Wegen hoher Steuern wollen immer mehr Amerikaner auswandern

Aktualisiert am 09.11.2009

Steuerzahler haben es nicht leicht in den USA: Gnadenlose Behörden und steigende Fiskalbelastung treiben die Leute aus dem Land.

Tempel der Steuerdetektive: Der Sitz der US-Steuerbehörde IRS in Washington.

Tempel der Steuerdetektive: Der Sitz der US-Steuerbehörde IRS in Washington.
Bild: Keystone

«Immer mehr US-Bürger wollen ihre Staatsbürgerschaft aufgeben», sagt Marshall Langer, Doyen der internationalen Steuergesetzgebung der USA im Wirtschaftsmagazin «Bilanz». Die als ungerecht empfundene Steuerlast und die Jagd auf Konten im Ausland trieben die Leute aus dem Land. In der Tat: Wie von Präsident Obama angekündigt, soll der Grenzsteuersatz für Reiche innert drei Jahren von 35 auf 48 Prozent steigen. Dazu kommen noch die Steuern der einzelnen Bundesstaaten, was einen Steuersatz von 56 Prozent ergibt. Dieser liege über dem Satz von Schweden, so Langer.

Die Flucht ins Ausland ist jedoch kein Allerweltsheilmittel: Die Steuerpflicht erlischt nicht, selbst wenn jemand zu keinem Zeitpunkt die Absicht hat, ins Heimatland zurückzukehren. «Trotz Doppelbesteuerungsabkommen ist es nur sehr schwer, sich der Krake US-Fiskus zu entziehen», sagt Langer in der «Bilanz». Nur in Eritrea würden Staatsbürger von den Steuerbehörden derart verfolgt wie in den USA.

Bei der Auswanderung wird eine Exit Tax fällig

Auch die so genannte Exit Tax, die der ehemalige Präsident George W. Bush 2008 verabschiedete, hat es nicht leichter gemacht, sich aus der fiskalen Umklammerung zu lösen. Seither müssen aller Amerikaner mit einem Einkommen über 145'000 Dollar oder einen Vermögen über zwei Millionen Dollar vor der Ausreise eine Wegzugsteuer entrichten, wenn sie ihre Staatsbürgerschaft aufgeben und ins Ausland übersiedeln. (cha)

Erstellt: 09.11.2009, 09:01 Uhr

Wirtschaft

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