Wirtschaft
Warum das Macho-Gehabe von Trump und Grübel nicht ankommt
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 28.04.2011 19 Kommentare
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Donald Trump als schillernde Figur zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahres. Er ist eine geradezu grotesk überzeichnete Karikatur des erfolgreichen amerikanischen Business-Mannes. In den 80er-Jahren baute er das damals schon beträchtliche Immobilienimperium seines Vaters aus – der Trump Tower in Manhattan ist eine Touristenattraktion – stampfte Kasino-Städte aus dem Boden, heiratete eine ehemalige tschechische Skirennfahrerin und ist Gastgeber der Reality-TV-Sendung «The Apprentice», deren Höhepunkt darin besteht, dass Trump einem der Kandidaten «you are fired» ins Gesicht schleudert.
Nun will Trump ins Weisse Haus. Er hat seine Ambition als Präsidentschaftskandidat der Republikaner angemeldet. Zwingend ist das nicht. Trump hat auch schon mit den Demokraten und den Unabhängigen geflirtet. Derzeit surft er auf der Tea-Party-Welle. In den letzten Wochen war er der führende «Birther» der Nation. So nennt man das Fähnlein der verbohrten Ideologen, die nach wie vor die Rechtmässigkeit der Präsidentschaft von Barack Obama anzweifeln, weil er angeblich nicht in den USA geboren sei.
Spielend die Seiten wechseln
Dass Trump so spielend die Seiten wechseln kann, ist kein Zufall. Der Inhalt der Politik interessiert ihn nicht. Er ist Businessman, der harte Entscheide fällt und sofort umsetzen lässt. Das würde er in der Politik genauso tun. Trump würde den Chinesen klarmachen, dass sich die Amerikaner nicht länger von ihnen mit einer künstlich verbilligten Währung über den Tisch ziehen lassen.
Er würde die Ölreserven im Nahen Osten ohne mit der Wimper zu zucken für die USA beanspruchen – warum hat man schliesslich die mächtigste Armee der Welt? Trump ist der pragmatische Selfmademan, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Zwei seiner zahlreichen Bücher tragen schliesslich die Titel «Think Big and Kick Ass» und «Never Give Up».
Trump versteht die Spielregeln der Politik nicht
Trump mag eine überzeichnete Karikatur sein – allein seine Föhnfrisur ist derart lächerlich, dass sich schon wieder gut ist –, doch im Kern verkörpert er ein Problem, das auch weniger exzentrische Unternehmer und Manager mit sich herumschleppen: Er versteht die Spielregeln der Politik nicht. Francis Fukuyama umschreibt dies in der «Financial Times» wie folgt: «Die Sehnsucht nach geschäftsmässiger Effizienz ist verständlich, aber sie verrät auch, dass das Wesen der amerikanischen Präsidentschaft nicht verstanden wird, und wie total unterschiedlich die Fähigkeiten eines Präsidenten und die eines Managers sind.»
Diesem Irrtum unterliegen auch Schweizer Unternehmer und Manager. Ein typisches Beispiel dafür ist derzeit der starke Mann der UBS, Oswald Grübel. Auch er liebt das offene Wort und scheut sich nicht, hart durchzugreifen. Damit hat er die UBS wieder auf Vordermann gebracht, zweifellos ein grosses Verdienst. Doch politisch benimmt sich Grübel wie ein Neandertaler.
Macho-Gehabe kommt nicht gut an
Seine Kampagne gegen den Swiss Finish der Bankenregulierung ist – aus politischer Sicht betrachtet – eine Katastrophe. Sich vor die Schweizer Politik aufstellen und mit Auszug zu drohen, ist Politik im Stil von Trumps «you are fired». Dieses vulgäre Macho-Gehabe kommt selbst in bürgerlichsten Kreisen gar nicht gut an. Deshalb sei die Prognose gewagt: Trump wird nicht ins Weisse Haus einziehen, und Grübel wird bei den höheren Eigenkapitallimiten für Banken nachgeben müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.04.2011, 14:04 Uhr
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19 Kommentare
Herr Grübels Auftreten und Argumentieren zeigt, wie unwichtig ihm die nationalen Interessen der Schweiz sind. Er bedient nur die Interessen des Grossaktionariats, seine eigenen finanziellen Interessen und sein Ego, obwohl die UBS ein Too-Big-To-Fail-Betrieb ist. Herr Grübels Verhalten löst beim Schweizer Volk (das notfalls erneut blechen soll!) nur noch Brechreiz aus. Herr Grübel muss gehen. Antworten
Herr Löpfe - Ihr Artikel ist eine Hetzerei gegen Grübel. Es mag sein, dass Grübels "Kampagne" aus politischer Sicht nicht in Ordnung ist. Aber beachten Sie bitte, dass Grübel kein Politiker ist. Er ist Vertreter einer Unternehmung. Bitte beachten Sie auch seine Argumente. Schreiben Sie bitte: "ich mag Grübel nicht" - das ist ehrlicher! Antworten
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