutschen Wirtschaft ein Minus von fünf Prozent und wurde dafür von Unternehmern und Politikern harsch kritisiert. Inzwischen scheinen sich die Zahlen der Auguren tatsächlich dem Wert Walters anzunähern. Nun äussert sich der Chefökonom der Deutschen Bank in einem Interview mit «Focus»-Online erneut zur konjunkturellen Entwicklung. Und seine Prognose verheisst nichts Gutes.
«Der Aufschwung ist trügerisch», meint Walter skeptisch zu den in den letzten Monaten positiv ausgefallenen Firmenergebnissen und Konjunkturdaten. Die Unternehmen würden erst jetzt merken, dass sie zu viel Personal beschäftigten. Er erwartet einen weiteren Personalabbau und damit einhergehend einen Einbruch beim Konsum, der wichtigsten Konjunkturstütze.
Schluss mit Nullzinspoltik
Gehen die meisten Auguren von einer Erholung im nächsten Jahr aus, so erwartet der Experte für nächsten Sommer einen deftigen Einbruch. «Die Notenbanken sammeln die Liquidität der mit viel Geld gefluteten Märkte wieder ein. Das hat zur Folge, dass die Börsen einbrechen werden. Und mit den sinkenden Aktienkursen geht der Kreislauf wieder von vorn los (...) Und wenn die Investitionen verschoben werden, fallen die Gewinne. Und wenn die Gewinne fallen, brechen die Aktienkurse ein...», beschreibt Walter die mutmasslich auf uns zukommende Negativspirale.
Und die treffe die ganze Welt, glaubt der Ökonom. Die Zentralbanken würden sich von der Nullzinspolitik abwenden und die Regierungen ein Ende der Stimulierungspolitik einläuten. Die Währungshüter werden versuchen, nach der expansiven Geldpolitik eine Mega-Inflation abzuwenden.
Nicht noch einmal Rettungsprogramme
Walter zeigt sich zwar überzeugt, dass das schnelle Handeln von Zentralbanken und Regierungen auf die «schwerste Krise seit der schweren Depression» richtig war. Eine weitere Runde von «billionenschweren Stimmulierungsprogrammen» könne sich die Welt aber nicht mehr leisten.
Raus aus den Aktien also? Walter hält die derzeitigen Kurse an den Börsen tatsächlich für überbewertet. «Kaufen werde ich bei diesen hohen Niveaus allerdings nicht. Da sitze ich lieber auf meinem Geld», so der Banker. Dass die Indizes nochmals auf die Tiefststände vom letzten März zurückfallen, bezweifelt Walter. Verneinen will er aber auch nicht: «Nageln Sie mich aber bitte nicht fest».
Wo man noch Geld verdient
Die Finger lassen konnte Ackermanns Chefökonom vom Handeln mit Wertpapieren trotzdem nicht. Zwar nicht Aktien, aber bei Optionen und Derivaten hat Walter zugeschlagen. «Ich habe darauf gewettet, dass der Dollar in den nächsten Monaten abgewertet wird und die Rohstoffpreise wieder kräftig steigen», so der Banker. Und bis jetzt habe er recht bekommen. (cpm)
Erstellt: 28.10.2009, 16:04 Uhr
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